Nach Covid-19: Vorbei ist noch lange nicht vorbei – eine Studie aus China
Dr. Alexander von Paleske —- 1.3. 2021 —–
Letzte Woche bekamen wir Besuch von einer jungen Frau, die sechs Wochen zuvor an Covid 19 erkrankt war. Insgesamt sehr leichter Krankheitsverlauf. Aber drei Wochen danach klagte sie über Kurzatmigkeit z.B. nach Treppensteigen. Die daraufhin durchgeführte Lungenfunktionsprüfung zeigte pathologische Werte.
Die Frau litt bisher an keinerlei Grunderkrankungen wie Asthma etc. Das Auftreten der Beschwerden nach der Covid-19-Erkrankung erlaubt den Schluss, dass es sich um Folgen der Covid-19 Erkrankung handelt
In den letzten Wochen wurde auch in den Medien vermehrt auf die Folgeprobleme nach einer Covid-19 Erkrankung aufmerksam gemacht, die selbst nach leichten Krankheitsverläufen auftreten können. Jetzt werden in einigen Kliniken Ambulanzen eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie über derartige Beschwerden klagen. Allerdings fehlten bislang belastbare Zahlen, wie häufig, und bei welchen Personengruppen, damit gerechnet werden muss, und welche Therapie angezeigt ist.
Studie aus China liefert Zahlen
Diese hat aber jetzt eine Forschergruppe vom Hospital in Wuhan/China, dort, wo die Pandemie ausbrach, in einer Studie geliefert (Chaolin Huang et al.) , veröffentlicht in der hochangesehenen Medizinzeitung Lancet vom 16.1. 2021, Seite 220ff.
6-months consequences of Covid 19 in patients discharged from Hospital, a cohort study
Insgesamt 1733 Patienten mit bestätigter Covid- 19 Infektion, die im Zeitraum vom 7.1 bis 31.5. 2020 im Wuhan-Krankenhaus behandelt worden waren, wurden nach Entlassung aus dem Krankenhaus nachbeobachtet: Zeitraum 16. Juni bis 3. September 2020. Die mittlere Nachverfolgungszeit lag bei 6 Monaten. Das mittlere Alter der Patienten war 57 Jahre, 52% waren Männer.
Die Ergebnnisse sind alarmierend und widerlegen schlüssig die These: Covid- 19 ist eine Erkrankung wie eine saisonale Grippe:
– 63% der Patienten klagten über Abgeschlagenheit oder Muskelschwäche
– 26% klagten über Schlafstörungen
– 23% klagten über Angstzustände oder Depressionen, was sicher multifakltoriell ist, und nicht notwendigerweise eine alleinige Folge der Covid-19-Erkrankung.
– Bei radiologischen Kontrollen (CT und Röntgenbild) zeigten 50% der Patienten residuale Abnormalitäten in der Lunge.
Insgesamt klagten 76% die Patienten nach der Entlassung über wenigstens eines der Symptome.
Weitere Ergebnisse:
Uneingeschränkt 6 Minuten Gehstrecke schafften nicht:
- 24% nach leichter,
- 22% nach mittelschwerer,
= 29% nach schwerer Covid-19 Erkrankung..
Diese Untersuchung bestätigt kleinere Studien, die ebenfalls ueber eine nicht geringe Zahl von Patienten berichteten, die bis zu 3 Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus Atembeschwerden hatten.
Und: Je schwerer die Erkrankung war, desto ausgeprägter sind derartige Folgebeschwerden.
Diese Lungenfunktions-Störungen haben auch noch das Potential permanent werden, wie aus Studien 15 Jahre nach der ersten Corona-Epidemie, der SARS-Epidemie 2002/2003, zeigten. Von Harmlosigkeit also keine Rede.
Es ist erforderlich, auch in Deutschland sich rasch Klarheit über die Inzidenz und die besten Behandlungsoptionen dieser Folgebeschwerden zu verschaffen. Das bedeutet vor allem, dass auch die Hausärzte in diese Nachverfolgung einbezogen werden müssen.
Covid-Mutanten marschieren
Mittlerweile rast die dritte Covid-19-Welle durch Deutschland, dank der Mutanten, also der südafrikanischen und der britischen. Nun ist auch die brasilianische Mutante in England angekommen, wird sich auch durch den BREXIT nicht aufhalten lassen, und auf die EU überschwappen.
Weitere Mutanten – möglicherweise auch mit Resistenzen gegen Antikörper nach Impfungen – sind wahrscheinlich, wenn die weltweite Epidemie nicht alsbald durch Impfungen eingedämmt werden kann . Zur Zeit sind die bereitgestellten Mittel für die Impfinitiative Covax völlig unzureichend.
Immerhin hat die Zahl der Intesivpflege benötigenden Patienten, insbesondere aus Risikogruppen, abgenommen, insoweit wohl ein Erfolg des Starts der Impfung dieser Risikogruppen.
Letzte Woche bekamen wir Besuch von einer jungen Frau, die sechs Wochen zuvor an Covid 19 erkrankt war. Insgesamt sehr leichter Krankheitsverlauf. Aber drei Wochen danach klagte sie über Kurzatmigkeit z.B. nach Treppensteigen. Die daraufhin durchgeführte Lungenfunktionsprüfung zeigte pathologische Werte.
Die Frau litt bisher an keinerlei Grunderkrankungen wie Asthma etc. Das Auftreten der Beschwerden nach der Covid-19-Erkrankung erlaubt den Schluss, dass es sich um Folgen der Covid-19 Erkrankung handelt
In den letzten Wochen wurde auch in den Medien vermehrt auf die Folgeprobleme nach einer Covid-19 Erkrankung aufmerksam gemacht, die selbst nach leichten Krankheitsverläufen auftreten können. Jetzt werden in einigen Kliniken Ambulanzen eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie über derartige Beschwerden klagen. Allerdings fehlten bislang belastbare Zahlen, wie häufig, und bei welchen Personengruppen, damit gerechnet werden muss, und welche Therapie angezeigt ist.
Studie aus China liefert Zahlen
Diese hat aber jetzt eine Forschergruppe vom Hospital in Wuhan/China, dort, wo die Pandemie ausbrach, in einer Studie geliefert (Chaolin Huang et al.) , veröffentlicht in der hochangesehenen Medizinzeitung Lancet vom 16.1. 2021, Seite 220ff.
6-months consequences of Covid 19 in patients discharged from Hospital, a cohort study
Insgesamt 1733 Patienten mit bestätigter Covid- 19 Infektion, die im Zeitraum vom 7.1 bis 31.5. 2020 im Wuhan-Krankenhaus behandelt worden waren, wurden nach Entlassung aus dem Krankenhaus nachbeobachtet: Zeitraum 16. Juni bis 3. September 2020. Die mittlere Nachverfolgungszeit lag bei 6 Monaten. Das mittlere Alter der Patienten war 57 Jahre, 52% waren Männer.
Die Ergebnnisse sind alarmierend und widerlegen schlüssig die These: Covid- 19 ist eine Erkrankung wie eine saisonale Grippe:
– 63% der Patienten klagten über Abgeschlagenheit oder Muskelschwäche
– 26% klagten über Schlafstörungen
– 23% klagten über Angstzustände oder Depressionen, was sicher multifakltoriell ist, und nicht notwendigerweise eine alleinige Folge der Covid-19-Erkrankung.
– Bei radiologischen Kontrollen (CT und Röntgenbild) zeigten 50% der Patienten residuale Abnormalitäten in der Lunge.
Insgesamt klagten 76% die Patienten nach der Entlassung über wenigstens eines der Symptome.
Weitere Ergebnisse:
Uneingeschränkt 6 Minuten Gehstrecke schafften nicht:
- 24% nach leichter,
- 22% nach mittelschwerer,
= 29% nach schwerer Covid-19 Erkrankung..
Diese Untersuchung bestätigt kleinere Studien, die ebenfalls ueber eine nicht geringe Zahl von Patienten berichteten, die bis zu 3 Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus Atembeschwerden hatten.
Und: Je schwerer die Erkrankung war, desto ausgeprägter sind derartige Folgebeschwerden.
Diese Lungenfunktions-Störungen haben auch noch das Potential permanent werden, wie aus Studien 15 Jahre nach der ersten Corona-Epidemie, der SARS-Epidemie 2002/2003, zeigten. Von Harmlosigkeit also keine Rede.
Es ist erforderlich, auch in Deutschland sich rasch Klarheit über die Inzidenz und die besten Behandlungsoptionen dieser Folgebeschwerden zu verschaffen. Das bedeutet vor allem, dass auch die Hausärzte in diese Nachverfolgung einbezogen werden müssen.
Covid-Mutanten marschieren
Mittlerweile rast die dritte Covid-19-Welle durch Deutschland, dank der Mutanten, also der südafrikanischen und der britischen. Nun ist auch die brasilianische Mutante in England angekommen, wird sich auch durch den BREXIT nicht aufhalten lassen, und auf die EU überschwappen.
Weitere Mutanten – möglicherweise auch mit Resistenzen gegen Antikörper nach Impfungen – sind wahrscheinlich, wenn die weltweite Epidemie nicht alsbald durch Impfungen eingedämmt werden kann . Zur Zeit sind die bereitgestellten Mittel für die Impfinitiative Covax völlig unzureichend.
Immerhin hat die Zahl der Intesivpflege benötigenden Patienten, insbesondere aus Risikogruppen, abgenommen, insoweit wohl ein Erfolg des Starts der Impfung dieser Risikogruppen.
onlinedienst - 2. Mär, 06:07 Article 523x read