Obama und die Gnade der doppelten Geburt
World Content News - Bereits seit James Bond wissen wir: Man stirbt nur zweimal. Das aber jemand am gleichen Tag zweimal geboren wird, einmal im Coast General Hospital in Mombasa und einmal im Kapiolani-Hospital in Honolulu auf Hawaii, das bringt wohl nur ein späterer US-Präsident zuwege. Die US-Anwältin Orly Taitz hat gestern dem Bundesbezirksgericht von Kalifornien eine angebliche Geburtsurkunde von Barack Obama aus Kenia vorgelegt. Aber einen kleinen Geburtsfehler hat das Dokument dann offenbar doch.

Yes we can twice: Urkunde aus Kenia ...

... und von Hawaii (Computerausdruck)
Die kenianische Fassung soll Orly Taitz von einem anonymen Informanten zugespielt worden sein, der angeblich "um sein Leben fürchtet". Die Zeitung WorldNetDaily glaubt durch Vergleich anderer Urkunden aus diesem Zeitraum belegen zu können, dass zumindest der Vordruck echt ist.
Ob jetzt die "Birther" auf den Tischen tanzen und die USA bald einen neuen Präsidenten braucht, weil man ja für dieses Amt laut Verfassung in den USA geboren sein muss?
Aber nicht doch. Ausgerechnet Karl Rove, ehemals wichtiger Berater von George Bush und Enttarner der CIA-Agentin Valerie Plame hat sich auf die Seite von Obama geschlagen und das neu aufgetauchte Dokument flugs für falsch erklärt. Und einer der Herausgeber von Daily Kos hat herausgefunden, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: Die Geburtsurkunde, die vom Februar 1964 stammt (Obama wurde 1961 geboren), ist mit der Bezeichnung "Republic of Kenya" versehen. Das Land wurde zwar 1963 unabhängig, die Republik wurde offiziell aber erst im Dezember 1964 ausgerufen.
Und auch die Malen-nach-Zahlen-Verschwörungsexperten meinen zu wissen: Da hat sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Die Dokument-Nummer 47.044 weist ganz klar darauf hin: Obama, 47, ist der 44. Präsident der USA. Da muss man erst mal drauf kommen, äh. Wurden die rechtsschaffenden Made in U.S.-Zweifler reingelegt?
Auf der anderen Seite, auf Haiwaii, regiert der über alles erhabene Computer:
"This certified document is a true abstract of the official record filed with the Registrar-Recorder."
Gewöhnliche Sterbliche müssen mit solchen Bescheiden vorlieb nehmen, eine Einsichtnahme in die Originale gibt es nicht. Man muss schon als Zeuge bei der Geburt dabei gewesen sein, um sicher zu gehen.
Die schlichte Wahrheit ist: Eines dieser Dokumente ist falsch. Der Unterhaltungswert bleibt jedenfalls hoch. Bis Sarah Palin die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird? Gott verhüte.
A propo, wer es noch nicht gemerkt hat: Barack Obama feiert morgen seinen 48. Geburtstag. An welchem Ort auch immer. Wenigstens das Datum ist verbürgt :-) WCN is proud to be the first congratulator ...
Update (!) 04.08.: Wunderbare Web-Community: Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der kenianischen Geburtsurkunde hat sich herausgestellt: Sie ist eine klare Fälschung, als Vorlage wurde eine australische Geburtsurkunde benutzt. Dies haben Surfer nach einer fieberhaften Suche herausgefunden.

Urkundenvergleich: Sogar die Seitennummern sind identisch
Ein Australier namens David Bomford hatte seine genealogischen Daten auf seiner Homepage präsentiert, die Fälscher hatten den Vordruck seiner Geburtsurkunde offenbar übernommen und daraus eine kenianische Urkunde mit Obamas Daten generiert.
Zunächst herrschte Verwirrung, da nach entsprechenden Hinweisen auf das Fake Bomfords Webseite plötzlich nicht mehr erreichbar war, auch im Cache und im Webarchiv waren alle Spuren des Originals verschwunden. Wollten Obama-Anhänger mit einem Fake ein Fake nachweisen? Nein, Bomford hat inzwischen der australischen ABC ein Interview gegeben:
"It's definitely a copy of my certificate. It's so laughable it's ridiculous.
Wonderful. Die "Birther"-Bewegung wird sich nach dieser Niederlage voraussichtlich nicht mehr erholen. Der Krieg um Obamas Geburtsort dürfte ein jähes Ende erfahren. Na ja, fast ...
Orly Taitz: "From Nazi Germany"?
Is This the Source of the Forged ‘Kenyan Birth Certificate?’
(Washington Independent, 03.08.2009)
Quellen:
Is this really smoking gun of Obama's Kenyan birth?
(WorldNetDaily, 02.08.2009)
Verschwörung der Zeichentrickfiguren
(Süddeutsche Zeitung, 31.07.2009)
«Obama ist in Kenya geboren – ich will mein Land zurück»
(Tagesanzeiger.ch, 30.07.2009)
On birth, and the death of the conservative movement
(oregonlive.com, 03.08.2009)
Dieser Artikel erschien erstmailig bei World Conent News

Yes we can twice: Urkunde aus Kenia ...

... und von Hawaii (Computerausdruck)
Die kenianische Fassung soll Orly Taitz von einem anonymen Informanten zugespielt worden sein, der angeblich "um sein Leben fürchtet". Die Zeitung WorldNetDaily glaubt durch Vergleich anderer Urkunden aus diesem Zeitraum belegen zu können, dass zumindest der Vordruck echt ist.
Ob jetzt die "Birther" auf den Tischen tanzen und die USA bald einen neuen Präsidenten braucht, weil man ja für dieses Amt laut Verfassung in den USA geboren sein muss?
Aber nicht doch. Ausgerechnet Karl Rove, ehemals wichtiger Berater von George Bush und Enttarner der CIA-Agentin Valerie Plame hat sich auf die Seite von Obama geschlagen und das neu aufgetauchte Dokument flugs für falsch erklärt. Und einer der Herausgeber von Daily Kos hat herausgefunden, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: Die Geburtsurkunde, die vom Februar 1964 stammt (Obama wurde 1961 geboren), ist mit der Bezeichnung "Republic of Kenya" versehen. Das Land wurde zwar 1963 unabhängig, die Republik wurde offiziell aber erst im Dezember 1964 ausgerufen.
Und auch die Malen-nach-Zahlen-Verschwörungsexperten meinen zu wissen: Da hat sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Die Dokument-Nummer 47.044 weist ganz klar darauf hin: Obama, 47, ist der 44. Präsident der USA. Da muss man erst mal drauf kommen, äh. Wurden die rechtsschaffenden Made in U.S.-Zweifler reingelegt?
Auf der anderen Seite, auf Haiwaii, regiert der über alles erhabene Computer:
"This certified document is a true abstract of the official record filed with the Registrar-Recorder."
Gewöhnliche Sterbliche müssen mit solchen Bescheiden vorlieb nehmen, eine Einsichtnahme in die Originale gibt es nicht. Man muss schon als Zeuge bei der Geburt dabei gewesen sein, um sicher zu gehen.
Die schlichte Wahrheit ist: Eines dieser Dokumente ist falsch. Der Unterhaltungswert bleibt jedenfalls hoch. Bis Sarah Palin die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird? Gott verhüte.
A propo, wer es noch nicht gemerkt hat: Barack Obama feiert morgen seinen 48. Geburtstag. An welchem Ort auch immer. Wenigstens das Datum ist verbürgt :-) WCN is proud to be the first congratulator ...
Update (!) 04.08.: Wunderbare Web-Community: Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der kenianischen Geburtsurkunde hat sich herausgestellt: Sie ist eine klare Fälschung, als Vorlage wurde eine australische Geburtsurkunde benutzt. Dies haben Surfer nach einer fieberhaften Suche herausgefunden.

Urkundenvergleich: Sogar die Seitennummern sind identisch
Ein Australier namens David Bomford hatte seine genealogischen Daten auf seiner Homepage präsentiert, die Fälscher hatten den Vordruck seiner Geburtsurkunde offenbar übernommen und daraus eine kenianische Urkunde mit Obamas Daten generiert.
Zunächst herrschte Verwirrung, da nach entsprechenden Hinweisen auf das Fake Bomfords Webseite plötzlich nicht mehr erreichbar war, auch im Cache und im Webarchiv waren alle Spuren des Originals verschwunden. Wollten Obama-Anhänger mit einem Fake ein Fake nachweisen? Nein, Bomford hat inzwischen der australischen ABC ein Interview gegeben:
Wonderful. Die "Birther"-Bewegung wird sich nach dieser Niederlage voraussichtlich nicht mehr erholen. Der Krieg um Obamas Geburtsort dürfte ein jähes Ende erfahren. Na ja, fast ...
Orly Taitz: "From Nazi Germany"?
Is This the Source of the Forged ‘Kenyan Birth Certificate?’
(Washington Independent, 03.08.2009)
Quellen:
Is this really smoking gun of Obama's Kenyan birth?
(WorldNetDaily, 02.08.2009)
Verschwörung der Zeichentrickfiguren
(Süddeutsche Zeitung, 31.07.2009)
«Obama ist in Kenya geboren – ich will mein Land zurück»
(Tagesanzeiger.ch, 30.07.2009)
On birth, and the death of the conservative movement
(oregonlive.com, 03.08.2009)

sfux - 9. Aug, 20:07 Article 2964x read