In der Schweiz sind Cyber-Dschihadisten aktiv
SF - Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat 2011 seinen Kampf gegen extremistische Internetseiten verstärkt. Resultate zeigen: Auch die Schweiz ist Tummelplatz von sogenannten Cyber-Dschihadisten. Aber nicht nur religiöse Fanatiker bedienen sich des Internets – auch der Menschenhandel ist vermehrt vertreten.
Das Fedpol hat zur Bekämpfung extremistischer Internetseiten gar eine eigene Abteilung geschaffen. Wie das Fedpol in seinem Jahresbericht schreibt, kümmern sich seit Anfang 2011 sechs Experten um dieses spezielle Internet-Monitoring, darunter Islamwissenschafter, Orientalisten, Informatik-Spezialisten und Polizisten.
Ziel ist es, auf den Webseiten allfällige in der Schweiz verübte oder geplante strafbare Handlungen zu entdecken, etwa Gewaltdarstellungen, Drohungen, das Herstellen, Verbergen oder Weitergeben von Sprengstoffen und giftigen Gasen oder auch die öffentliche Aufforderung zur Gewalt.
Fedpol hält sich bedeckt
Die Internet-Überwachung habe auch schon zu Ergebnissen geführt, heisst es in dem Bericht. Das Fedpol habe mehrere Vorermittlungen gegen einschlägige Internetseiten respektive deren Betreiber eingeleitet. Die Ermittlungserfolge zeigten, dass auch in der Schweiz so genannte Cyber-Dschihadisten aktiv seien.
Die Überwachung der Internetaktivitäten von radikalen, meist dschihadistischen Webseiten wurde mit einer neu geschaffenen Abteilung verstärkt.
Detailliertere Angaben zu Anzahl und Art der Fahndungserfolge enthält der Bericht keine. Erwähnt wird lediglich der Fall eines zum Islam konvertierten Schweizers, der im Internet mit einem Gesinnungsgenossen einen Anschlag auf eine US-Einrichtung in einem Nachbarstaat erörtert haben soll. Eine Hausdurchsuchung und die Einvernahme konnten den Verdacht auf Vorbereitungshandlungen für Sprengstoffdelikte jedoch nicht erhärten.
Mafia als Herausforderung
Bei ihren Ermittlungen arbeitet die neue Abteilung auch eng mit dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zusammen, der sein Monitoring ebenfalls ausgebaut hat. Die Überwachung im Internet bezeichnet das Fedpol als «zentrale Herausforderung» für die Polizeiarbeit. Die technische Entwicklung verlaufe rasant und biete immer ausgefeiltere Möglichkeiten zur Verschleierung und Beweisvereitelung.
Dieses Problem stellt sich auch in anderen Gebieten der Kriminalitätsbekämpfung, etwa der Pädokriminalität oder der herkömmlichen Internetkriminalität. Hier sei eine Professionalisierung mit zunehmender Arbeitsteilung festzustellen, schreibt das Fedpol.
Als grosse Herausforderung bezeichnet das Bundesamt auch den Kampf gegen die organisierte Kriminalität, mit einer verstärkten Präsenz italienischer Mafiaorganisationen wie der 'Ndrangheta, oder den Menschenschmuggel und Menschenhandel.
Menschenschmuggel vermehrt über Balkan
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2010 hat sich die Lage beim Menschenhandel und -schmuggel stabilisiert. Insgesamt gingen letztes Jahr 3860 Meldungen ein (Vorjahr 4281), die in 626 Falldossiers zusammengeführt wurden. 274 Fallgruppen betrafen Menschenschmuggel und 222 Menschenhandel.
Im Vordergrund stehen beim Menschenhandel vor allem Frauen, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in die Schweiz gebracht werden. Beim Gros dieser Opfer handelt es sich um Roma-Frauen, die aus Bulgarien und Rumänien kommen.
Beim Menschenschmuggel ist laut Fedpol-Angaben im letzten Jahr eine Verlagerung der Schleuseraktivitäten auf die Balkanroute festgestellt worden. Auch habe die Schleusung über den Luftweg zugenommen, insbesondere über Flüge aus den griechischen Städten Athen und Thessaloniki.
Allein die Swiss habe aufgrund ihrer Kontrollen an griechischen Flughäfen im Berichtsjahr 1300 Personen den Abflug verweigert, weil gefälschte Reisedokumente präsentiert wurden. Solche Dokumente werden von kriminellen Organisationen angeboten.
Das Fedpol hat zur Bekämpfung extremistischer Internetseiten gar eine eigene Abteilung geschaffen. Wie das Fedpol in seinem Jahresbericht schreibt, kümmern sich seit Anfang 2011 sechs Experten um dieses spezielle Internet-Monitoring, darunter Islamwissenschafter, Orientalisten, Informatik-Spezialisten und Polizisten.
Ziel ist es, auf den Webseiten allfällige in der Schweiz verübte oder geplante strafbare Handlungen zu entdecken, etwa Gewaltdarstellungen, Drohungen, das Herstellen, Verbergen oder Weitergeben von Sprengstoffen und giftigen Gasen oder auch die öffentliche Aufforderung zur Gewalt.
Fedpol hält sich bedeckt
Die Internet-Überwachung habe auch schon zu Ergebnissen geführt, heisst es in dem Bericht. Das Fedpol habe mehrere Vorermittlungen gegen einschlägige Internetseiten respektive deren Betreiber eingeleitet. Die Ermittlungserfolge zeigten, dass auch in der Schweiz so genannte Cyber-Dschihadisten aktiv seien.
Die Überwachung der Internetaktivitäten von radikalen, meist dschihadistischen Webseiten wurde mit einer neu geschaffenen Abteilung verstärkt.
Detailliertere Angaben zu Anzahl und Art der Fahndungserfolge enthält der Bericht keine. Erwähnt wird lediglich der Fall eines zum Islam konvertierten Schweizers, der im Internet mit einem Gesinnungsgenossen einen Anschlag auf eine US-Einrichtung in einem Nachbarstaat erörtert haben soll. Eine Hausdurchsuchung und die Einvernahme konnten den Verdacht auf Vorbereitungshandlungen für Sprengstoffdelikte jedoch nicht erhärten.
Mafia als Herausforderung
Bei ihren Ermittlungen arbeitet die neue Abteilung auch eng mit dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zusammen, der sein Monitoring ebenfalls ausgebaut hat. Die Überwachung im Internet bezeichnet das Fedpol als «zentrale Herausforderung» für die Polizeiarbeit. Die technische Entwicklung verlaufe rasant und biete immer ausgefeiltere Möglichkeiten zur Verschleierung und Beweisvereitelung.
Dieses Problem stellt sich auch in anderen Gebieten der Kriminalitätsbekämpfung, etwa der Pädokriminalität oder der herkömmlichen Internetkriminalität. Hier sei eine Professionalisierung mit zunehmender Arbeitsteilung festzustellen, schreibt das Fedpol.
Als grosse Herausforderung bezeichnet das Bundesamt auch den Kampf gegen die organisierte Kriminalität, mit einer verstärkten Präsenz italienischer Mafiaorganisationen wie der 'Ndrangheta, oder den Menschenschmuggel und Menschenhandel.
Menschenschmuggel vermehrt über Balkan
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2010 hat sich die Lage beim Menschenhandel und -schmuggel stabilisiert. Insgesamt gingen letztes Jahr 3860 Meldungen ein (Vorjahr 4281), die in 626 Falldossiers zusammengeführt wurden. 274 Fallgruppen betrafen Menschenschmuggel und 222 Menschenhandel.
Im Vordergrund stehen beim Menschenhandel vor allem Frauen, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in die Schweiz gebracht werden. Beim Gros dieser Opfer handelt es sich um Roma-Frauen, die aus Bulgarien und Rumänien kommen.
Beim Menschenschmuggel ist laut Fedpol-Angaben im letzten Jahr eine Verlagerung der Schleuseraktivitäten auf die Balkanroute festgestellt worden. Auch habe die Schleusung über den Luftweg zugenommen, insbesondere über Flüge aus den griechischen Städten Athen und Thessaloniki.
Allein die Swiss habe aufgrund ihrer Kontrollen an griechischen Flughäfen im Berichtsjahr 1300 Personen den Abflug verweigert, weil gefälschte Reisedokumente präsentiert wurden. Solche Dokumente werden von kriminellen Organisationen angeboten.
sfux - 21. Jun, 19:49 Article 5113x read