EU-Afrika Gipfel in Brüssel: Der Zug ist längst nach China abgefahren
Dr. Alexander von Paleske 3-4-2014 ---
Mit grossem Trara findet in Brüssel zur Zeit der EU-Afrika Gipfel l statt.

Delegationen aus insgesamt 90 Ländern treffen sich dort, in den Medien sind Schlagzeilen zu lesen wie:
„Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte aus China - Deutschland setzt große Hoffnungen in den Afrika-Gipfel der EU“
oder
„EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten“.
Falsches Bild
Diese Schlagzeilen vermitteln ein völlig falsches Bild von der Realität.
Zunächst einmal ist das wirtschaftlich stärkste Land Afrika, die Republik Südafrika gar nicht mit ihrem Staatspräsidenten Jacob Zuma vertreten.
Kein Visum für die Präsidentengattin
Staatspräsident Zuma hatte kurzfristig abgesagt, nachdem der Staatspräsident des Nachbarlandes Zimbabwe, Robert Mugabe, seine Teilnahme abgesagt hatte. Der Grund: seine Ehefrau, Grace Mugabe, hatte kein Einreisevisum erhalten.

Präsident Mugabe ......kein Visum für die Gattin
Mugabe ist zur Zeit Präsident der Staatengemeinschaft Afrikas, AU. Gegen Simbabwe waren vor 14 Jahren Sanktionen verhängt worden, nachdem die Regierung Mugabe ein gewaltsames Landenteignungs-Programm gegen weisse Farmer gestartet hatte, deren Mehrheit britischer Abstammung war.
Die von der EU im Jahre 2000 verhängten Sanktionen, auf Betreiben der Blair-Regierung Grossbritanniens zustandegekommen, beinhalteten auch ein Einreiseverbot für führende Mitglieder der Regierungspartei ZANU-PF in die EU.
Aussenpolitische Dummheit
Diese aussenpolitische Dummheit – anders lässt sich dieser Schritt kaum bezeichnen - änderte natürlich nichts an der Landreform, lieferte der Regierung Mugabe aber reichlich Argumente, die eigene Misswirtschaft als Folge der Sanktionen darzustellen.
Dabei sollte natürlich auch nicht unerwähnt bleiben, dass Sanktionen seinerzeit gegen das menschenverachtende und brutale Apartheidregime in Südafrika seitens der EU nie verhängt worden waren, im Gegenteil: die britische Premierministerin Margaret Thatcher beschimpfte den inhaftierten Freiheitskämpfer Nelson Mandela als Terroristen.
Mehr noch: Mugabe leidet nach Medienberichten an metastatsiertem Prostata-Karzinom. Um den Gesundheitszustand des 90-jährigen Regierungschefs steht es also keineswegs rosig. Er verreist grundsätzlich nur noch in Begleitung seiner Frau.
Unter diesen Umständen das Visum zu verweigern, kann kaum Verständnis hervorrufen.
Bessere Karten längst verspielt
Auch die Schlagzeile
„ EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten“
geht an der Realität glatt vorbei.
Europa hat die besseren Karten auf dem afrikanischen Kontinent in den vergangenen 20 Jahren an China verloren.
Grosse Infrastrukturprojekte, einstmals die Domäne europäischer Konzerne, werden längst von China durchgezogen, mit Hilfe von günstigen Krediten, flankiert von einer strikten Politik der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder.
Ob es sich um Eisenbahnlinien, wie die Rehabilitierung der Benguela-Eisenbahn in Angola, oder um den Neubau einer Eisenbahnlinie in Ostafrika handelt, den Neubau von Flughäfen und Strassen in Botswana, überall sind chinesische Firmen am Werk. In den meisten Ländern Afrikas hat China die EU längst abgehängt..
Im Gegenzug Rohstoffe
Im Gegenzug liefert das rohstoffreiche Afrika an China die dringend benötigten Rohstoffe, und China wiederum überschwemmt den afrikanischen Markt mit Billigprodukten.
Insofern ist die Schlagzeile
„Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte“
zwar zutreffend, aber zugleich irreführend.
Natürlich würden Afrikaner gerne hochqualitative Waren aus der EU kaufen, Hugo Boss statt Jin Jong, aber die Kaufkraft reicht dazu kaum aus.
So bleibt es bei Luxuskarossen für die Elite, die gerne Mercedes oder BMW fahren, der Rest kommt dann aus China..
Europa Addio, wie wir schon in früheren Artikeln dargelegt haben, daran wird auch der Gipfel in Brüssel wenig ändern..
China und Afrika
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Mit grossem Trara findet in Brüssel zur Zeit der EU-Afrika Gipfel l statt.

Delegationen aus insgesamt 90 Ländern treffen sich dort, in den Medien sind Schlagzeilen zu lesen wie:
„Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte aus China - Deutschland setzt große Hoffnungen in den Afrika-Gipfel der EU“
oder
„EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten“.
Falsches Bild
Diese Schlagzeilen vermitteln ein völlig falsches Bild von der Realität.
Zunächst einmal ist das wirtschaftlich stärkste Land Afrika, die Republik Südafrika gar nicht mit ihrem Staatspräsidenten Jacob Zuma vertreten.
Kein Visum für die Präsidentengattin
Staatspräsident Zuma hatte kurzfristig abgesagt, nachdem der Staatspräsident des Nachbarlandes Zimbabwe, Robert Mugabe, seine Teilnahme abgesagt hatte. Der Grund: seine Ehefrau, Grace Mugabe, hatte kein Einreisevisum erhalten.

Präsident Mugabe ......kein Visum für die Gattin
Mugabe ist zur Zeit Präsident der Staatengemeinschaft Afrikas, AU. Gegen Simbabwe waren vor 14 Jahren Sanktionen verhängt worden, nachdem die Regierung Mugabe ein gewaltsames Landenteignungs-Programm gegen weisse Farmer gestartet hatte, deren Mehrheit britischer Abstammung war.
Die von der EU im Jahre 2000 verhängten Sanktionen, auf Betreiben der Blair-Regierung Grossbritanniens zustandegekommen, beinhalteten auch ein Einreiseverbot für führende Mitglieder der Regierungspartei ZANU-PF in die EU.
Aussenpolitische Dummheit
Diese aussenpolitische Dummheit – anders lässt sich dieser Schritt kaum bezeichnen - änderte natürlich nichts an der Landreform, lieferte der Regierung Mugabe aber reichlich Argumente, die eigene Misswirtschaft als Folge der Sanktionen darzustellen.
Dabei sollte natürlich auch nicht unerwähnt bleiben, dass Sanktionen seinerzeit gegen das menschenverachtende und brutale Apartheidregime in Südafrika seitens der EU nie verhängt worden waren, im Gegenteil: die britische Premierministerin Margaret Thatcher beschimpfte den inhaftierten Freiheitskämpfer Nelson Mandela als Terroristen.
Mehr noch: Mugabe leidet nach Medienberichten an metastatsiertem Prostata-Karzinom. Um den Gesundheitszustand des 90-jährigen Regierungschefs steht es also keineswegs rosig. Er verreist grundsätzlich nur noch in Begleitung seiner Frau.
Unter diesen Umständen das Visum zu verweigern, kann kaum Verständnis hervorrufen.
Bessere Karten längst verspielt
Auch die Schlagzeile
„ EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten“
geht an der Realität glatt vorbei.
Europa hat die besseren Karten auf dem afrikanischen Kontinent in den vergangenen 20 Jahren an China verloren.
Grosse Infrastrukturprojekte, einstmals die Domäne europäischer Konzerne, werden längst von China durchgezogen, mit Hilfe von günstigen Krediten, flankiert von einer strikten Politik der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder.
Ob es sich um Eisenbahnlinien, wie die Rehabilitierung der Benguela-Eisenbahn in Angola, oder um den Neubau einer Eisenbahnlinie in Ostafrika handelt, den Neubau von Flughäfen und Strassen in Botswana, überall sind chinesische Firmen am Werk. In den meisten Ländern Afrikas hat China die EU längst abgehängt..
Im Gegenzug Rohstoffe
Im Gegenzug liefert das rohstoffreiche Afrika an China die dringend benötigten Rohstoffe, und China wiederum überschwemmt den afrikanischen Markt mit Billigprodukten.
Insofern ist die Schlagzeile
„Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte“
zwar zutreffend, aber zugleich irreführend.
Natürlich würden Afrikaner gerne hochqualitative Waren aus der EU kaufen, Hugo Boss statt Jin Jong, aber die Kaufkraft reicht dazu kaum aus.
So bleibt es bei Luxuskarossen für die Elite, die gerne Mercedes oder BMW fahren, der Rest kommt dann aus China..
Europa Addio, wie wir schon in früheren Artikeln dargelegt haben, daran wird auch der Gipfel in Brüssel wenig ändern..
China und Afrika













onlinedienst - 3. Apr, 10:23 Article 3425x read