Südafrika: Neue Statistiken zur Kriminalität - Gewaltverbrechen auf dem Vormarsch
Sie alle haben der Kriminalität den Kampf angesagt, so wie das alle Vorgänger auch getan hatten. Sie werden nun gemessen an den Statistiken für den Zeitraum April 2008 bis März 2009. Und niemand in der Regierung oder in der Polizei-Spitze muss sich für diese aktuellen Zahlen verantworten. Und sie sind erschreckend!
Man hat sich ja schon daran gewöhnt, dass in Südafrika täglich 50 Menschen ermordet werden, in weiteren 50 Fällen ein Mord versucht wird, über 450 Raubüberfälle stattfinden und rund 1.500 Mal eingebrochen oder ein Auto geklaut wird. Und immer wieder glauben die Menschen in diesem Land, dass es nicht schlimmer werden kann. Wird es aber.
Zwar ist die Zahl der erfassten Morde zurückgegangen – um 300. Jetzt werden also nicht mehr im Durchschnitt 51 Menschen am Tag ermordet, sondern nur noch 50. Das sind immer noch insgesamt 18.148 Morde. Und wenn man sich die letzten sechs Jahre anschaut, kann man feststellen, dass sich Mord auf hohem Niveau als Verbrechen etabliert hat.
Richtig alarmierend ist aber, wie sich Raub als neuer Verbrechenstrend entwickelt hat. Ich hatte in einem Beitrag am 24. Juli 2009 hiervon berichtet, ohne Zahlen an der Hand zu haben, einfach gestützt auf das, was eigentlich jeder Beobachter wahrnehmen konnte. Die Zahlen liefern nun eine deutliche Bestätigung: Gegenüber 2007/08 sind Raubüberfälle in Wohnimmobilien um fast 28% gestiegen – von 14.481 auf 18.438. Betrachtet man hier den Sechs-Jahres-Zeitraum 2003 bis 2009 liegt der Anstieg bei 97% - eine Verdoppelung. Und im Western Cape hat es in dieser Zeit sogar eine Verdreifachung gegeben - +205%.
Geradezu verheerend sind die Zahlen zu Raubüberfällen auf Geschäfte und Betriebe. Hier verzeichnet die Statistik einen Anstieg von 41% in nur einem Jahr und von 287% in sechs Jahren; im Western Cape gab es zwischen 2003 und 2009 sogar eine Steigerung von 870%.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Man kann es wohl so formulieren: Es herrschen kriegsähnliche Zustände; es gehört viel Idealismus dazu, in Südafrika freiwillig zu leben und Geschäfte zu machen, oder Ignoranz, oder beides. Denn diese nun statistisch erfassten Verbrechen sind alle verübt worden, nachdem die Menschen in ihren Häusern und Betrieben mit viel Geld schon kräftig aufgerüstet haben im ihrem Versuch, nicht ins Fadenkreuz des Verbrechens zu gelangen. Sie werden noch weiter aufrüsten und die Verbrecher werden neue Nischen aufspüren und ihrerseits an der Rüstungsspirale drehen.

