Trump, Macron, die Saudis und der Krieg in Syrien
Dr. Alexander von Paleske ----- 25.4. 2018 ----- Die letzten Wochen waren - wie schon zuvor - beherrscht von den Nachrichten aus Syrien: dem Bürgerkrieg, dem angeblichen Giftgasangriff durch die Luftwaffe Syriens, die Vergeltung dafür durch die USA, Frankreich, und Grossbritannien.
Völkerrechtswidriger Angriff
Diese Vergeltung für den angeblichen Giftgasangriff, die u.a. von der Rechtsauskunft des Deutschen Bundestages als völkerrechtswidrig qualifiziert wurde, mutet schon deshalb etwas merkwürdig an, weil im syrischen Bürgerkrieg insgesamt eine ungleich höhere Zahl von Todesopfern zu beklagen ist – nicht Hunderte, sondern Hunderttausende - gleiches gilt für die Opfer der saudi-arabischen Luftangriffe im Yemen, nicht zu vergessen das unvorstellbare Leid der moslemischen Rohingya-Flüchtlinge in Myanmar, wo eine Vergeltung selbstverständlich gar nicht inFrage kommt.
Sunniten gegen Schiiten
Der Bürgerkrieg in Syrien ist, das wird oft vergessen, ein Kampf der Sunniten, die einstmals – vor dem Bürgerkrieg - 60% der Bevölkerung Syriens stellten, gegen die Schiiten, (Alawiten), denen auch Staatschef Assad angehört..
Stattdessen finden sich Berichte vom „Assads Regime“ auf der einen Seite , und den „Rebellen“ auf der anderen Seite.
Der Fluch der bösen Tat
Bereits lange vor Beginn des Bürgerkrieges Im Jahre 2012 , wie der Islamkenner, der verstorbene Top- Journalist Peter Scholl- Latour in seinem Buch „Der Fluch der bösen Tat“ schrieb, mischte sich der Westen dort ein um Assad zu entmachten:
„ Die USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Israel hatten nicht die ersten Protestdemonstrationen gegen die Diktatur Assads abgewartet. Schon lange vorher hatte eine hemmungslose Kampagne, eine systematische Hetze in den amerikanischen und europäischen Medien gegen diese arabische Republik eingesetzt, die – bei aller Brutalität die auch sie zu praktizieren pflegt, das einzige säkulare Staatswesen im gesamten arabischen Raum darstellt.. Verglichen mit den Vorzugsverbündeten des Westens – seien es nun Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Kuwait, bot die Hauptstadt Damaskus ein Bild religiöser Toleranz, und eines fast westlichen Lebensstils.“

Sunniten auf den Plan
Solch ein säkulares Staaswesen, im arabischen Raum, in dem auch Christen, ohne Schikane zu erdulden, lebten, musste Saudi-Arabien, das sich als der einzig wahre Interessenvertreter der Sunniten betrachtet, und mit dem Export des radikalislamischen Wahabismus den ideologischen Nährboden für den Islam-Terrorismus bereitete, auf den Plan rufen.
Keine zwei Wege zu Allah
Für die Sunniten sind die Schiiten Gotteslästerer, vom wahren Islam abgefallen, auch wenn beide Allah als höchste religiöse Instanz ansehen, und Mohammed als seinen Propheten. Aber bei der Nachfolge Mohammeds trennen sich die Wege, und wer intolerant ist, der kann zwei Wege zu Allah nicht dulden.
Also ist Assad in den Augen der radikalislamischen saudischen sunnitischen Wahabisten ein Verräter, da ein Schiit, und der auch noch religiöse Toleranz zulässt, also ein Oberverräter - der weg muss.
Und so war der Kampf gegen Assad nicht nur ein Kampf gegen einen Autokraten in Folge des arabischen Frühlings, aus dem längst strenger Winter geworden ist, sondern ein Kampf der angeblichen Rechtgläubigen gegen die schiitischen Gotteslästerer.
Als Folge davon werden die Schiiten, die in den meisten moslemischen Ländern in der Minderheit sind, vom Iran, Irak, Yemen und Bahrain einmal abgesehen, Opfer von Unterdrüchung bzw. Bombenattentaten, wie zuletzt vor drei Tagen in Afghanistan durch den dortigen Ableger der internationalen Terrortruppe Islamischer Staat (IS), oder in Pakistan durch die dortigen Taliban.
In Saudi-Arabien werden sie als Minderheit unterdrückt, in Bahrein, wo eine sunnitische Herrscherfamilie über die Mehrheit der schiitischen Bevölkerung herrscht, mit Hilfe saudischer Truppen in Schach gehalten.
Im Yemen fliegt die saudische Luftwaffe täglich Angriffe gegen grösstenteils zivile Ziele im von schiitischen Huthis besetzten Landesteilen.
Es ist daher auch keine Überraschung, dass alle Terrorgruppen, ob es sich um IS, oder Al Qaida handelt, sunnitisch sind. Diesseits sind keine schiitischen Terrorgruppen bekannt, die in Europa und anderswo Bombenanschläge verüben.
Von Schlapphut zu Schlapphut
Bereits im Jahre 2000, also vor den Anschlägen von 9/11 erklärte der damalige saudische Geheimdienstchef Prinz Bandar gegenüber dem damaligen britischen Geheimdienstchef Richard Dearlove, sozusagen von Schlapphut zu Schlapphut:
The time is not far off in the Middle East, Richard, when it will be literally ‘God help the Shia’. More than a billion Sunnis have simply had enough of them.

Richard Dearlove während eines Vortrags am 7.7. 2014 - Screenshot: Dr. v. Paleske
Unter der sunnitischen Fahne des Arabischen Frühlings
Der arabische Frühling ermunterte die Sunniten in Syrien, nun den Aufstand gegen Assad zu wagen, tatkräftig unterstützt von westlichen Ländern, die wie in Libyen zuvor, glaubten, in totaler Fehleinschätzung, das Schicksal Assads sei in 14 Tagen besieglt – lange 14 Tage in der Tat.
Russland leistet Hilfe
Zu Assads Überleben trug die militärische Hilfe Russlands im weiteren Verlauf erheblich bei, aber eben nicht nur.. Der saudische Chefdiplomat Abdel al-Dschubeir warnte - vor Russlands Eingreifen - dessen Präsidenten Wladimir Putin vor den Folgen einer Unterstützung für Assad.
"Wir haben die Russen darauf aufmerksam gemacht, dass sie zum Kombattanten eines Religionskrieges werden, wenn sie an der Seite Assads und Irans in diesen Konflikt eingreifen. Das ist sehr, sehr gefährlich. In Russland lebten 20 Millionen sunnitische Muslime. Will das Land den Eindruck erwecken, dass es an der Seite von Schiiten gegen Sunniten kämpft? Russland hat nichts davon".
Das waren klare Worte, aber sie hielten Russland nicht davon ab, Unterstützung zu gewähren. Das allerdings zum grossen Ärger Saudi-Arabiens, welches die Rebellen mit Waffen und viel Geld unterstützte: sunnitischer Internationalismus sozusagen.
Ab es half nichts, denn Saudi-Arabien mit seiner Operettenarmee konnte kaum aktiv in den Konflikt eingreifen.
Grosse Unterstützung für Assad
Assad geniesst weiter grosse Unterstützung unter den Schiiten, insofern geht ein Vergleich mit Libyen und Gaddafi völlig fehl. Die Schiiten in Syrien wissen, was ihnen blüht, sie sehen es ja jeden Tag in Afghanistan, Pakistan, im Yemen und anderswo..
Unter diesen Umständen wird auch der Giftgasangriff auf die sunnitischen Enklaven rund um Damaskus wahrscheinlich.
Krankenhäuser und Bäckereien waren bereits zuvor Ziel der russisch / syrischen Luftangriffe, um so die Sunniten samt ihrer sunnitisch-radikalislamistischwen Anführer aus den Vororten von Damaskus zu vertreiben, von wo aus sie regelmässig nach Damaskus hinein Granaten abfeuerten.
Blutige Häuserkämpfe vermieden
Assad hat kein Interesse daran, seine Soldaten in blutigen Häuserkämpfen zu verheizen, also macht er das Leben dort unerträglich.
Die radikalislamistischen Kämpfer wiederum benutzten die Zivilbevölkerung als Schutzschild - bis es nicht mehr ging. Menschenverachtung auf beiden Seiten.
Terroristen, nichts als Islamterroristen.
Die Regierung Assads hat insoweit recht, als es sich bei den islamistischen sunnitischen Rebellengruppen überwiegend um Terrorgruppen handelt, wie die Al Nusra Font. Die gemässigten Sunniten, deren Ziel die Beseitigung Assads, nicht aber der Islamterrorismus samt Terror gegen die Schiiten ist, sind längst beiseite gedrängt, ihre Anführer ermordet.
Es handelt sich also in Syrien in Wirklichkeit längst um einen Religionskonflikt, der erst durch die Ermutigungen des Westens samt Finanz- und Waffenhilfe zu einem Riesenkonflikt sich ausweitete, der Hunderttausenden das Leben und Millionen zu internen bzw. externen Flüchtlingen machte .
Ab nach Idlib - und dann weiter?
Die grösstenteils sunnitischen Flüchtlinge landen erst einmal in der Provinz Idlib, aber auch hier gibt es Luftangriffe und Bürgerkrieg, also dann weitergehen, auch nach Westeuropa
.
Dass ein Teil dieser Flüchtlinge dann das Potentail zur Radikalisierung in die Aufnahmeländer mitbringt, dürfte nach den bisherigen Erfaahrungen zu erwarten sein.
Zeitpunkt längst vorbei
Längst ist der Zeipunkt vorbei, in dem der Konflikt in Zusammenarbeit mit allen Konfliktparteien, also Assad, den Russen und den westlichen Ländern hätte zumindest kleingehalten werden, und dann einer Lösung zugeführt werden können.
Assad hat nun die Oberhand behalten, sitzt fester im Sattel denn je, und die Sunniten zahlen ein extrem hohen Preis dafür, dass sie der Propaganda Saudi-Arabiens, westlicher Länder und den Terrorgruppen von Al Nusra und IS gefolgt sind .
Es wird es allerhöchste Zeit, dass nach gangbaren Auswegen aus diesem Krieg gesucht wird: Nicht mit Cruise missiles, sondern einem runden Tisch, an dem selbstverstandlich nicht nur der Westen, sondern auch Iran, Irak, Russland und die syrische Regierung sitzen müssen. Dazu bedarf es einer Verhandlungsstrategie, die bis heute nicht erkennbar ist..
Trump auf Konfliktkurs
Nun also soll es gegen den Iran gehen, über die Kündigung des Atomabkommens.
Damit würde die Region vollends destabilisiert.
Für Saudi-Arabien, das Milliardenaufträge an US Rüstungskonzerne vergeben hat, steht die Erfüllung der Zusage Trumps vorne an, Irans Atomanlagen tödliche Schläge zu versetzen, den Schiiten im Nahen und mittleren Osten insgesamt eine herbe Niederlage zu bereiten, und das alles in enger Zusammenarbeit mit Israel.
Narrenglaube und Macrons vergeblicher Versuch
Nur politische Narren können glauben, dies liefe nicht auf eine Konfrontation mit der Atommacht Russland hinaus.
Der französische Präsident Macron versucht bei seinem jetzigen Staatsbesuch in den USA , Trump von diesem Plan abzubringen. Das dürfte angesichts der bereits gemachten Zusagen an Saudi-Arabien und Israel ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen sein.
So wird als Erfolg seines Staatsbesuchs wohl lediglich eine Reduzierung der angedrohten Zölle stehen.
Kein guten Aussichten für den Weltfrieden.
Nachtrag: Die Betreiber des Service Providers twoday.net wollen am 31.5. den Provider abschalten.
Weder koennen Beitraege ab diesem Zeitpunkt eingestellt, noch alte Beitrage abgerufen werden.
Wir sind daher gezwungen, soweit moeglich, die alten Beitraege zu retten auf die seit einem Jahr betriebene Website
https://politicacomment.wordpress.com/
Völkerrechtswidriger Angriff
Diese Vergeltung für den angeblichen Giftgasangriff, die u.a. von der Rechtsauskunft des Deutschen Bundestages als völkerrechtswidrig qualifiziert wurde, mutet schon deshalb etwas merkwürdig an, weil im syrischen Bürgerkrieg insgesamt eine ungleich höhere Zahl von Todesopfern zu beklagen ist – nicht Hunderte, sondern Hunderttausende - gleiches gilt für die Opfer der saudi-arabischen Luftangriffe im Yemen, nicht zu vergessen das unvorstellbare Leid der moslemischen Rohingya-Flüchtlinge in Myanmar, wo eine Vergeltung selbstverständlich gar nicht inFrage kommt.
Sunniten gegen Schiiten
Der Bürgerkrieg in Syrien ist, das wird oft vergessen, ein Kampf der Sunniten, die einstmals – vor dem Bürgerkrieg - 60% der Bevölkerung Syriens stellten, gegen die Schiiten, (Alawiten), denen auch Staatschef Assad angehört..
Stattdessen finden sich Berichte vom „Assads Regime“ auf der einen Seite , und den „Rebellen“ auf der anderen Seite.
Der Fluch der bösen Tat
Bereits lange vor Beginn des Bürgerkrieges Im Jahre 2012 , wie der Islamkenner, der verstorbene Top- Journalist Peter Scholl- Latour in seinem Buch „Der Fluch der bösen Tat“ schrieb, mischte sich der Westen dort ein um Assad zu entmachten:
„ Die USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Israel hatten nicht die ersten Protestdemonstrationen gegen die Diktatur Assads abgewartet. Schon lange vorher hatte eine hemmungslose Kampagne, eine systematische Hetze in den amerikanischen und europäischen Medien gegen diese arabische Republik eingesetzt, die – bei aller Brutalität die auch sie zu praktizieren pflegt, das einzige säkulare Staatswesen im gesamten arabischen Raum darstellt.. Verglichen mit den Vorzugsverbündeten des Westens – seien es nun Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Kuwait, bot die Hauptstadt Damaskus ein Bild religiöser Toleranz, und eines fast westlichen Lebensstils.“

Sunniten auf den Plan
Solch ein säkulares Staaswesen, im arabischen Raum, in dem auch Christen, ohne Schikane zu erdulden, lebten, musste Saudi-Arabien, das sich als der einzig wahre Interessenvertreter der Sunniten betrachtet, und mit dem Export des radikalislamischen Wahabismus den ideologischen Nährboden für den Islam-Terrorismus bereitete, auf den Plan rufen.
Keine zwei Wege zu Allah
Für die Sunniten sind die Schiiten Gotteslästerer, vom wahren Islam abgefallen, auch wenn beide Allah als höchste religiöse Instanz ansehen, und Mohammed als seinen Propheten. Aber bei der Nachfolge Mohammeds trennen sich die Wege, und wer intolerant ist, der kann zwei Wege zu Allah nicht dulden.
Also ist Assad in den Augen der radikalislamischen saudischen sunnitischen Wahabisten ein Verräter, da ein Schiit, und der auch noch religiöse Toleranz zulässt, also ein Oberverräter - der weg muss.
Und so war der Kampf gegen Assad nicht nur ein Kampf gegen einen Autokraten in Folge des arabischen Frühlings, aus dem längst strenger Winter geworden ist, sondern ein Kampf der angeblichen Rechtgläubigen gegen die schiitischen Gotteslästerer.
Als Folge davon werden die Schiiten, die in den meisten moslemischen Ländern in der Minderheit sind, vom Iran, Irak, Yemen und Bahrain einmal abgesehen, Opfer von Unterdrüchung bzw. Bombenattentaten, wie zuletzt vor drei Tagen in Afghanistan durch den dortigen Ableger der internationalen Terrortruppe Islamischer Staat (IS), oder in Pakistan durch die dortigen Taliban.
In Saudi-Arabien werden sie als Minderheit unterdrückt, in Bahrein, wo eine sunnitische Herrscherfamilie über die Mehrheit der schiitischen Bevölkerung herrscht, mit Hilfe saudischer Truppen in Schach gehalten.
Im Yemen fliegt die saudische Luftwaffe täglich Angriffe gegen grösstenteils zivile Ziele im von schiitischen Huthis besetzten Landesteilen.
Es ist daher auch keine Überraschung, dass alle Terrorgruppen, ob es sich um IS, oder Al Qaida handelt, sunnitisch sind. Diesseits sind keine schiitischen Terrorgruppen bekannt, die in Europa und anderswo Bombenanschläge verüben.
Von Schlapphut zu Schlapphut
Bereits im Jahre 2000, also vor den Anschlägen von 9/11 erklärte der damalige saudische Geheimdienstchef Prinz Bandar gegenüber dem damaligen britischen Geheimdienstchef Richard Dearlove, sozusagen von Schlapphut zu Schlapphut:
The time is not far off in the Middle East, Richard, when it will be literally ‘God help the Shia’. More than a billion Sunnis have simply had enough of them.

Richard Dearlove während eines Vortrags am 7.7. 2014 - Screenshot: Dr. v. Paleske
Unter der sunnitischen Fahne des Arabischen Frühlings
Der arabische Frühling ermunterte die Sunniten in Syrien, nun den Aufstand gegen Assad zu wagen, tatkräftig unterstützt von westlichen Ländern, die wie in Libyen zuvor, glaubten, in totaler Fehleinschätzung, das Schicksal Assads sei in 14 Tagen besieglt – lange 14 Tage in der Tat.
Russland leistet Hilfe
Zu Assads Überleben trug die militärische Hilfe Russlands im weiteren Verlauf erheblich bei, aber eben nicht nur.. Der saudische Chefdiplomat Abdel al-Dschubeir warnte - vor Russlands Eingreifen - dessen Präsidenten Wladimir Putin vor den Folgen einer Unterstützung für Assad.
"Wir haben die Russen darauf aufmerksam gemacht, dass sie zum Kombattanten eines Religionskrieges werden, wenn sie an der Seite Assads und Irans in diesen Konflikt eingreifen. Das ist sehr, sehr gefährlich. In Russland lebten 20 Millionen sunnitische Muslime. Will das Land den Eindruck erwecken, dass es an der Seite von Schiiten gegen Sunniten kämpft? Russland hat nichts davon".
Das waren klare Worte, aber sie hielten Russland nicht davon ab, Unterstützung zu gewähren. Das allerdings zum grossen Ärger Saudi-Arabiens, welches die Rebellen mit Waffen und viel Geld unterstützte: sunnitischer Internationalismus sozusagen.
Ab es half nichts, denn Saudi-Arabien mit seiner Operettenarmee konnte kaum aktiv in den Konflikt eingreifen.
Grosse Unterstützung für Assad
Assad geniesst weiter grosse Unterstützung unter den Schiiten, insofern geht ein Vergleich mit Libyen und Gaddafi völlig fehl. Die Schiiten in Syrien wissen, was ihnen blüht, sie sehen es ja jeden Tag in Afghanistan, Pakistan, im Yemen und anderswo..
Unter diesen Umständen wird auch der Giftgasangriff auf die sunnitischen Enklaven rund um Damaskus wahrscheinlich.
Krankenhäuser und Bäckereien waren bereits zuvor Ziel der russisch / syrischen Luftangriffe, um so die Sunniten samt ihrer sunnitisch-radikalislamistischwen Anführer aus den Vororten von Damaskus zu vertreiben, von wo aus sie regelmässig nach Damaskus hinein Granaten abfeuerten.
Blutige Häuserkämpfe vermieden
Assad hat kein Interesse daran, seine Soldaten in blutigen Häuserkämpfen zu verheizen, also macht er das Leben dort unerträglich.
Die radikalislamistischen Kämpfer wiederum benutzten die Zivilbevölkerung als Schutzschild - bis es nicht mehr ging. Menschenverachtung auf beiden Seiten.
Terroristen, nichts als Islamterroristen.
Die Regierung Assads hat insoweit recht, als es sich bei den islamistischen sunnitischen Rebellengruppen überwiegend um Terrorgruppen handelt, wie die Al Nusra Font. Die gemässigten Sunniten, deren Ziel die Beseitigung Assads, nicht aber der Islamterrorismus samt Terror gegen die Schiiten ist, sind längst beiseite gedrängt, ihre Anführer ermordet.
Es handelt sich also in Syrien in Wirklichkeit längst um einen Religionskonflikt, der erst durch die Ermutigungen des Westens samt Finanz- und Waffenhilfe zu einem Riesenkonflikt sich ausweitete, der Hunderttausenden das Leben und Millionen zu internen bzw. externen Flüchtlingen machte .
Ab nach Idlib - und dann weiter?
Die grösstenteils sunnitischen Flüchtlinge landen erst einmal in der Provinz Idlib, aber auch hier gibt es Luftangriffe und Bürgerkrieg, also dann weitergehen, auch nach Westeuropa
.
Dass ein Teil dieser Flüchtlinge dann das Potentail zur Radikalisierung in die Aufnahmeländer mitbringt, dürfte nach den bisherigen Erfaahrungen zu erwarten sein.
Zeitpunkt längst vorbei
Längst ist der Zeipunkt vorbei, in dem der Konflikt in Zusammenarbeit mit allen Konfliktparteien, also Assad, den Russen und den westlichen Ländern hätte zumindest kleingehalten werden, und dann einer Lösung zugeführt werden können.
Assad hat nun die Oberhand behalten, sitzt fester im Sattel denn je, und die Sunniten zahlen ein extrem hohen Preis dafür, dass sie der Propaganda Saudi-Arabiens, westlicher Länder und den Terrorgruppen von Al Nusra und IS gefolgt sind .
Es wird es allerhöchste Zeit, dass nach gangbaren Auswegen aus diesem Krieg gesucht wird: Nicht mit Cruise missiles, sondern einem runden Tisch, an dem selbstverstandlich nicht nur der Westen, sondern auch Iran, Irak, Russland und die syrische Regierung sitzen müssen. Dazu bedarf es einer Verhandlungsstrategie, die bis heute nicht erkennbar ist..
Trump auf Konfliktkurs
Nun also soll es gegen den Iran gehen, über die Kündigung des Atomabkommens.
Damit würde die Region vollends destabilisiert.
Für Saudi-Arabien, das Milliardenaufträge an US Rüstungskonzerne vergeben hat, steht die Erfüllung der Zusage Trumps vorne an, Irans Atomanlagen tödliche Schläge zu versetzen, den Schiiten im Nahen und mittleren Osten insgesamt eine herbe Niederlage zu bereiten, und das alles in enger Zusammenarbeit mit Israel.
Narrenglaube und Macrons vergeblicher Versuch
Nur politische Narren können glauben, dies liefe nicht auf eine Konfrontation mit der Atommacht Russland hinaus.
Der französische Präsident Macron versucht bei seinem jetzigen Staatsbesuch in den USA , Trump von diesem Plan abzubringen. Das dürfte angesichts der bereits gemachten Zusagen an Saudi-Arabien und Israel ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen sein.
So wird als Erfolg seines Staatsbesuchs wohl lediglich eine Reduzierung der angedrohten Zölle stehen.
Kein guten Aussichten für den Weltfrieden.
Nachtrag: Die Betreiber des Service Providers twoday.net wollen am 31.5. den Provider abschalten.
Weder koennen Beitraege ab diesem Zeitpunkt eingestellt, noch alte Beitrage abgerufen werden.
Wir sind daher gezwungen, soweit moeglich, die alten Beitraege zu retten auf die seit einem Jahr betriebene Website
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onlinedienst - 25. Apr, 11:09 Article 3495x read