Dumela Ngaka 2. Folge: Meine Freunde, die Botschafter der Bundesrepublik
Dr. Alexander von Paleske --- 6.11. 2009 --- - Bevor ich weiter über die Gesundheitsversorgung in Botswana berichte, will ich etwas abschweifen und meine Erfahrungen mit deutschen Auslandsvertretungen mitteilen. Nicht immer positive Erfahrungen.
Als Deutscher in einem Land der Dritten Welt kommt man zwangsläufig mit den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik in Berührung. Sei es, dass man einen neuen Pass braucht oder eine amtliche Bescheinigung zum Beispiel über einen deutschen Führerschein.
Oder die jährliche Einladung zum deutschen Nationalfeiertag am 3.10.
Nicht zu vergessen die Einladung zum Bankett, sollte der Bundespräsident mal zur Staatsvisite kommen und man zu dem ausgewählten Personenkreis gehört, der eine Einladung „verdient“.
Ein Arzt als Info-Quelle
Meine erste unerfreuliche Auseinandersetzung mit einer deutschen Botschaft datiert bereits auf das Jahr 1987, kurz nach meiner Ankunft in Simbabwe.
Ich brauchte von der Botschaft in Harare eine Stellungnahme zu einem Antrag für eine Förderung duch eine Unterorganisation der GTZ (Gesellschaft für wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit).
Ein Botschaftsmitarbeiter des gehobenen Dientes, namens Aidnik, sagte mir eine rasche Bearbeitung zu, wollte aber im Gegenzug Informationen aus dem Krankenhaus bekommen, die er auf offiziellem Weg nicht erhalten konnte. Es ging um die mysteriöse Erschiessung von zwei Deutschen auf dem Weg nach Victoria Falls im Jahre 1987.
Die polizeilich angeordnete Sektion hatte in meiner zukünftigen Arbeitsstelle, dem Mpilo-Hospital in Bulawayo, stattgefunden. Das simbabwesche Aussenministerium gab, trotz mehrfacher Anfragen, keine für die deutsche Botschaft ausreichenden Auskünfte, aus welchen Gründen auch immer.
Ich fand dieses Anliegen empörend, weil es praktisch auf Aufforderung zum Ausspionieren hinauslief. Der Botschaftsmitarbeiter wollte nämlich, dass ich mir eine Kopie des Sektionsprotokolls besorge und ausserdem mehr über den Vorfall an meiner neuen Arbeitsstelle in Erfahrung bringe, insbesondere welche weiteren Feststellungen der sezierende Arzt sonst noch gemacht hatte.
Um meinen Antrag nicht zu gefährden, liess ich mich zum Schein darauf ein. Nachdem der Antrag durch war, beschwerte ich mich offiziell. Der Beschwerdebrief schlug wie eine Bombe in der deutschen Botschaft ein.
Ein windelweicher Antwortbrief, in dem ausgeführt wurde, ich sei doch nur gebeten worden, mich aus allgemein zugänglichen Quellen zu informieren, war die Antwort. Allgemein zugängliche Quellen? Welche die Botschaft, da offenbar allgemein zugänglich, nicht selbst anzapfen konnte?
Aber es gibt auch lobenswerte Beispiele: die Botschafter Flimm und Kilian, beide waren in den 90er Jahren Botschafter in Harare
Besuche, die nicht stattfanden
Man sollte eigentlich erwarten, dass die deutschen Auslandvertretungen ein Interesse daran haben, zu erfahren, was Deutsche, zumal in leitender Position, dort eigentlich tun, ggf. sie auf iher Arbeitsstelle im Laufe ihrer normalerweise dreijährigen Dienstzeit als Botschafter zu besuchen. Denn auch wir stellen ja eine Art „Botschafter“ für Deutschland dar. Also eine Begegnung von Botschafter zu Botschafter sozusagen.
Insbesondere dann, wenn die Residenz des deutschen Botschafters in Botswana, wie in meinem Falle, schlappe 800 Meter von meiner Arbeitsstelle, dem Princess Marina Zentralkrankenhaus, entfernt liegt, wo noch ein weiter deutscher Kollege, führend in der AIDS Forschung, arbeitet..
Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Ein wirkliches Interesse aller deutschen Botschafter während meiner immerhin achtjährigen Dienstzeit in Botswana, war nicht erkennbar.
In Botswana habe ich mittlerweile deren drei erlebt. Einzige Besuchs-Ausnahme: Eine deutsche Parlamentarierdelegation, die 2005 nach Botswana kam und auch dem Princess Marina Krankenhaus einen Besuch abstattete. Da musste der deutsche Botschafter zwangsläufig mitkommen.
Bemerkung meinerseits zu dem MdB Hartwig Fischer: „ Jetzt hat der Botschafter wenigstens auch mal Gelegenheit, die onkologische Abteilung zu besuchen“ Antwort Fischer: „Was, der war noch nie hier?“
MdB Fischer war regelrecht empört und wollte dem Botschafter gleich mal ordentlich Bescheid sagen, wovon ich ihn jedoch abhielt, wegen Hoffnungslosigkeit der Aktion.
Dem jetzigen Botschafter schlug ich nach seiner Amtsübernahme vor 2 1/2 Jahren einen Besuch vor .
Ja, Ja, er habe grosses Interesse und würde bald mal vorbeischauen. Er kam nie.
Er geht nun bald in den hochverdienten Ruhestand und meine Arbeit in Botswana ist zum Abschluss gekommen.
Die Botschafter, die sich immer gerne noch als Gesandte und nicht als Geschickte, also nicht als Teil eines Dienstleitungsbetriebes ansehen, tingeln offenbar von einem Botschaftsempfang zum nächsten. Sehr anstrengend.
Haben sie es erst einmal zum Botschafter geschafft , manche im höheren Dienst des AA schaffen selbst das nicht, dann haben sie ihr Lebensziel erreicht.
Allerdings ist eine Botschaft in einem relativ, aus deutscher Sicht gesehen, unbedeutendem Land wie Botswana, ohne politische Spannungen, entsprechend "schlecht" in der Besoldungsgruppe eingestuft: A16, und oftmals für die nicht so grossen „Leuchten“ im AA dann auch gleichzeitig die berufliche Endtsation. Das Motto dann offenbar entprechend: Warum sich vor dem beruflichen Ende noch gross anstrengen, wenn es auch anders geht? Meine Pension bekomme ich doch so oder so.
Webseite zum Amüsieren
Die Website des AA seinerzeit unter dem J. Fischer war seinerzeit auch eine Quelle des Humors - unfreiwilligen Humors, Humor unter meinen Kollegen.
Dort fand sich ein Bild J. Fischers, mittlerweile als „Klinkenputzer“ für Siemens und BMW unterwegs, und darunter sein Lebenslauf: Nach seinem Geburtsjahr 1948 folgte dann als nächster Eintrag das Jahr 1982: Der Eintritt bei den Grünen. 34 Jahre fehlten. Ich zeigte es meinen Kollegen.

Auswärtiges Amt - Lebenslauf des Joseph Martin (Joschka)Fischer mit 34 leeren Lebens-Jahren
Als ich ihnen erklärte, dass der Herr Aussenminister Fischer seine Vergangenheit wie das Ungeheuer von Loch Ness habe verschwinden lassen, brachen sie in schallendes Gelächter aus.
Wird fortgesetzt
Als Deutscher in einem Land der Dritten Welt kommt man zwangsläufig mit den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik in Berührung. Sei es, dass man einen neuen Pass braucht oder eine amtliche Bescheinigung zum Beispiel über einen deutschen Führerschein.
Oder die jährliche Einladung zum deutschen Nationalfeiertag am 3.10.
Nicht zu vergessen die Einladung zum Bankett, sollte der Bundespräsident mal zur Staatsvisite kommen und man zu dem ausgewählten Personenkreis gehört, der eine Einladung „verdient“.
Ein Arzt als Info-Quelle
Meine erste unerfreuliche Auseinandersetzung mit einer deutschen Botschaft datiert bereits auf das Jahr 1987, kurz nach meiner Ankunft in Simbabwe.
Ich brauchte von der Botschaft in Harare eine Stellungnahme zu einem Antrag für eine Förderung duch eine Unterorganisation der GTZ (Gesellschaft für wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit).
Ein Botschaftsmitarbeiter des gehobenen Dientes, namens Aidnik, sagte mir eine rasche Bearbeitung zu, wollte aber im Gegenzug Informationen aus dem Krankenhaus bekommen, die er auf offiziellem Weg nicht erhalten konnte. Es ging um die mysteriöse Erschiessung von zwei Deutschen auf dem Weg nach Victoria Falls im Jahre 1987.
Die polizeilich angeordnete Sektion hatte in meiner zukünftigen Arbeitsstelle, dem Mpilo-Hospital in Bulawayo, stattgefunden. Das simbabwesche Aussenministerium gab, trotz mehrfacher Anfragen, keine für die deutsche Botschaft ausreichenden Auskünfte, aus welchen Gründen auch immer.
Ich fand dieses Anliegen empörend, weil es praktisch auf Aufforderung zum Ausspionieren hinauslief. Der Botschaftsmitarbeiter wollte nämlich, dass ich mir eine Kopie des Sektionsprotokolls besorge und ausserdem mehr über den Vorfall an meiner neuen Arbeitsstelle in Erfahrung bringe, insbesondere welche weiteren Feststellungen der sezierende Arzt sonst noch gemacht hatte.
Um meinen Antrag nicht zu gefährden, liess ich mich zum Schein darauf ein. Nachdem der Antrag durch war, beschwerte ich mich offiziell. Der Beschwerdebrief schlug wie eine Bombe in der deutschen Botschaft ein.
Ein windelweicher Antwortbrief, in dem ausgeführt wurde, ich sei doch nur gebeten worden, mich aus allgemein zugänglichen Quellen zu informieren, war die Antwort. Allgemein zugängliche Quellen? Welche die Botschaft, da offenbar allgemein zugänglich, nicht selbst anzapfen konnte?
Aber es gibt auch lobenswerte Beispiele: die Botschafter Flimm und Kilian, beide waren in den 90er Jahren Botschafter in Harare
Besuche, die nicht stattfanden
Man sollte eigentlich erwarten, dass die deutschen Auslandvertretungen ein Interesse daran haben, zu erfahren, was Deutsche, zumal in leitender Position, dort eigentlich tun, ggf. sie auf iher Arbeitsstelle im Laufe ihrer normalerweise dreijährigen Dienstzeit als Botschafter zu besuchen. Denn auch wir stellen ja eine Art „Botschafter“ für Deutschland dar. Also eine Begegnung von Botschafter zu Botschafter sozusagen.
Insbesondere dann, wenn die Residenz des deutschen Botschafters in Botswana, wie in meinem Falle, schlappe 800 Meter von meiner Arbeitsstelle, dem Princess Marina Zentralkrankenhaus, entfernt liegt, wo noch ein weiter deutscher Kollege, führend in der AIDS Forschung, arbeitet..
Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Ein wirkliches Interesse aller deutschen Botschafter während meiner immerhin achtjährigen Dienstzeit in Botswana, war nicht erkennbar.
In Botswana habe ich mittlerweile deren drei erlebt. Einzige Besuchs-Ausnahme: Eine deutsche Parlamentarierdelegation, die 2005 nach Botswana kam und auch dem Princess Marina Krankenhaus einen Besuch abstattete. Da musste der deutsche Botschafter zwangsläufig mitkommen.
Bemerkung meinerseits zu dem MdB Hartwig Fischer: „ Jetzt hat der Botschafter wenigstens auch mal Gelegenheit, die onkologische Abteilung zu besuchen“ Antwort Fischer: „Was, der war noch nie hier?“
MdB Fischer war regelrecht empört und wollte dem Botschafter gleich mal ordentlich Bescheid sagen, wovon ich ihn jedoch abhielt, wegen Hoffnungslosigkeit der Aktion.
Dem jetzigen Botschafter schlug ich nach seiner Amtsübernahme vor 2 1/2 Jahren einen Besuch vor .
Ja, Ja, er habe grosses Interesse und würde bald mal vorbeischauen. Er kam nie.
Er geht nun bald in den hochverdienten Ruhestand und meine Arbeit in Botswana ist zum Abschluss gekommen.
Die Botschafter, die sich immer gerne noch als Gesandte und nicht als Geschickte, also nicht als Teil eines Dienstleitungsbetriebes ansehen, tingeln offenbar von einem Botschaftsempfang zum nächsten. Sehr anstrengend.
Haben sie es erst einmal zum Botschafter geschafft , manche im höheren Dienst des AA schaffen selbst das nicht, dann haben sie ihr Lebensziel erreicht.
Allerdings ist eine Botschaft in einem relativ, aus deutscher Sicht gesehen, unbedeutendem Land wie Botswana, ohne politische Spannungen, entsprechend "schlecht" in der Besoldungsgruppe eingestuft: A16, und oftmals für die nicht so grossen „Leuchten“ im AA dann auch gleichzeitig die berufliche Endtsation. Das Motto dann offenbar entprechend: Warum sich vor dem beruflichen Ende noch gross anstrengen, wenn es auch anders geht? Meine Pension bekomme ich doch so oder so.
Webseite zum Amüsieren
Die Website des AA seinerzeit unter dem J. Fischer war seinerzeit auch eine Quelle des Humors - unfreiwilligen Humors, Humor unter meinen Kollegen.
Dort fand sich ein Bild J. Fischers, mittlerweile als „Klinkenputzer“ für Siemens und BMW unterwegs, und darunter sein Lebenslauf: Nach seinem Geburtsjahr 1948 folgte dann als nächster Eintrag das Jahr 1982: Der Eintritt bei den Grünen. 34 Jahre fehlten. Ich zeigte es meinen Kollegen.

Auswärtiges Amt - Lebenslauf des Joseph Martin (Joschka)Fischer mit 34 leeren Lebens-Jahren
Als ich ihnen erklärte, dass der Herr Aussenminister Fischer seine Vergangenheit wie das Ungeheuer von Loch Ness habe verschwinden lassen, brachen sie in schallendes Gelächter aus.
Wird fortgesetzt
onlinedienst - 6. Nov, 20:35 Article 2011x read