Die neue Virusepidemie und das Auswärtige Amt
Dr. Alexander von Paleske —– 22.1.2020 ——-
Ende 2019 traten in der Chinesischen Millionenstadt Wuhan die ersten Fälle einer atypischen schweren Lungenentzündung auf. Schnell fanden die chinesischen Mikrobiologen den Erreger: ein neues Corona-Virus, ähnlich dem SARS-Virus, das 2002/2003 zu einer Pandemie geführt hatte, mit einer Todesrate von rund 10%. Sie nannten es Neues Corona Virus 2019 (NCoV2019).
Vor einer Woche noch meldeten die chinesischen Behörden 41 nachgewiesene Erkrankungen , mehrere Patienten waren in einem kritischem Zustand. Ein 61-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen war an der Infektion gestorben. Zudem gab es Verdachtsfälle in Thailand, Südkorea und Singapur, alle waren zuvor in Wuhan zu Besuch.
Eine Woche später
Innerhalb einer Woche hat sich das Bild dramatisch geändert:
– Mehr als 400 Patienten – also Verzehnfachung innerhalb einer Woche – die meisten in Wuhan
– bisher 9 Todesfälle
– medizinisches Personal infiziert – ohne jegliche Verbindung zum Ausgangspunkt der Epidemie, der Huanan-Markt in Wuhan, was auch klar für eine Uebertragung von Mensch zu Mensch spricht.
– ein erster Fall wird aus Seattle/USA gemeldet, ein Rückkehrer aus China.
Mittlerweile lassen sich folgende Schlüsse zur Verbreitung ziehen:
- Uebertragung von Mensch zu Mensch: leichter als bei MERS
und etwas schwerer als bei SARS
- Enger körperlicher Kontakt wie bei MERS offenbar nicht erforderlich
Todesrate ähnlich wie bei SARS, jedoch – bisher – niedriger als bei MERS
Mittlerweile warnt die chinesische Regierung vor Reisen nach Wuhan.
Keine klare Reisewarnung des AA
Auf der Website des Deutschen Auswärtigen Amtes findet sich heute (22.1.2020 ) folgendes:
Seit Dezember 2019 sind in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei mehrere Fälle einer Lungenerkrankung aufgetreten, die wahrscheinlich mit dem Besuch eines lokalen Geflügel- und Fischmarkts in Verbindung stehen. Im Verlauf wurde eine Infektion mit einem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Aktuell steigen die Fallzahlen weiter an und es sind vereinzelt Todesfälle aufgetreten. Zudem wurden Erkrankungen in der Provinz Guangdong und Peking sowie in Thailand, Japan, Südkorea und Taiwan dokumentiert. Verdachtsfälle bestehen innerhalb Chinas in Guanxi, Shanghai, Shandong, Sichuan und Yunnan sowie außerhalb Chinas in Australien und den Philippinen. Die Quelle und Übertragungswege der Infektion sind nicht abschließend geklärt, es scheint jedoch eine eingeschränkte Übertragung von Mensch zu Mensch zu geben. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt.
Also keine klare Reisewarnung.
Das ist lächerlich angesichts der bisherigen Entwicklung.
Von Reisen nach Wuhan sollte dringend abgeraten werden; was Reisen nach China selbst angeht, so muss die weitere Ausbreitung der Epidemie – und um eine solche handelt es sich – abgewartet werden.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bevor die ersten Krankheitsfälle auch in Deutschland auftreten.
Ende 2019 traten in der Chinesischen Millionenstadt Wuhan die ersten Fälle einer atypischen schweren Lungenentzündung auf. Schnell fanden die chinesischen Mikrobiologen den Erreger: ein neues Corona-Virus, ähnlich dem SARS-Virus, das 2002/2003 zu einer Pandemie geführt hatte, mit einer Todesrate von rund 10%. Sie nannten es Neues Corona Virus 2019 (NCoV2019).
Vor einer Woche noch meldeten die chinesischen Behörden 41 nachgewiesene Erkrankungen , mehrere Patienten waren in einem kritischem Zustand. Ein 61-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen war an der Infektion gestorben. Zudem gab es Verdachtsfälle in Thailand, Südkorea und Singapur, alle waren zuvor in Wuhan zu Besuch.
Eine Woche später
Innerhalb einer Woche hat sich das Bild dramatisch geändert:
– Mehr als 400 Patienten – also Verzehnfachung innerhalb einer Woche – die meisten in Wuhan
– bisher 9 Todesfälle
– medizinisches Personal infiziert – ohne jegliche Verbindung zum Ausgangspunkt der Epidemie, der Huanan-Markt in Wuhan, was auch klar für eine Uebertragung von Mensch zu Mensch spricht.
– ein erster Fall wird aus Seattle/USA gemeldet, ein Rückkehrer aus China.
Mittlerweile lassen sich folgende Schlüsse zur Verbreitung ziehen:
- Uebertragung von Mensch zu Mensch: leichter als bei MERS
und etwas schwerer als bei SARS
- Enger körperlicher Kontakt wie bei MERS offenbar nicht erforderlich
Todesrate ähnlich wie bei SARS, jedoch – bisher – niedriger als bei MERS
Mittlerweile warnt die chinesische Regierung vor Reisen nach Wuhan.
Keine klare Reisewarnung des AA
Auf der Website des Deutschen Auswärtigen Amtes findet sich heute (22.1.2020 ) folgendes:
Seit Dezember 2019 sind in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei mehrere Fälle einer Lungenerkrankung aufgetreten, die wahrscheinlich mit dem Besuch eines lokalen Geflügel- und Fischmarkts in Verbindung stehen. Im Verlauf wurde eine Infektion mit einem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Aktuell steigen die Fallzahlen weiter an und es sind vereinzelt Todesfälle aufgetreten. Zudem wurden Erkrankungen in der Provinz Guangdong und Peking sowie in Thailand, Japan, Südkorea und Taiwan dokumentiert. Verdachtsfälle bestehen innerhalb Chinas in Guanxi, Shanghai, Shandong, Sichuan und Yunnan sowie außerhalb Chinas in Australien und den Philippinen. Die Quelle und Übertragungswege der Infektion sind nicht abschließend geklärt, es scheint jedoch eine eingeschränkte Übertragung von Mensch zu Mensch zu geben. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt.
Also keine klare Reisewarnung.
Das ist lächerlich angesichts der bisherigen Entwicklung.
Von Reisen nach Wuhan sollte dringend abgeraten werden; was Reisen nach China selbst angeht, so muss die weitere Ausbreitung der Epidemie – und um eine solche handelt es sich – abgewartet werden.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bevor die ersten Krankheitsfälle auch in Deutschland auftreten.
onlinedienst - 22. Jan, 15:53 Article 268x read