Rainbow-Nation, oder was?
Klaus D. Doll - Das Thema Rassismus bewegt nicht nur die Menschen in Südafrika und es verdient jede Aufmerksamkeit. Zwei der jüngsten Beispiele für Rassismus im Zusammenhang mit Südafrika zeigen plastisch und auf gegensätzliche, in beiden Fällen höchst fragwürdige Art, wie tölpelhaft und leichtsinnig noch immer mit der Karte Rassismus gespielt wird.
Irgendwie schade, denn der von Desmond Tutu 1994 geprägte Begriff der „Rainbow-Nation“ sollte doch das Nach-Apartheid-Südafrika als friedliches Land der unterschiedlichsten Rassen charakterisieren. Nun beginnen wir uns langsam zu fragen, was aus dem Regenbogen von Bischof Tutu geworden ist.
Da ist die Geschichte um den weißen Südafrikaner Brandon Huntley aus Kapstadt. Anfang September berichteten die internationalen Medien über kanadische Behörden, die Brandon Huntley als Flüchtling anerkannt haben. Er sei ein Opfer seiner Rasse, behauptete dieser und erklärte den Behörden eilig, dass Weiße in Südafrika das Ziel schwarzer Krimineller seien und dass die Regierung nichts unternehme, um sie zu schützen. Die Einwanderungsbehörde befand den Angaben zufolge, dass Huntley „eher ein Opfer wegen seiner Rasse als ein Opfer von Kriminalität ist“. Weitere Stellungnahmen gab die Behörde nicht zu dem Fall, der auf höchst dünnem kanadischen Eis gebaut ist. Brandon Carl Huntley gab weiterhin an, sieben Mal von Schwarzen überfallen worden zu sein.
Südafrika ist zurecht empört und ein Sprecher des südafrikanischen Einwanderungsministeriums erklärte schnell und recht unglücklich, die Aussagen des Mannes würden "den guten Namen schwarzer und weißer Südafrikaner beflecken und sind rassistisch motiviert". Die Regierung arbeite hart daran, die Kriminalität zu bekämpfen, kontert der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) nicht minder ungelenk. Dessen Sprecher meinte zudem, die Aufnahme führe dazu, den Rassismus in Südafrika zu zementieren.
Und schon haben wir den rassistisch angemachten Salat und allseits wird darauf hingewiesen, dass schon seit einigen Jahren zunehmend mehr weiße Bürger Südafrika verlassen, weil sie dort immer häufiger Opfer von gewalttätigen Übergriffen werden. Bei all der Aufregung wird schnell vergessen, dass Rassismus und Kriminalität aus zwar grundsätzlich schlechten, aber doch unterschiedlichen sozialen Kinderstuben kommen.
Der zweite, aber nicht minder miese Fall einer schlecht gespielten Rassimuskarte bewegt sich im Umfeld der umstrittenen Sportlerin Caster Semenya. Schnell und ungefragt meldeten sich da die Politprofis, wie Winnie Mandela: "Steckt euch eure wissenschaftlichen Test sonst wo hin. Wir haben die Rassentrennung besiegt und wir werden wieder siegen." Natürlich darf der Scharfmacher Julius Malema vom Jugendverband des ANC nicht fehlen: "Wir sind für den Sieg geboren. Wir haben das sinnloseste Regime der Welt bezwungen und das hier ist ein leichter Sieg." Und weiter war von ihm zu hören, man werde Geschlechtertests von Caster Semenya genauso wenig wie Rassismus akzeptieren. Ich verweise hier gerne auf die sehr guten Artikel von Wolfgang Drechsler: "Rassistisch und selbstgerecht" vom 27.09.09 im Tagesspiegel und ebenso auf Dr. Pabst in seinem Artikel: "Das Gold der Caster Semenya, Empfindlichkeiten, Peinlichkeiten + verbale Entgleisungen", vom 10.09.09, für capetown-online.
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Irgendwie schade, denn der von Desmond Tutu 1994 geprägte Begriff der „Rainbow-Nation“ sollte doch das Nach-Apartheid-Südafrika als friedliches Land der unterschiedlichsten Rassen charakterisieren. Nun beginnen wir uns langsam zu fragen, was aus dem Regenbogen von Bischof Tutu geworden ist.
Da ist die Geschichte um den weißen Südafrikaner Brandon Huntley aus Kapstadt. Anfang September berichteten die internationalen Medien über kanadische Behörden, die Brandon Huntley als Flüchtling anerkannt haben. Er sei ein Opfer seiner Rasse, behauptete dieser und erklärte den Behörden eilig, dass Weiße in Südafrika das Ziel schwarzer Krimineller seien und dass die Regierung nichts unternehme, um sie zu schützen. Die Einwanderungsbehörde befand den Angaben zufolge, dass Huntley „eher ein Opfer wegen seiner Rasse als ein Opfer von Kriminalität ist“. Weitere Stellungnahmen gab die Behörde nicht zu dem Fall, der auf höchst dünnem kanadischen Eis gebaut ist. Brandon Carl Huntley gab weiterhin an, sieben Mal von Schwarzen überfallen worden zu sein.
Südafrika ist zurecht empört und ein Sprecher des südafrikanischen Einwanderungsministeriums erklärte schnell und recht unglücklich, die Aussagen des Mannes würden "den guten Namen schwarzer und weißer Südafrikaner beflecken und sind rassistisch motiviert". Die Regierung arbeite hart daran, die Kriminalität zu bekämpfen, kontert der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) nicht minder ungelenk. Dessen Sprecher meinte zudem, die Aufnahme führe dazu, den Rassismus in Südafrika zu zementieren.
Und schon haben wir den rassistisch angemachten Salat und allseits wird darauf hingewiesen, dass schon seit einigen Jahren zunehmend mehr weiße Bürger Südafrika verlassen, weil sie dort immer häufiger Opfer von gewalttätigen Übergriffen werden. Bei all der Aufregung wird schnell vergessen, dass Rassismus und Kriminalität aus zwar grundsätzlich schlechten, aber doch unterschiedlichen sozialen Kinderstuben kommen.
Der zweite, aber nicht minder miese Fall einer schlecht gespielten Rassimuskarte bewegt sich im Umfeld der umstrittenen Sportlerin Caster Semenya. Schnell und ungefragt meldeten sich da die Politprofis, wie Winnie Mandela: "Steckt euch eure wissenschaftlichen Test sonst wo hin. Wir haben die Rassentrennung besiegt und wir werden wieder siegen." Natürlich darf der Scharfmacher Julius Malema vom Jugendverband des ANC nicht fehlen: "Wir sind für den Sieg geboren. Wir haben das sinnloseste Regime der Welt bezwungen und das hier ist ein leichter Sieg." Und weiter war von ihm zu hören, man werde Geschlechtertests von Caster Semenya genauso wenig wie Rassismus akzeptieren. Ich verweise hier gerne auf die sehr guten Artikel von Wolfgang Drechsler: "Rassistisch und selbstgerecht" vom 27.09.09 im Tagesspiegel und ebenso auf Dr. Pabst in seinem Artikel: "Das Gold der Caster Semenya, Empfindlichkeiten, Peinlichkeiten + verbale Entgleisungen", vom 10.09.09, für capetown-online.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion um Rassimsus weiter entwickeln wird und die unterschiedlichen Lager agieren werden. Ich wünsche mir mehr geschichtliches und verantwortliches Bewustsein für dieses Thema auf allen Seiten und mehr Respekt vor so klugen und hoffnungsvollen Menschen, wie Desmond Tutu und Nelson Mandela.

sfux - 1. Okt, 20:47 Article 2016x read