Saudi-Arabien zieht in den Syrienkrieg, die Türkei soll folgen
Dr. Alexander von Paleske --- 13.2. 2016 --- Heute liess der türkische Ausssenminister Mevlüt Cavusoglu verlauten, Saudi-Arabien wolle Bodentruppen und Kampfflugzeuge in die Türkei verlegen.
Die Truppen Saudi-Arabiens sollen, davon ist auszugehen, nicht gegen den IS kämpfen, sondern die Assad-Rebellen, also auch Radikalislamisten unterstützen, die in den vergangenen Wochen, dank der pausenlosen russischen Luftangriffe, sich auf dem Rückmarsch befinden.
Eine Konfrontation mit Russland rückt damit in gefährliche Nähe.
Bisher schon hatte Saudi Arabien die grösstenteils islamistischen Rebellengruppen im Verein mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, mit Waffen und Petrodollars reichlichst unterstützt.
Geholfen hatte das jedoch nur begrenzt, zu gering war die Personalstärke dieser Rebellen, die einen grossen Teil ihrer Kämpfer an den IS und die Al Qaida nahestehende Al-Nusra verloren.
Ein Signal an die westlichen Länder
Saudi Arabien, dessen Armee dank westlicher Waffenverkäufe hochgerüstet ist, hat mit seiner Luftwaffe den Yemen kurz- und kleingebombt. Die Kampfkraft seiner Bodentruppen wird aber eher als gering eingeschätzt.

Saudische Armee ........... hochgerüstet, geringe Kampfkraft

Saudische Luftwaffe ....den Yemen kurz-und kleingebombt. Screenshots: Dr. v. Paleske
Mit seinen in die Türkei verlegten Bodentruppen wird es den Assad-Rebellen kaum entscheidend helfen können.
Es ist vielmehr ein Signal an die Westmächte, dass Saudi-Arabien eine Niederlage der Rebellen nicht hinnehmen werde, vor allem aber dient es dazu, die Türkei zu ermuntern, ebenfalls in den Krieg einzutreten, und flugs erklärte heute der türkische Aussenminister auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Bereitschaft dazu.
Anders als Saudi-Arabien, dessen Armee eher als "Operettenarmee" zu bezeichnen ist, verfügt die Türkei über eine schlagkräftige Armee, ist NATO-Mitgliedsland, und kann im Falle des Kriegseintritts auch noch mit massiver finanzieller Hilfe nicht nur Saudi-Arabiens, sondern auch aus den Scheichtümern am Golf und Kuwait rechnen – trotz deren gesunkener Einnahmen aus dem Öl- und Gasexporten.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Truppen schicken. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass sie zum Schutze ihrer Potentaten seinerzeit Söldner engagierten – wir berichteten darüber.
Konsequenzen auf der Hand
Die Konsequenzen des Eingreifens der Türkei liegen auf der Hand: Der Konflikt droht sich weiter zu internationalisieren, Russland wird Bodentruppen nach Syrien in grosser Zahl entsenden, und eine direkte Konfrontation Russlands mit der Türkei und damit der NATO stünde ins Haus.
Die Frage stellt sich: Warum ist Saudi Arabien so an diesem Konflikt bzw. so an der Beseitigung Assads interessiert?
Die Antwort lautet: Assad ist ein Schiit, noch dazu einer, der Religionsfreiheit – auch für Christen – in seinem Land zuliess.
Peter Scholl-Latour schrieb in seinem letzten Buch “Der Fluch der bösen Tat":

„ Die USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Israel hatten nicht die ersten Protestdemonstrationen gegen die Diktatur Assads abgewartet. Schon lange vorher hatte eine hemmungslose Kampagne, eine systematische Hetze in den amerikanischen und europäischen Medien gegen diese arabische Republik eingesetzt, die – bei aller Brutalität die auch sie zu praktizieren pflegt, das einzige säkulare Staatswesen im gesamten arabischen Raum darstellt.. Verglichen mit den Vorzugsverbündeten des Westens – seien es nun Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Kuwait, bot die Hauptstadt Damaskus ein Bild religiöser Toleranz, und eines fast westlichen Lebensstils.“
Assad ist in den Augen der radikalislamischen saudischen Wahabisten ein Verräter, da ein Schiit, und der auch noch religiöse Toleranz zulässt, also ein Oberverräter - der weg muss.
Ziel des saudi-wahabischen Missionierungsfeldzugs ist die weite Verbreitung des radikalen, mittelalterlichen, sunnitischen Islam. Für religiöse Toleranz und Schiiten darf da kein Platz sein. Überall, wo die Rebellen ihre eigene lokale Verwaltung aufzogen, wurde die Scharia praktiziert und Andersgläubige vertrieben, getötet oder versklavt.
Leere Warnung
Der saudi-arabische Chefdiplomat Abdel al-Dschubeir warnte Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor den Folgen seiner Unterstützung für Assad.
"Wir haben die Russen darauf aufmerksam gemacht, dass sie zum Kombattanten eines Religionskrieges werden, wenn sie an der Seite Assads und Irans in diesen Konflikt eingreifen. Das ist sehr, sehr gefährlich. In Russland lebten 20 Millionen sunnitische Muslime. Will das Land den Eindruck erwecken, dass es an der Seite von Schiiten gegen Sunniten kämpft? Russland hat nichts davon".
Eine leere Drohung, denn die Sunniten in Russland werden sich kaum auf Aufforderung einer Prinzen-Parasiten-Oligarchie erheben.
Es handelt sich vielmehr um eine Gefahr für den Weltfrieden, wenn die Türkei auf Seiten der Rebellen militärisch in den Konflikt eingreift.
Eine politische Lösung des Syrienkonflikts wird immer dringender.
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Eine Konfrontation mit Russland rückt damit in gefährliche Nähe.
Bisher schon hatte Saudi Arabien die grösstenteils islamistischen Rebellengruppen im Verein mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, mit Waffen und Petrodollars reichlichst unterstützt.
Geholfen hatte das jedoch nur begrenzt, zu gering war die Personalstärke dieser Rebellen, die einen grossen Teil ihrer Kämpfer an den IS und die Al Qaida nahestehende Al-Nusra verloren.
Ein Signal an die westlichen Länder
Saudi Arabien, dessen Armee dank westlicher Waffenverkäufe hochgerüstet ist, hat mit seiner Luftwaffe den Yemen kurz- und kleingebombt. Die Kampfkraft seiner Bodentruppen wird aber eher als gering eingeschätzt.

Saudische Armee ........... hochgerüstet, geringe Kampfkraft

Saudische Luftwaffe ....den Yemen kurz-und kleingebombt. Screenshots: Dr. v. Paleske
Mit seinen in die Türkei verlegten Bodentruppen wird es den Assad-Rebellen kaum entscheidend helfen können.
Es ist vielmehr ein Signal an die Westmächte, dass Saudi-Arabien eine Niederlage der Rebellen nicht hinnehmen werde, vor allem aber dient es dazu, die Türkei zu ermuntern, ebenfalls in den Krieg einzutreten, und flugs erklärte heute der türkische Aussenminister auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Bereitschaft dazu.
Anders als Saudi-Arabien, dessen Armee eher als "Operettenarmee" zu bezeichnen ist, verfügt die Türkei über eine schlagkräftige Armee, ist NATO-Mitgliedsland, und kann im Falle des Kriegseintritts auch noch mit massiver finanzieller Hilfe nicht nur Saudi-Arabiens, sondern auch aus den Scheichtümern am Golf und Kuwait rechnen – trotz deren gesunkener Einnahmen aus dem Öl- und Gasexporten.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Truppen schicken. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass sie zum Schutze ihrer Potentaten seinerzeit Söldner engagierten – wir berichteten darüber.
Konsequenzen auf der Hand
Die Konsequenzen des Eingreifens der Türkei liegen auf der Hand: Der Konflikt droht sich weiter zu internationalisieren, Russland wird Bodentruppen nach Syrien in grosser Zahl entsenden, und eine direkte Konfrontation Russlands mit der Türkei und damit der NATO stünde ins Haus.
Die Frage stellt sich: Warum ist Saudi Arabien so an diesem Konflikt bzw. so an der Beseitigung Assads interessiert?
Die Antwort lautet: Assad ist ein Schiit, noch dazu einer, der Religionsfreiheit – auch für Christen – in seinem Land zuliess.
Peter Scholl-Latour schrieb in seinem letzten Buch “Der Fluch der bösen Tat":

„ Die USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Israel hatten nicht die ersten Protestdemonstrationen gegen die Diktatur Assads abgewartet. Schon lange vorher hatte eine hemmungslose Kampagne, eine systematische Hetze in den amerikanischen und europäischen Medien gegen diese arabische Republik eingesetzt, die – bei aller Brutalität die auch sie zu praktizieren pflegt, das einzige säkulare Staatswesen im gesamten arabischen Raum darstellt.. Verglichen mit den Vorzugsverbündeten des Westens – seien es nun Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Kuwait, bot die Hauptstadt Damaskus ein Bild religiöser Toleranz, und eines fast westlichen Lebensstils.“
Assad ist in den Augen der radikalislamischen saudischen Wahabisten ein Verräter, da ein Schiit, und der auch noch religiöse Toleranz zulässt, also ein Oberverräter - der weg muss.
Ziel des saudi-wahabischen Missionierungsfeldzugs ist die weite Verbreitung des radikalen, mittelalterlichen, sunnitischen Islam. Für religiöse Toleranz und Schiiten darf da kein Platz sein. Überall, wo die Rebellen ihre eigene lokale Verwaltung aufzogen, wurde die Scharia praktiziert und Andersgläubige vertrieben, getötet oder versklavt.
Leere Warnung
Der saudi-arabische Chefdiplomat Abdel al-Dschubeir warnte Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor den Folgen seiner Unterstützung für Assad.
"Wir haben die Russen darauf aufmerksam gemacht, dass sie zum Kombattanten eines Religionskrieges werden, wenn sie an der Seite Assads und Irans in diesen Konflikt eingreifen. Das ist sehr, sehr gefährlich. In Russland lebten 20 Millionen sunnitische Muslime. Will das Land den Eindruck erwecken, dass es an der Seite von Schiiten gegen Sunniten kämpft? Russland hat nichts davon".
Eine leere Drohung, denn die Sunniten in Russland werden sich kaum auf Aufforderung einer Prinzen-Parasiten-Oligarchie erheben.
Es handelt sich vielmehr um eine Gefahr für den Weltfrieden, wenn die Türkei auf Seiten der Rebellen militärisch in den Konflikt eingreift.
Eine politische Lösung des Syrienkonflikts wird immer dringender.












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