Protest-Brief eines Krankenpflegers an Grüne in Hessen
Dr. Alexander von Paleske —- 30.10. 2020 —
Folgender Brief eines Krankenpflegers an Grüne in Hessen wurde mir heute zugeleitet:
Sehr geehrte Grüne in Hessen,
ich bin bin Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin und Praxisanleiter auf einer großen Intensivstation einer hessischen Klinik. Ich bin Jahrgang 1977 und würde mich definitiv zur Stammwählerschaft der Grünen auf Bundes- sowie auf Landesebene zählen.
Heute erfuhr ich von einer Kollegin von einem Beitrag in hr Info indem verlautbart wurde, dass sich Gesundheitsexperten ihrer Partei zu der Aussage hinreißen ließen dass es doch möglich sei drei oder mehr Intensivpatienten mit Covid 19 von einer Intensivfachkraft betreuen zu lassen. Diese Aussage offenbart eine große Unkenntnis der beruflichen Realitäten und Anforderungen die ein solch schwerstens erkrankter Patient auf einer Intensivstation an das betreuende Personal stellt. Ich empfinde es geradezu als beschämend dass man sich in ihrer Partei die sich offiziell stets dem Wohl des Individuums verpflichtet fühlt zu solchen hirnlosen Aussagen hinreißen lässt.
Neben dem Wohl eines jeden Patienten muss auch die körperliche und psychische Gesundheit von uns Mitarbeitern im Gesundheitssystem bei all dem Chaos gewährleistet bleiben.
Wenn solch dumme und populistische Aussagen Schule machen und in die Realität der Kliniken Einzug nehmen sollten werden Patienten und Mitarbeiter massiven Schaden nehmen. Es wird zu immensen gesundheitlichen Kollateralschäden kommen.
Gestern in meinem Dienst habe ich zwei Patienten betreut. Eine Patientin davon kämpfte mit Covid 19 um ihr Leben. Ich habe fünf Stunden am Stück in ihrem Zimmer verbracht gemeinsam mit einem Arzt um sie wieder zu stabilisieren. Derweil mussten uns noch ein bis zwei Kollegen zuarbeiten und mit immer neuem Material versorgen da man diese Isolierzimmer nicht einfach verlassen kann. Parallel dazu hatte ich eigentlich noch einen weiteren Beatmungspatienten zu betreuen den ich über die gesamte Länge der Zeit nicht in Augenschein nehmen konnte.
Vielleicht sollten ihre Delegierten sich nur diese eine praxisnahe Szene einmal zu Gemüte führen und ihre dümmlichen Aussagen noch einmal überdenken.
Die Politik muss den Kliniken SOFORT jeglichen finanziellen Druck nehmen und unbürokratisch Ausgleichszahlungen leisten damit wir hier in den Kliniken das Elektivprogramm bis auf Notoperationen stoppen und das Personal zur Bewältigung der Krise bündeln können. Das politische Establishment hat aus den Kliniken Wirtschaftskonzerne gemacht und genau so agieren sie nun auch. Wenn sie wollen dass sich die Kliniken allein dem Wohl der Menschen zuwenden können dann müssen sie ihnen SOFORT diese Bürde der WIRTSCHAFTLICHKEIT für die Dauer dieser Krise nehmen. Wenn sie diese Chance verpassen wird die Politik eine massive Teilschuld am Scheitern dieser gesundheitlichen Krise tragen!
Ich stehe Fragen ihrer Gesundheitsexperten zur aktuellen Lebenswirklichkeiten im klinischen Alltag offen gegenüber und kann jeden nur einladen einmal einen Dienst auf einer der durch Covid belasteten Intensivstationen mitzumachen. Ich bin mir sicher dass man sich danach für solche Aussagen schämen würde.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph B.
Folgender Brief eines Krankenpflegers an Grüne in Hessen wurde mir heute zugeleitet:
Sehr geehrte Grüne in Hessen,
ich bin bin Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin und Praxisanleiter auf einer großen Intensivstation einer hessischen Klinik. Ich bin Jahrgang 1977 und würde mich definitiv zur Stammwählerschaft der Grünen auf Bundes- sowie auf Landesebene zählen.
Heute erfuhr ich von einer Kollegin von einem Beitrag in hr Info indem verlautbart wurde, dass sich Gesundheitsexperten ihrer Partei zu der Aussage hinreißen ließen dass es doch möglich sei drei oder mehr Intensivpatienten mit Covid 19 von einer Intensivfachkraft betreuen zu lassen. Diese Aussage offenbart eine große Unkenntnis der beruflichen Realitäten und Anforderungen die ein solch schwerstens erkrankter Patient auf einer Intensivstation an das betreuende Personal stellt. Ich empfinde es geradezu als beschämend dass man sich in ihrer Partei die sich offiziell stets dem Wohl des Individuums verpflichtet fühlt zu solchen hirnlosen Aussagen hinreißen lässt.
Neben dem Wohl eines jeden Patienten muss auch die körperliche und psychische Gesundheit von uns Mitarbeitern im Gesundheitssystem bei all dem Chaos gewährleistet bleiben.
Wenn solch dumme und populistische Aussagen Schule machen und in die Realität der Kliniken Einzug nehmen sollten werden Patienten und Mitarbeiter massiven Schaden nehmen. Es wird zu immensen gesundheitlichen Kollateralschäden kommen.
Gestern in meinem Dienst habe ich zwei Patienten betreut. Eine Patientin davon kämpfte mit Covid 19 um ihr Leben. Ich habe fünf Stunden am Stück in ihrem Zimmer verbracht gemeinsam mit einem Arzt um sie wieder zu stabilisieren. Derweil mussten uns noch ein bis zwei Kollegen zuarbeiten und mit immer neuem Material versorgen da man diese Isolierzimmer nicht einfach verlassen kann. Parallel dazu hatte ich eigentlich noch einen weiteren Beatmungspatienten zu betreuen den ich über die gesamte Länge der Zeit nicht in Augenschein nehmen konnte.
Vielleicht sollten ihre Delegierten sich nur diese eine praxisnahe Szene einmal zu Gemüte führen und ihre dümmlichen Aussagen noch einmal überdenken.
Die Politik muss den Kliniken SOFORT jeglichen finanziellen Druck nehmen und unbürokratisch Ausgleichszahlungen leisten damit wir hier in den Kliniken das Elektivprogramm bis auf Notoperationen stoppen und das Personal zur Bewältigung der Krise bündeln können. Das politische Establishment hat aus den Kliniken Wirtschaftskonzerne gemacht und genau so agieren sie nun auch. Wenn sie wollen dass sich die Kliniken allein dem Wohl der Menschen zuwenden können dann müssen sie ihnen SOFORT diese Bürde der WIRTSCHAFTLICHKEIT für die Dauer dieser Krise nehmen. Wenn sie diese Chance verpassen wird die Politik eine massive Teilschuld am Scheitern dieser gesundheitlichen Krise tragen!
Ich stehe Fragen ihrer Gesundheitsexperten zur aktuellen Lebenswirklichkeiten im klinischen Alltag offen gegenüber und kann jeden nur einladen einmal einen Dienst auf einer der durch Covid belasteten Intensivstationen mitzumachen. Ich bin mir sicher dass man sich danach für solche Aussagen schämen würde.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph B.
onlinedienst - 1. Nov, 21:17 Article 266x read