Geld stinkt nicht: Wie westliche Politker das korrupte und brutale Regime in Kasachstan hofierten, und von ihm profitierten
Dr. Alexander von Paleske —– 10.1. 2022 ——-
In Kasachstan herrscht eine Art Bürgerkrieg. Zentrum der Auseinandersetzungen ist die Millionenstadt Almaty. Polizei und Militär, verstärkt durch Truppen aus Russland und GUS-Staaten, haben vom Präsidenten Kassym-Jomart Tokajew die Anweisung bekommen, sofort – also ohne vorherige Warnung – mit scharfer Munition auf Demonstranten zu schiessen.
Die Bevölkerung Kasachstans begehrt auf, sie hat offenbar genug davon, dass die Reichtümer des Landes, also Rohstoffe wie Oel, Gas und Uran, nicht der Bevölkerung zugute kamen und kommen, sondern einer korrupten Clique um den ehemaligen Präsidenten Kasachstans, Nursulatan Nasarbajew, der auch weiter im Hintergrund die Fäden zieht. Eine Clique, die sich schamlos an den Einkünften aus Rohstoffen bereicherte, und sie zum Teil auf westlichen Bankkonten bunkerte, oder in Immobilien im westlichen Ausland steckte.
Zu den Hofierern und/oder Partizipanten westlicher Coleur gehörten:
- Die ehemalige Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel
- Der ehemalige austrische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
- Der ehemalige Deutsche Bundesprätsident Horst Köhler
- Der ehemalige Bundesaussenminister Hans- Dietrich
Genscher
- Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder
- Der ehemalige Innenminister Otto Schily
- Der ehemalige US Präsident Bill Clinton
- Der ehemalige US Vizeprätsident Dick Cheney
- Der ehemalige US Aussenminister Henry Kissinger
- Der ehemalige US Geheimdienstchef George Tenet
- Der ehemalige EU Präsident Romano Prodi
- Der ehemalige britische Premier Tony Blair
Viele Besucher aus dem Westen und mehr
Von vielen hochanständigen und hochrangigen Politikern des Westens erhielt Nursultan Nasarbajew Besuch, obgleich keineswegs ein Demokrat, ganz im Gegenteil:
– der behauptete, er werde von seinen Untertanen abgöttisch geliebt, und es deshalb schaffte, mit 95% der Wählerstimmen immer wiedergewählt zu werden.
– der im Amt – wohl kaum durch harte Arbeit – ein steinreicher Mann geworden war, dessen Vermögen bereits vor Jahren auf rund 14 Milliarden Euro geschätzt wurde.
– der 2011 gegen tausende streikende Arbeiter seine brutale Polizei einsetzte, die 17 Streikende erschoss.
– der unerbittlich gegen die Opposition im eigenen Lande vorging wozu auch Folter, Entführungen und Morde gehörten,
– so wie am 31.1.2007 die Bankmanager Scholdas Timralijew und Aibar Chanesow verschwanden und tot aufgefunden wurden. Später stellte sich heraus, dass es sich um Entführungen gefolgt von Morden nach ausgiebiger Folter handelte.Verantworlich war sein Schwiegersohn Rachat Alijew, Geheimdienstchef, bevor er sich mit seinem Schwiegervater Nursultan zerstritt, und sich in den Westen nach Oesterreich absetzte, worauf Nursultan Nasarbajew seine Festnahme und Auslieferung nach Kasachstan verlangte.

Richat Alijev - 1952 - 2015
Ein Ex-Minister als PR-Mann
Der ehemalige Strafverteidiger, Grüne Bundestagsabgeordnete und spätere SPD-Justizminister Otto Schily, bekannt als Verteidiger von RAF Mitgliedern, und später für seinen drakonischen “Otto Katalog” , liess sich gegen ein üppiges Beratergehalt (angeblich mehrere Hunderttausend Euro) gerne verpflichten, seine umfangreichen Verbindungen für eine gute PR von Kasachstans Regierung zu nutzen, aber auch für die Auslieferung Alijews in seine Heimat Kasachstan sich energisch einzusetzen.
Schily war Teil des “Teams Operation“: Dort fanden sich ehemalige Strafverfolger aber auch Politiker, die international Druck machen sollten zur Festnahme und Auslieferung des ehemaligen Schwiegersohns Alijew.

1968 - Als Verteidiger von Gudrun Ensslin
Die Operetten-Groupies
Die andere Seite der Auslandsaktivitäten für Nasarbajew war das “Team Operette”: ein Kreis hochmögender Politiker, die in diese Operettenveranstaltung eingetreten waren, oder zumindest es ernsthaft überlegt hatten, wie Horst Köhler und Gerhard Schröder beide dann kurz vor Vertragsabschluss aber wieder abgesprungen waren..
Der Britische Ex- Premier Tony Blair kassierte offenbar 9 Millionen Euro für „anstrengende“ Beratung in Wirtschaftsfragen.

SPIEGEL vom13.6. 2015
Teamorganisator dieser VIP-Operettengesellschaft war der ehemalige austrische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Spitzname: Don Alfredo Gruselbauer, der hier mehrfach portraitiert, und spöttisch als “Sumpfblüte aus dem austrischen Skandalbiotop” bezeichnet wurd. Details seines aufregenden, langen und abwechslungsreichen Lebenslaufs sehe hier.
Auch ohne offensichtliche eigene pekuniäre Interessen,
Aber auch Politiker, die keine offensichtlichen unmittelbaren pekuniären Interessen hatten, sprachen gut über – oder besuchten sogar – Kasachstans Autokraten:
– Der ehemalige Bundesaussenminister Hans-Dietrich Genscher , der sich mit Nasarbajew anlässlich dessen Staatsbesuchs 2012 in Deutschland in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik traf.
Originalton Genschers:
„Mich hat beeindruckt, mit welcher Klarheit Sie den Weg ihres Landes vorgezeichnet haben.“
– der ehemalige US- Vizepräsident Dick Cheney
– der ehemalige US-Aussenminister Henry Kissinger..
– der ehemalige US-Geheimdienstchef George Tenet
– Angela Merkel hatte wiederum keine Probleme, Nursultan 2012 zu einem Staatsbesuch nach Deutschland einzuladen. Wie schön.
Nasarbajew auf Staatsbesuch in Deutschland 2012

Nursultan, Merkel - Staatsbesuch in Deutschland 2012 - Screenshot Dr. v. Paleske
Alle störte keineswegs Nasarbajews grosse Demokratieferne..
Ein besonderer Gast
Ein “besonderer” Besuch muss jedoch herausgehoben werden: der des Ex-US-Präsidenten Bill Clinton im Jahre 2005.
Clinton hatte im Schlepptau den US-Kanadischen Milliardär Frank Giustra, oder soll man es eher umgekehrt sagen: Giustra hatte Clinton im Schlepptau. Clinton half Giusta durch pure Anwesenheit und Schmeicheleien den Zuschlag zur Ausbeutung der Uranminen Kasachstans zu bekommen- gegen erbitterte Konkurrenz . Bei dieser Gelegenheit lobte Clinton gegenueber Nasarbajew die “Verbesserung” der Menschenrechte dort, was die Vertragsanbahnung sicherlich nicht erschwerte, ganz im Gegenteil!. Details dieses erbärmlichen Deals siehe hier,
Giustra zeigte sich anschliessend erkenntlich, und transferierte Millionen US-Dollar an Bill Clintons Stiftung.

Wunderbare Freundschaft, Giustra (r) Clinton (m)
Angesichts des Geschreis über die Massnahmen des Nasarbajew-Nachfolgers – Nursultan zog ja weiterhin im Hintergrund die Strippen – sollte diese unerquickliche Vorgeschichte keineswegs unerwähnt bleiben.
Die Politische Heuchelei – und bei einigen offenbar die blanke Gier nach Geld – sind auch als Falschmünzen der Politik gut im Umlauf bei westlichen Politikern und Ex-Politikern.
BILD fordert Attacke
Nun fordert BILD am 8.1. 2022, die aussenpolitische Moralapostolin und Aussenministerin Annalena Baebock müsse jetzt gegenueber Kasachstans Herrscher in Aktion treten, zumal der russische Präsident Putin einen Generals-Schlächter mit seinen Soldaten nach Kasachstan entsandt habe.
Frau Baerbock aber schweigt bisher – wertegeleitetes Schweigen – denn Kasachstan gehört zu den Ländern – wie die Ukraine – die gerne ihre Beziehungen zur EU verbessern möchten im Rahmen der Ost-Erweiterungs-Initiative der EU.
Kurzum, wie heisst es doch: Wer Wind sät, der wird Sturm ernten, oder anders: wer den Wind mit anfacht, der sollte sich über den aufziehenden Sturm dann nicht beschweren.
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Zu den Hofierern und/oder Partizipanten westlicher Coleur gehörten:
- Die ehemalige Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel
- Der ehemalige austrische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
- Der ehemalige Deutsche Bundesprätsident Horst Köhler
- Der ehemalige Bundesaussenminister Hans- Dietrich
Genscher
- Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder
- Der ehemalige Innenminister Otto Schily
- Der ehemalige US Präsident Bill Clinton
- Der ehemalige US Vizeprätsident Dick Cheney
- Der ehemalige US Aussenminister Henry Kissinger
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- Der ehemalige EU Präsident Romano Prodi
- Der ehemalige britische Premier Tony Blair
Viele Besucher aus dem Westen und mehr
Von vielen hochanständigen und hochrangigen Politikern des Westens erhielt Nursultan Nasarbajew Besuch, obgleich keineswegs ein Demokrat, ganz im Gegenteil:
– der behauptete, er werde von seinen Untertanen abgöttisch geliebt, und es deshalb schaffte, mit 95% der Wählerstimmen immer wiedergewählt zu werden.
– der im Amt – wohl kaum durch harte Arbeit – ein steinreicher Mann geworden war, dessen Vermögen bereits vor Jahren auf rund 14 Milliarden Euro geschätzt wurde.
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– so wie am 31.1.2007 die Bankmanager Scholdas Timralijew und Aibar Chanesow verschwanden und tot aufgefunden wurden. Später stellte sich heraus, dass es sich um Entführungen gefolgt von Morden nach ausgiebiger Folter handelte.Verantworlich war sein Schwiegersohn Rachat Alijew, Geheimdienstchef, bevor er sich mit seinem Schwiegervater Nursultan zerstritt, und sich in den Westen nach Oesterreich absetzte, worauf Nursultan Nasarbajew seine Festnahme und Auslieferung nach Kasachstan verlangte.

Richat Alijev - 1952 - 2015
Ein Ex-Minister als PR-Mann
Der ehemalige Strafverteidiger, Grüne Bundestagsabgeordnete und spätere SPD-Justizminister Otto Schily, bekannt als Verteidiger von RAF Mitgliedern, und später für seinen drakonischen “Otto Katalog” , liess sich gegen ein üppiges Beratergehalt (angeblich mehrere Hunderttausend Euro) gerne verpflichten, seine umfangreichen Verbindungen für eine gute PR von Kasachstans Regierung zu nutzen, aber auch für die Auslieferung Alijews in seine Heimat Kasachstan sich energisch einzusetzen.
Schily war Teil des “Teams Operation“: Dort fanden sich ehemalige Strafverfolger aber auch Politiker, die international Druck machen sollten zur Festnahme und Auslieferung des ehemaligen Schwiegersohns Alijew.

1968 - Als Verteidiger von Gudrun Ensslin
Die Operetten-Groupies
Die andere Seite der Auslandsaktivitäten für Nasarbajew war das “Team Operette”: ein Kreis hochmögender Politiker, die in diese Operettenveranstaltung eingetreten waren, oder zumindest es ernsthaft überlegt hatten, wie Horst Köhler und Gerhard Schröder beide dann kurz vor Vertragsabschluss aber wieder abgesprungen waren..
Der Britische Ex- Premier Tony Blair kassierte offenbar 9 Millionen Euro für „anstrengende“ Beratung in Wirtschaftsfragen.

SPIEGEL vom13.6. 2015
Teamorganisator dieser VIP-Operettengesellschaft war der ehemalige austrische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Spitzname: Don Alfredo Gruselbauer, der hier mehrfach portraitiert, und spöttisch als “Sumpfblüte aus dem austrischen Skandalbiotop” bezeichnet wurd. Details seines aufregenden, langen und abwechslungsreichen Lebenslaufs sehe hier.
Auch ohne offensichtliche eigene pekuniäre Interessen,
Aber auch Politiker, die keine offensichtlichen unmittelbaren pekuniären Interessen hatten, sprachen gut über – oder besuchten sogar – Kasachstans Autokraten:
– Der ehemalige Bundesaussenminister Hans-Dietrich Genscher , der sich mit Nasarbajew anlässlich dessen Staatsbesuchs 2012 in Deutschland in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik traf.
Originalton Genschers:
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– der ehemalige US-Aussenminister Henry Kissinger..
– der ehemalige US-Geheimdienstchef George Tenet
– Angela Merkel hatte wiederum keine Probleme, Nursultan 2012 zu einem Staatsbesuch nach Deutschland einzuladen. Wie schön.
Nasarbajew auf Staatsbesuch in Deutschland 2012

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Ein “besonderer” Besuch muss jedoch herausgehoben werden: der des Ex-US-Präsidenten Bill Clinton im Jahre 2005.
Clinton hatte im Schlepptau den US-Kanadischen Milliardär Frank Giustra, oder soll man es eher umgekehrt sagen: Giustra hatte Clinton im Schlepptau. Clinton half Giusta durch pure Anwesenheit und Schmeicheleien den Zuschlag zur Ausbeutung der Uranminen Kasachstans zu bekommen- gegen erbitterte Konkurrenz . Bei dieser Gelegenheit lobte Clinton gegenueber Nasarbajew die “Verbesserung” der Menschenrechte dort, was die Vertragsanbahnung sicherlich nicht erschwerte, ganz im Gegenteil!. Details dieses erbärmlichen Deals siehe hier,
Giustra zeigte sich anschliessend erkenntlich, und transferierte Millionen US-Dollar an Bill Clintons Stiftung.

Wunderbare Freundschaft, Giustra (r) Clinton (m)
Angesichts des Geschreis über die Massnahmen des Nasarbajew-Nachfolgers – Nursultan zog ja weiterhin im Hintergrund die Strippen – sollte diese unerquickliche Vorgeschichte keineswegs unerwähnt bleiben.
Die Politische Heuchelei – und bei einigen offenbar die blanke Gier nach Geld – sind auch als Falschmünzen der Politik gut im Umlauf bei westlichen Politikern und Ex-Politikern.
BILD fordert Attacke
Nun fordert BILD am 8.1. 2022, die aussenpolitische Moralapostolin und Aussenministerin Annalena Baebock müsse jetzt gegenueber Kasachstans Herrscher in Aktion treten, zumal der russische Präsident Putin einen Generals-Schlächter mit seinen Soldaten nach Kasachstan entsandt habe.
Frau Baerbock aber schweigt bisher – wertegeleitetes Schweigen – denn Kasachstan gehört zu den Ländern – wie die Ukraine – die gerne ihre Beziehungen zur EU verbessern möchten im Rahmen der Ost-Erweiterungs-Initiative der EU.
Kurzum, wie heisst es doch: Wer Wind sät, der wird Sturm ernten, oder anders: wer den Wind mit anfacht, der sollte sich über den aufziehenden Sturm dann nicht beschweren.
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