Lehren aus einem Afrikakrieg für den Ukrainekrieg
Dr. Alexander von Paleske —- 10.5. 2022 —–
Im Jahre 1999 voraussagte der damalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, zum 2. Krieg in der Demokratischen Republik Kongo, 1998-2003, der mehr als 3 Millionen Menschen direkt und als Kriegsfolge das Leben kosten sollte:
“Der Krieg wird erst dann aufhören, wenn beide Seiten erschöpft und kriegsmüde sind”.
Und genau so endete dieser 2. Kongokrieg, der erste Grosse Krieg in Afrika, mit einem von dem ehemaligen Präsidenten Botswanas, Quett Masire, vermittelten Frieden, dem Sun City Friedens-Abkommen. Ich habe ihn später dazu interviewt.
Dieser 2. Kongo-Krieg war ein “Proxy-War”, ein Stellvertreter-Krieg, an dem sich 6 weitere afrikanische Länder beteiligten (Simbabwe, Ruanda, Namibia, Uganda, Angola, Zentralafrikanische Republik).
Auf Seiten Ruandas und Ugandas finanzierten die USA und Grossbritannien das Gemetzel, auf Seiten der Demokratischen Republik Kongo und seiner Verbündeten war es Frankreich.
Der Krieg wurde in Europa kaum zur Kenntnis genommen, aber er hat einige Lehren auch für den Krieg in der Ukraine zu bieten:
Nicht Moralapostel mit kriegerischem Einschlag, , wie sie gerade in Deutschland, gerade auch unter den Grünen, jetzt reichlichst zu finden sind, sondern die Erschöpfung der Kriegsparteien brachten den Krieg zum Ende – und natürlich das beharrliche Bemühen des botswanischen Vermittlers, der nur ein Ziel hatte: dem Gemetzel, gleich von welcher Seite, ein Ende zu bereiten, und nicht moralisierend und Schuld- verteilend sich zu äussern.
Auch der Ukrainekrieg?
Auch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird möglicherweise – es sei denn es kommt zu einer Kriegsausweitung – erst dann zu Ende gehen, wenn die gesetzten Ziele nicht erreicht werden können und beide Kriegsparteien erschöpft sind.
Erste Anzeichen in Russland dafür gibt es bereits: Wer gestern die Ansprache des russischen Staatspräsidenten Putins aus Anlass des 77. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland gesehen hat, dem wird klar, dass Putin vor allem vieles nicht gesagt hat, was als Kriegseskalation erwartet worden war, er eher einen abgeschlagenen Eindruck hinterliess:
- Keine Kriegsziele mehr benannt
- Die Generalmobilmachung nicht angeordnet.
- Keine Rede von den usprünglichen Kriegsziel, die Regierung der Ukraine abzusetzen, und so das “Land von faschsitischen und drogensüchtigen Politikern zu befreien”.
Es blieb stattdessen bloss die Rechtfertigung eines mit einer behaupteten Bedrohungslage begonnenen Krieges, und die üblichen Tiraden gegen die NATO.
Russland Rückschlage kommen hinzu
Hinzu kommen die militärischen Rückschlage mit hohen Verlusten an Soldaten und Kriegsgerät:
- Die Offensive in Richtung Kiev ist dank der Widerstandskraft der ukrainischen Armee gescheitert.
- Die Offensive im Osten der Ukraine ist erst einmal steckengeblieben,
- Rückeroberung einiger Dörfer im Osten durch die ukrainische Armee
- Mehr als 15.000 gefallene russische Soldaten
- Etwa 600 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört.
Vom Verteidigungs- zum Stellvertreterkrieg
Die Verteidigungskrieg der Ukraine ist mittlerweile auf dem Weg zu einem Proxy-War, zu einem Stellvertreter-Krieg für den Westen mutiert, dessen Kriegsziele, von den USA bestimmt werden, wovon sich wiederum einige Politiker in Deutschland – wortreich und wenig überzeugend – zu distanzieren versuchen:
- Militärische Schwächung Russlands, sodass es keine Angriffskriege mehr führen kann, klar formuliert vom US Verteidigungsminister Austin, was letztendlich auch ein Uebergreifen des Krieges auf Russland selbst bedeutet, und dann möglicherweise auch noch mit von Deutschland geliefertem schweren Kriegsgerät.
- Regime change in Moskau, von US-Präsident Biden gefordert – der Irakkrieg 2003 lässt grüssen.
Schon schreitet Ukraines Präsident, am Tag der Erinnerung an die Kapitulation Deutschland am 8.5. 1945, der dort jetzt nicht mehr gefeiert wird, mit geschwellter Brust durch die Hauptstadt Kiev, und verspricht einen Sieg gegen Russland, während zu Beginn des Krieges er verzweifelt um ein Gespräch mit dem Russischen Präsidenten Putin nachsuchte.
Auch in Deutschland hoffen viele Politiker, sowie selbsternannte und ausgewiesene militärische Sachverständige, auf eine militärische Niederlage Russlands – was als ausserodentlich unwahrscheinlich gelten muss – ohne allerdings sich im geringsten darüber Gedanken zu machen, welche Konsequnzen das letztlich haben könnte, einschliesslich eines “failed state” mit permanentem Bürgerkrieg auf grosser oder kleiner Flamme, von denen wir nach militärischen Interventionen des Westens einige haben, wie z.B. Libyen, Syrien und den Irak.
Der wirtschaftliche Angriff
Der zweite Angriff des Westens auf Russland ist wirtschaftlicher Natur: die umfangreichen Sanktionen, um Russland zum Rückzug zu zwingen. Das können sie kurzfristig gar nicht, sondern – wenn überhaupt – nur auf mittlere und lange Sicht.
Diese Sanktionen haben aber das Potential für den wirtschaftlichen Kollaps Russlands, zwar nicht gleich, aber später – und dann für lange Zeit.
Zum Händereiben, wie es manche verantwortungslose und kurzsichtige Politiker in Deutschland bereits tun, besteht jedoch wenig Veranlassung: Dieser Wirtschaftskrieg dürfte enorme wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auch auf Deutschland haben – zusätzlich zu den Problemen bereits jetzt mit Inflation und Nachwirkungen der Corona-Pandemie – die ihrem vollen Umfang noch gar nicht abzusehen sind.
Dynamik in Richtung Grosser Krieg
Dieser Ukraine-Krieg hat aber ausserdem das Potential, eine Dynamik zu entfalten, in deren Verlauf nichts mehr ausgeschlossen werden kann:
- dass es auch Angriffe Russlands auf NATO-Mitglieder wie Polen gibt, mit denen die Nachschubwege getroffen werden sollen, und dann folgendem NATO-Kriegseintritt
- Der Einsatz taktischer Atomwaffen, also Gefechtsfeld-Atomwaffen, bei einer drohenden militärischen Niederlage Russlands. Auch das könnte und würde sicherlich militärische Gegenmassnahmen des Westen auslösen , und könnte schliesslich in einem Atomkrieg enden.
Wie soll der Krieg enden?
Dieses keineswegs ausgeschlossene Eskalationsrisiko wird systematisch von einschlägigen Medien z.B. aus dem Springer-Haus, aber auch von “Spezialisten” heruntergespielt.
Gefragt allerdings, wie der Krieg – abgesehen von der der nahezu ausgeschlossenen Niederlage und Kapitulation Russlands- beendet werden kann, haben sie nichts zu bieten. Gelegentlich heisst es, die Ukraine müsse in einer gestärkten Verhandlungsposition an den Verhandlungstisch gehen. Was das konkret bedeutet, bleibt jedoch im Dunkeln.
Auch wenn diese Spezialisten und Politiker es nicht offen zugeben: Sie sind der Auffassung, eine nahezu risikolose militärische Niederlage Russlands sei möglich – eine in der Tat gefährliche Narretei.
Und immer wieder wird betont, die Ukraine müsse das alles selber entscheiden. Mit anderen Worten: Wir liefern die Waffen und die Ukraine soll entscheiden, was mit ihnen passiert.
Ein Blick zurück
Der Besitz von Atomwaffen auf Seiten der rivalisierenden USA und Russland führte nach dem Ende des 2. Weltkriegs zum Kalten Krieg, aber keinesweg zum Verschwinden von “heissen”, also mit konventionellen Waffen ausgetragenen Kriegen um Einflussphären, und Zugang zu Rohstoffquellen (vor allem Oel). Erinnert sei z. B. An den Vietnamkrieg 1961-1975, den Angolakrieg von 1974-2002, mit Hunderttausenden von Toten,
Hinzu kamen nach dem Ende des Kalten Krieges der breits genannte 2. Kongokrieg, und zuletzt der Krieg in Syrien, wo die USA und ihre Verbündeten die Rebellen unterstützten, ja sogar als legitime Regierung anerkannten, und Russland auf Seiten des Assad-Regimes in die Kämpfe eingriff.. Genannt seien auch die Kriege in Libyen und dem Yemen.
Nun haben wir den ersten heissen Krieg während und nach nach dem Ende des Kalten Krieges, bei dem Russland direkt Kriegspartei ist – und Treibstofflager auf seinem Territorium bereits angegriffen wurden – mit allen Konsequenzen die sich daraus ergeben könnten.
Es kann daher kaum der Ukraine allein überlasssen werden, Bedingungen für einen Waffenstillstand, und die schemrzhaften Kompromisse für einen Frieden vorzuschlagen.
Hier müssen konkrete Vorschläge auch der Unterstützer der Ukraine auf den Tisch.
Fazit:
Der Ukrainekrieg droht bestenfalls als Abnutzungs-Zermürbungskrieg zu enden, schlimmstenfalls droht eine Ausweitung mit unabsehbaren Folgen. Beide Alternativen haben Tausende von Toten zur Folge, bei der zweiten Alternative droht auch noch ein Krieg mit Atomwaffen.
Detr einzig gangbare Weg, dieses Gemetzel zu beenden, ist ein unverzüglicher Waffenstillstand und Friedensverhandlungen. Moralisierer vom Schlage Baerbock und Hofreiter haben hier keinen Platz.
Der prominente Denker Pankaj Mishra, eine der wichtigsten Stimmen Indiens, sagte in einem SPIEGEL-Interview vom 30.4. 2022:
Alle müssen darüber nachdenken, welche Fehler sie gemacht haben. … Es ist wichtig zu fragen, wie wir in diese Lage gekommen sind, und was daraus zu lernen ist. Auf die Gegenwart zu schauen, und eine hochmoralische Haltung einzunehmen ist gefährlich. All die Gross- unmd Mittelmächte haben sich in ihrer Geschichte entsetzlicher Verbrechen schuldig gemacht. Von Sklaverei und Imperialismus bis hin zu Angriffskriegen und Völkermord. Tun wirr in diesem späten und entscheidenden Stadium der Geschichte der Welt nicht so, als wäre jemand unschuldig.
Wohl wahr.
Im Jahre 1999 voraussagte der damalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, zum 2. Krieg in der Demokratischen Republik Kongo, 1998-2003, der mehr als 3 Millionen Menschen direkt und als Kriegsfolge das Leben kosten sollte:
“Der Krieg wird erst dann aufhören, wenn beide Seiten erschöpft und kriegsmüde sind”.
Und genau so endete dieser 2. Kongokrieg, der erste Grosse Krieg in Afrika, mit einem von dem ehemaligen Präsidenten Botswanas, Quett Masire, vermittelten Frieden, dem Sun City Friedens-Abkommen. Ich habe ihn später dazu interviewt.
Dieser 2. Kongo-Krieg war ein “Proxy-War”, ein Stellvertreter-Krieg, an dem sich 6 weitere afrikanische Länder beteiligten (Simbabwe, Ruanda, Namibia, Uganda, Angola, Zentralafrikanische Republik).
Auf Seiten Ruandas und Ugandas finanzierten die USA und Grossbritannien das Gemetzel, auf Seiten der Demokratischen Republik Kongo und seiner Verbündeten war es Frankreich.
Der Krieg wurde in Europa kaum zur Kenntnis genommen, aber er hat einige Lehren auch für den Krieg in der Ukraine zu bieten:
Nicht Moralapostel mit kriegerischem Einschlag, , wie sie gerade in Deutschland, gerade auch unter den Grünen, jetzt reichlichst zu finden sind, sondern die Erschöpfung der Kriegsparteien brachten den Krieg zum Ende – und natürlich das beharrliche Bemühen des botswanischen Vermittlers, der nur ein Ziel hatte: dem Gemetzel, gleich von welcher Seite, ein Ende zu bereiten, und nicht moralisierend und Schuld- verteilend sich zu äussern.
Auch der Ukrainekrieg?
Auch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird möglicherweise – es sei denn es kommt zu einer Kriegsausweitung – erst dann zu Ende gehen, wenn die gesetzten Ziele nicht erreicht werden können und beide Kriegsparteien erschöpft sind.
Erste Anzeichen in Russland dafür gibt es bereits: Wer gestern die Ansprache des russischen Staatspräsidenten Putins aus Anlass des 77. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland gesehen hat, dem wird klar, dass Putin vor allem vieles nicht gesagt hat, was als Kriegseskalation erwartet worden war, er eher einen abgeschlagenen Eindruck hinterliess:
- Keine Kriegsziele mehr benannt
- Die Generalmobilmachung nicht angeordnet.
- Keine Rede von den usprünglichen Kriegsziel, die Regierung der Ukraine abzusetzen, und so das “Land von faschsitischen und drogensüchtigen Politikern zu befreien”.
Es blieb stattdessen bloss die Rechtfertigung eines mit einer behaupteten Bedrohungslage begonnenen Krieges, und die üblichen Tiraden gegen die NATO.
Russland Rückschlage kommen hinzu
Hinzu kommen die militärischen Rückschlage mit hohen Verlusten an Soldaten und Kriegsgerät:
- Die Offensive in Richtung Kiev ist dank der Widerstandskraft der ukrainischen Armee gescheitert.
- Die Offensive im Osten der Ukraine ist erst einmal steckengeblieben,
- Rückeroberung einiger Dörfer im Osten durch die ukrainische Armee
- Mehr als 15.000 gefallene russische Soldaten
- Etwa 600 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört.
Vom Verteidigungs- zum Stellvertreterkrieg
Die Verteidigungskrieg der Ukraine ist mittlerweile auf dem Weg zu einem Proxy-War, zu einem Stellvertreter-Krieg für den Westen mutiert, dessen Kriegsziele, von den USA bestimmt werden, wovon sich wiederum einige Politiker in Deutschland – wortreich und wenig überzeugend – zu distanzieren versuchen:
- Militärische Schwächung Russlands, sodass es keine Angriffskriege mehr führen kann, klar formuliert vom US Verteidigungsminister Austin, was letztendlich auch ein Uebergreifen des Krieges auf Russland selbst bedeutet, und dann möglicherweise auch noch mit von Deutschland geliefertem schweren Kriegsgerät.
- Regime change in Moskau, von US-Präsident Biden gefordert – der Irakkrieg 2003 lässt grüssen.
Schon schreitet Ukraines Präsident, am Tag der Erinnerung an die Kapitulation Deutschland am 8.5. 1945, der dort jetzt nicht mehr gefeiert wird, mit geschwellter Brust durch die Hauptstadt Kiev, und verspricht einen Sieg gegen Russland, während zu Beginn des Krieges er verzweifelt um ein Gespräch mit dem Russischen Präsidenten Putin nachsuchte.
Auch in Deutschland hoffen viele Politiker, sowie selbsternannte und ausgewiesene militärische Sachverständige, auf eine militärische Niederlage Russlands – was als ausserodentlich unwahrscheinlich gelten muss – ohne allerdings sich im geringsten darüber Gedanken zu machen, welche Konsequnzen das letztlich haben könnte, einschliesslich eines “failed state” mit permanentem Bürgerkrieg auf grosser oder kleiner Flamme, von denen wir nach militärischen Interventionen des Westens einige haben, wie z.B. Libyen, Syrien und den Irak.
Der wirtschaftliche Angriff
Der zweite Angriff des Westens auf Russland ist wirtschaftlicher Natur: die umfangreichen Sanktionen, um Russland zum Rückzug zu zwingen. Das können sie kurzfristig gar nicht, sondern – wenn überhaupt – nur auf mittlere und lange Sicht.
Diese Sanktionen haben aber das Potential für den wirtschaftlichen Kollaps Russlands, zwar nicht gleich, aber später – und dann für lange Zeit.
Zum Händereiben, wie es manche verantwortungslose und kurzsichtige Politiker in Deutschland bereits tun, besteht jedoch wenig Veranlassung: Dieser Wirtschaftskrieg dürfte enorme wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auch auf Deutschland haben – zusätzlich zu den Problemen bereits jetzt mit Inflation und Nachwirkungen der Corona-Pandemie – die ihrem vollen Umfang noch gar nicht abzusehen sind.
Dynamik in Richtung Grosser Krieg
Dieser Ukraine-Krieg hat aber ausserdem das Potential, eine Dynamik zu entfalten, in deren Verlauf nichts mehr ausgeschlossen werden kann:
- dass es auch Angriffe Russlands auf NATO-Mitglieder wie Polen gibt, mit denen die Nachschubwege getroffen werden sollen, und dann folgendem NATO-Kriegseintritt
- Der Einsatz taktischer Atomwaffen, also Gefechtsfeld-Atomwaffen, bei einer drohenden militärischen Niederlage Russlands. Auch das könnte und würde sicherlich militärische Gegenmassnahmen des Westen auslösen , und könnte schliesslich in einem Atomkrieg enden.
Wie soll der Krieg enden?
Dieses keineswegs ausgeschlossene Eskalationsrisiko wird systematisch von einschlägigen Medien z.B. aus dem Springer-Haus, aber auch von “Spezialisten” heruntergespielt.
Gefragt allerdings, wie der Krieg – abgesehen von der der nahezu ausgeschlossenen Niederlage und Kapitulation Russlands- beendet werden kann, haben sie nichts zu bieten. Gelegentlich heisst es, die Ukraine müsse in einer gestärkten Verhandlungsposition an den Verhandlungstisch gehen. Was das konkret bedeutet, bleibt jedoch im Dunkeln.
Auch wenn diese Spezialisten und Politiker es nicht offen zugeben: Sie sind der Auffassung, eine nahezu risikolose militärische Niederlage Russlands sei möglich – eine in der Tat gefährliche Narretei.
Und immer wieder wird betont, die Ukraine müsse das alles selber entscheiden. Mit anderen Worten: Wir liefern die Waffen und die Ukraine soll entscheiden, was mit ihnen passiert.
Ein Blick zurück
Der Besitz von Atomwaffen auf Seiten der rivalisierenden USA und Russland führte nach dem Ende des 2. Weltkriegs zum Kalten Krieg, aber keinesweg zum Verschwinden von “heissen”, also mit konventionellen Waffen ausgetragenen Kriegen um Einflussphären, und Zugang zu Rohstoffquellen (vor allem Oel). Erinnert sei z. B. An den Vietnamkrieg 1961-1975, den Angolakrieg von 1974-2002, mit Hunderttausenden von Toten,
Hinzu kamen nach dem Ende des Kalten Krieges der breits genannte 2. Kongokrieg, und zuletzt der Krieg in Syrien, wo die USA und ihre Verbündeten die Rebellen unterstützten, ja sogar als legitime Regierung anerkannten, und Russland auf Seiten des Assad-Regimes in die Kämpfe eingriff.. Genannt seien auch die Kriege in Libyen und dem Yemen.
Nun haben wir den ersten heissen Krieg während und nach nach dem Ende des Kalten Krieges, bei dem Russland direkt Kriegspartei ist – und Treibstofflager auf seinem Territorium bereits angegriffen wurden – mit allen Konsequenzen die sich daraus ergeben könnten.
Es kann daher kaum der Ukraine allein überlasssen werden, Bedingungen für einen Waffenstillstand, und die schemrzhaften Kompromisse für einen Frieden vorzuschlagen.
Hier müssen konkrete Vorschläge auch der Unterstützer der Ukraine auf den Tisch.
Fazit:
Der Ukrainekrieg droht bestenfalls als Abnutzungs-Zermürbungskrieg zu enden, schlimmstenfalls droht eine Ausweitung mit unabsehbaren Folgen. Beide Alternativen haben Tausende von Toten zur Folge, bei der zweiten Alternative droht auch noch ein Krieg mit Atomwaffen.
Detr einzig gangbare Weg, dieses Gemetzel zu beenden, ist ein unverzüglicher Waffenstillstand und Friedensverhandlungen. Moralisierer vom Schlage Baerbock und Hofreiter haben hier keinen Platz.
Der prominente Denker Pankaj Mishra, eine der wichtigsten Stimmen Indiens, sagte in einem SPIEGEL-Interview vom 30.4. 2022:
Alle müssen darüber nachdenken, welche Fehler sie gemacht haben. … Es ist wichtig zu fragen, wie wir in diese Lage gekommen sind, und was daraus zu lernen ist. Auf die Gegenwart zu schauen, und eine hochmoralische Haltung einzunehmen ist gefährlich. All die Gross- unmd Mittelmächte haben sich in ihrer Geschichte entsetzlicher Verbrechen schuldig gemacht. Von Sklaverei und Imperialismus bis hin zu Angriffskriegen und Völkermord. Tun wirr in diesem späten und entscheidenden Stadium der Geschichte der Welt nicht so, als wäre jemand unschuldig.
Wohl wahr.
onlinedienst - 10. Mai, 22:08 Article 803x read