„Mützenkrieg“ in Südafrika als Wahlkampfvorbereitung
Dr. Alexander von Paleske ------ 10.1. 2014 ------ Der Bericht über die Wahlkampfvorbereitungen in Südafrika soll mit der Geschichte einer begabten Schülerin beginnen, die ich gestern in dem vorwiegend von Schwarzen gelesenen Massenblatt „Sowetan“ fand:
Eine 19-jährige aus der Provinz Mpumalanga, behindert durch eine angeborene Kiefer- und Lippenspalte, hat ein hervorragendes Abschlussexamen nach dem Besuch einer High School hingelegt: in 6 Fächern mit „Distinction“ vergleichbar der Note 1, darunter Mathematik und Physik.

Hochbegabt und arm
Hochbegabt, aber kein Studium
Ihre Familie ist bitterarm, die Mutter schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch.
Die Schülerin lernte nachts, während die Familie schlief. Nun möchte sie Chemie studieren, aber für die Universitätsgebühren fehlt das Geld, und die Aussichten, ein Stipendium zu bekommen, stehen angesichts des Riesenandrangs nicht gut.
Es würde anstehen, dass die ANC-Regierung Südafrikas sich gerade um diese benachteiligte Bevölkerungsgruppe besonders kümmert, und das in ihrem Wahlkampfprogramm manifestiert.
Aber davon kann keine Rede sein. Stattdessen lässt sie sich auf einen „Mützenkrieg“ ein.

Sowetan vom 9.1. 2014
Malema und sein Outfit
Nachdem Julius Malema, der Chef der neugegründeten Economic Freedom Fighters mit seiner „Freiheitskämpfertruppe“ im roten Outfit und roten Kappen, die eine quasimilitärisches Bild vermitteln, auftritt, hat die Regierungspartei ANC nun nachgezogen: tausende Kappen wurden mittlerweile an ihre Anhänger verteilt.

Julius Malema als "Freiheitskämpfer" .....das Original

ANC-Mitglieder mit roter Kappe ....die Kopie
Der ANC hat offensichtlich mittlerweile realisiert, welch politische Gefahr ihm von der Malema-Truppe droht.
Scheinalternative Malema
Malema, der mit Korruption und Ausschreibungsbetrug reich geworden war, bevor er dann in Ungnade fiel, wir berichteten darüber, präsentiert sich den vom ANC enttäuschten Massen als Retter in der Not, mit Programmen aus der politischen Mottenkiste, vor allem mit Verstaatlichungsprogrammen als Allheilmittel. Aber er findet Resonanz, wenn er mit seiner Flotte von Off Road Cars in den Townships aufkreuzt.
Statt diesen politischen Rattenfängern inhaltlich offensiv entgegenzutreten, nun also die Kappenkopie, um die Wähler zu verwirren. Das Ganze grenzt an Lächerlichkeit. Aber wie soll der ANC diesen Pseudo-Freiheitskämpfern auch entgegentreten, wenn er selbst von Korruptionsaffären und schamloser Bereicherung geschüttelt wird, wenn selbst der Präsident Jacob Zuama sich grosse Teile seiner Privatresidenz in seinem Heimatort Nkandla aus Steuergeldern finanzieren lässt?

Zumas Privatresidenz ......mit Staatsgeldern erbaut.
Nun forderte Zuma seine Partei auf, für eine Zwei-Drittel Mehrheit bei den Wahlen zu kämpfen. Warum, das liess er im Dunkeln.
Weg mit der Kontrolle
Es bedarf wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was dann beabsichtigt ist: Die Kontrolle der Judikative über die Exekutive durch Verfassungsänderung einzuschränken, und der Presse und den Medien, die immer wieder die Skandale der ANC-Regierung aufdeckten, einen Maulkorb umzuhängen.
Was würde Mandela dazu sagen?
Was würde wohl der kürzlich verstorbene Nelson Mandela dazu sagen?.In Sachen Presse sagte er einst:
"Wenn immer ich mich über die Presse geärgert habe, dann hatte sie meistens recht".
Nelson Mandela ist offenbar für die die meisten Führungsfiguren des ANC kein Vorbild mehr, jedenfalls wenn man sie an ihren Taten misst, und nicht nur ihren Lippenbekenntnissen lauscht. Und so darf Malema hoffen, nicht aber die arme Bevölkerung in den Townships.
Zu Julius Malema
Mandela, Malema und Gauck - Anmerkungen zu einer Trauerfeier
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Hochbegabt und arm
Hochbegabt, aber kein Studium
Ihre Familie ist bitterarm, die Mutter schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch.
Die Schülerin lernte nachts, während die Familie schlief. Nun möchte sie Chemie studieren, aber für die Universitätsgebühren fehlt das Geld, und die Aussichten, ein Stipendium zu bekommen, stehen angesichts des Riesenandrangs nicht gut.
Es würde anstehen, dass die ANC-Regierung Südafrikas sich gerade um diese benachteiligte Bevölkerungsgruppe besonders kümmert, und das in ihrem Wahlkampfprogramm manifestiert.
Aber davon kann keine Rede sein. Stattdessen lässt sie sich auf einen „Mützenkrieg“ ein.

Sowetan vom 9.1. 2014
Malema und sein Outfit
Nachdem Julius Malema, der Chef der neugegründeten Economic Freedom Fighters mit seiner „Freiheitskämpfertruppe“ im roten Outfit und roten Kappen, die eine quasimilitärisches Bild vermitteln, auftritt, hat die Regierungspartei ANC nun nachgezogen: tausende Kappen wurden mittlerweile an ihre Anhänger verteilt.

Julius Malema als "Freiheitskämpfer" .....das Original

ANC-Mitglieder mit roter Kappe ....die Kopie
Der ANC hat offensichtlich mittlerweile realisiert, welch politische Gefahr ihm von der Malema-Truppe droht.
Scheinalternative Malema
Malema, der mit Korruption und Ausschreibungsbetrug reich geworden war, bevor er dann in Ungnade fiel, wir berichteten darüber, präsentiert sich den vom ANC enttäuschten Massen als Retter in der Not, mit Programmen aus der politischen Mottenkiste, vor allem mit Verstaatlichungsprogrammen als Allheilmittel. Aber er findet Resonanz, wenn er mit seiner Flotte von Off Road Cars in den Townships aufkreuzt.
Statt diesen politischen Rattenfängern inhaltlich offensiv entgegenzutreten, nun also die Kappenkopie, um die Wähler zu verwirren. Das Ganze grenzt an Lächerlichkeit. Aber wie soll der ANC diesen Pseudo-Freiheitskämpfern auch entgegentreten, wenn er selbst von Korruptionsaffären und schamloser Bereicherung geschüttelt wird, wenn selbst der Präsident Jacob Zuama sich grosse Teile seiner Privatresidenz in seinem Heimatort Nkandla aus Steuergeldern finanzieren lässt?

Zumas Privatresidenz ......mit Staatsgeldern erbaut.
Nun forderte Zuma seine Partei auf, für eine Zwei-Drittel Mehrheit bei den Wahlen zu kämpfen. Warum, das liess er im Dunkeln.
Weg mit der Kontrolle
Es bedarf wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was dann beabsichtigt ist: Die Kontrolle der Judikative über die Exekutive durch Verfassungsänderung einzuschränken, und der Presse und den Medien, die immer wieder die Skandale der ANC-Regierung aufdeckten, einen Maulkorb umzuhängen.
Was würde Mandela dazu sagen?
Was würde wohl der kürzlich verstorbene Nelson Mandela dazu sagen?.In Sachen Presse sagte er einst:
"Wenn immer ich mich über die Presse geärgert habe, dann hatte sie meistens recht".
Nelson Mandela ist offenbar für die die meisten Führungsfiguren des ANC kein Vorbild mehr, jedenfalls wenn man sie an ihren Taten misst, und nicht nur ihren Lippenbekenntnissen lauscht. Und so darf Malema hoffen, nicht aber die arme Bevölkerung in den Townships.
Zu Julius Malema




onlinedienst - 10. Jan, 08:05 Article 11513x read