US-Geierfond-Betreiber greift nach ThyssenKrupp
Dr. Alexander von Paleske ---- 25.5. 2018 ----
Der US-Fonds-Betreiber Paul Elliott Singer will mit seinem Investmentfond Elliott bei Thyssen Krupp grösser einsteigen, und den Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger loswerden.
Der SPIEGEL und andere Medien offerieren allerdings herzlich wenig über die Hintergründe dieses Betreibers und dessen Fond Elliott, und das soll hier und jetzt nachgeholt werden.
Ein Geierfondsbetreiber namens Singer
Spekulant Paul Singer ist ein Geierfondbetreiber. Das Prinzip der Geierfonds: Billigst alte Schuldtitel, sog. Schrottanleihen, von Dritte Welt- und Schwellenländer einkaufen. Und zwar Länder, die entweder einen Schuldenschnitt (Schuldenerlass) wegen finanzieller Schwierigkeiten vor sich, oder bereits hinter sich haben.
Geierfonds beteiligen sich dann nicht an irgendwelchen Schuldenerlassen. Sie nehmen vielmehr das Risiko des Totalverlustes in Kauf, in der Gewissheit, die Justiz auf ihrer Seite zu haben, und treiben diese Forderungen in voller Höhe gerichtlich ein, unterstützt von einer Phalanx von Anwaltsfirmen.
Rund eine Milliarde sind es jährlich, welche diese Geierfonds – es sind mittlerweile mehr als ein Dutzend - pro Jahr im Durchschnitt eintreiben

Paul Singer - Spekulationsmilliardär und Geierfond-Betreiber ...... greift nach Thyssen Krupp
Geld spielt keine Rolle, denn Riesenprofite winken: bis zu 1000%. Dritte Welt Länder, die in den Genuss eines Schuldenschnitts gekommen sind, um finanziell überleben zu können, werden durch diese Hintertür dann doch "geschröpft".
Seit 22 Jahren im Geiergeschäft
Der Spekulant Paul Singer startete mit diesem erbärmlichen Geschäftszweig im Jahre 1996. Flankierend flossen Spenden an die Republikanische Partei der USA, wohl auch um das Geschäftsumfeld günstig zu gestalten, und notfalls sich der Hilfe des US- Aussenministeriums zu vergewissern, zumindest aber zu verhindern, dass Politiker seinen widerwärtigen Geschäften in die Quere kommen.
Los ging es mit peruanischen Anleihen, die Singer für 11 Millionen einkaufte und dann auf volle Höhe einklagte. Glatte 55 Millionen US Dollar landeten nach Prozessen in seinem Säckel.
Da kommt Freude auf - bei den "Geiern" - während die betroffenen Länder im Staatshaushalt kürzen müssen, z.B. im Gesundheitswesen
Andere Länder, dieselben "Geier"
Andere Länder, in denen sich diese Art von "Geiern" z.B. niederliessen:
- Kongo Brazzaville: Für 11 Millionen US Dollar eingekauft, für 400 Millionen Dollar eingeklagt
- Demokratische Republik Kongo: Für 10 Millionen eingekauft, 100 Millionen eingeklagt. Singer gelang es sogar, vorübergehend 90 Millionen Dollar Entwicklungshilfe zu blockieren. Diese Summe war für die Bekämpfung einer Cholera-Epidemie vorgesehen
- Sambia: für 1 Million eingekauft, für 15 Millionen eingeklagt
Argentina bleed for me
In Argentinien ging es dann richtig in die Vollen, In den Milliardenbereich: 1, 5 Milliarden Dollar wollte Singer und klagte in den USA, als Argentinien nicht zahlen konnte - und wollte.
Der Prozess ging bis hin zum Obersten Gericht der USA. Die Anleihe war in US-Dollar, und damit US-Gerichte zuständig.
Das oberste Gericht der USA gab erwartungsgemäss Singer grünes Licht.
Die Folge: Argentinien konnte erst einmal die laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen, der Staatsbankrott drohte erneut, mit all seinen Folgen.
Als weiteres Druckmittel wurde es Argentinien sogar verboten, andere Schulden zu bedienen, solange die Hedgefonds nicht bezahlt worden sind, denn es dürfe kein Gläubiger bevorzugt bedient werden.
Nachgeben erzwungen
Schliesslich gab Argentinien nach, Und so klingelte bei Milliardär Paul Singer die Ladenkasse so richtig,
Argentinien hingegen konnte sich nicht wirklich aus der Armutsfalle befreien, steht jetzt wieder vor dem Staatsbankrott, und bettelt um Unterstützung vom internationalen Wärungsfond IMF, während in den Strassen der Hauptstadt Buenos Aires Bewohner versuchen, ihre wertlos werdeneden Pesos noch schnell in US Dollar umzutauschen.
Entwicklungshilfe für Finanzkapitalisten
Solange diese Hedgefond-Betreiber gesetzlich nicht gezwungen werden, sich an Schuldenschnitten zu beteiligen, wird dieses erbärmliche Spielchen munter weitergehen. Umgekehrte Entwicklungshilfe für Finanzkapitalisten.
Dass die USA juristisch eine Kehrtwende vollziehen, darf als ausgeschlossen gelten. Da hat Paul Singer mit seinen reichlichen Partei-Spenden schon mal vorgesorgt.
Und jetzt ThyssenKrupp
Und nun steigt dieser Geier-Spekulant bei ThyssenKrupp ein. Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: das Wohl der Beschäftigten ist diesem Herrn genau so gleichgültig, wie das Elend in der Dritten Welt: herzlich gleichgültig.
Thyssen Krupp soll nach den Vorstellungen Singers zerschlagen werden. Der unprofitable Geschäftszweig des traditionellen Stahlgeschäfts, an dem viele Arbeitsplätze hängen, soll „zum Teufel“ gehen, übrig bleiben sollen hochprofitable Geschäftszweige wie Aufzüge und KFZ-Teile.
Das soll dann zu einer deutlichen Gewinnsteigerung und damit Kurssteigerung führen, somit die Taschen des Singer-Fonds Elliott füllen. Möglicherweise soll die Firma in Einzelteile zerlegt, und diese dann verkauft werden. Auch das hochprofitabel.
Diesem Plan steht im Augenblick noch der Vorstandsvorsitzende Hiesinger im Wege, also soll der weg.
Schon einmal ereilte eine Stahlfirma, nämlich Mannesmann, ein derartiges Schicksal: dort war der weniger profitable Stahlbereich von den Einnahmen aus dem Mobilfunkbereich D2 gestützt.
Davon wollte Vodafone, die sich bei Mannesmann eingekauft hatte, um das Mobilfunkgeschäft zu übernehmen, nichts wissen: also Zerschlagung.
Damals haben die Gewerkschaften und ihre Vertreter im Aufsichtsrat ein jammervolles Bild hinterlassen. Die Frage ist, ob es diesmal anders laufen wird.
US-Geierfonds gewinnen Prozess gegen argentinischen Staat – mit katastrophalen Folgen
Die Geierfonds klagen zur Kasse – diesmal gegen die Demokratische Republik Kongo (DRC)
Geierfonds plündern Länder der Dritten Welt
Sambia muss an Geierfond 15 Millionen US Dollar bezahlen.
In eigener Sache
Twoday wird am 31.5.2018 abgeschaltet, ich habe mehrfach darauf hingewiesen.
Dank eines befreundeten IT-Spezialisten in Kapstadt ist es gelungen, den Blog komplett zu sichern, und auf die Website
www.politanalysis.com
zu übertragen.
Bisher veröffrentlichte Artikel finden sich dort einschliesslich Bildern und Kommentaren.
Die Schliessung von twoday konnte so abgefedert werden.
Die aktuellen Beiträge werden weiter auf
www.politicacomment.wordpress.com
veröffentlicht.
Der US-Fonds-Betreiber Paul Elliott Singer will mit seinem Investmentfond Elliott bei Thyssen Krupp grösser einsteigen, und den Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger loswerden.
Der SPIEGEL und andere Medien offerieren allerdings herzlich wenig über die Hintergründe dieses Betreibers und dessen Fond Elliott, und das soll hier und jetzt nachgeholt werden.
Ein Geierfondsbetreiber namens Singer
Spekulant Paul Singer ist ein Geierfondbetreiber. Das Prinzip der Geierfonds: Billigst alte Schuldtitel, sog. Schrottanleihen, von Dritte Welt- und Schwellenländer einkaufen. Und zwar Länder, die entweder einen Schuldenschnitt (Schuldenerlass) wegen finanzieller Schwierigkeiten vor sich, oder bereits hinter sich haben.
Geierfonds beteiligen sich dann nicht an irgendwelchen Schuldenerlassen. Sie nehmen vielmehr das Risiko des Totalverlustes in Kauf, in der Gewissheit, die Justiz auf ihrer Seite zu haben, und treiben diese Forderungen in voller Höhe gerichtlich ein, unterstützt von einer Phalanx von Anwaltsfirmen.
Rund eine Milliarde sind es jährlich, welche diese Geierfonds – es sind mittlerweile mehr als ein Dutzend - pro Jahr im Durchschnitt eintreiben

Paul Singer - Spekulationsmilliardär und Geierfond-Betreiber ...... greift nach Thyssen Krupp
Geld spielt keine Rolle, denn Riesenprofite winken: bis zu 1000%. Dritte Welt Länder, die in den Genuss eines Schuldenschnitts gekommen sind, um finanziell überleben zu können, werden durch diese Hintertür dann doch "geschröpft".
Seit 22 Jahren im Geiergeschäft
Der Spekulant Paul Singer startete mit diesem erbärmlichen Geschäftszweig im Jahre 1996. Flankierend flossen Spenden an die Republikanische Partei der USA, wohl auch um das Geschäftsumfeld günstig zu gestalten, und notfalls sich der Hilfe des US- Aussenministeriums zu vergewissern, zumindest aber zu verhindern, dass Politiker seinen widerwärtigen Geschäften in die Quere kommen.
Los ging es mit peruanischen Anleihen, die Singer für 11 Millionen einkaufte und dann auf volle Höhe einklagte. Glatte 55 Millionen US Dollar landeten nach Prozessen in seinem Säckel.
Da kommt Freude auf - bei den "Geiern" - während die betroffenen Länder im Staatshaushalt kürzen müssen, z.B. im Gesundheitswesen
Andere Länder, dieselben "Geier"
Andere Länder, in denen sich diese Art von "Geiern" z.B. niederliessen:
- Kongo Brazzaville: Für 11 Millionen US Dollar eingekauft, für 400 Millionen Dollar eingeklagt
- Demokratische Republik Kongo: Für 10 Millionen eingekauft, 100 Millionen eingeklagt. Singer gelang es sogar, vorübergehend 90 Millionen Dollar Entwicklungshilfe zu blockieren. Diese Summe war für die Bekämpfung einer Cholera-Epidemie vorgesehen
- Sambia: für 1 Million eingekauft, für 15 Millionen eingeklagt
Argentina bleed for me
In Argentinien ging es dann richtig in die Vollen, In den Milliardenbereich: 1, 5 Milliarden Dollar wollte Singer und klagte in den USA, als Argentinien nicht zahlen konnte - und wollte.
Der Prozess ging bis hin zum Obersten Gericht der USA. Die Anleihe war in US-Dollar, und damit US-Gerichte zuständig.
Das oberste Gericht der USA gab erwartungsgemäss Singer grünes Licht.
Die Folge: Argentinien konnte erst einmal die laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen, der Staatsbankrott drohte erneut, mit all seinen Folgen.
Als weiteres Druckmittel wurde es Argentinien sogar verboten, andere Schulden zu bedienen, solange die Hedgefonds nicht bezahlt worden sind, denn es dürfe kein Gläubiger bevorzugt bedient werden.
Nachgeben erzwungen
Schliesslich gab Argentinien nach, Und so klingelte bei Milliardär Paul Singer die Ladenkasse so richtig,
Argentinien hingegen konnte sich nicht wirklich aus der Armutsfalle befreien, steht jetzt wieder vor dem Staatsbankrott, und bettelt um Unterstützung vom internationalen Wärungsfond IMF, während in den Strassen der Hauptstadt Buenos Aires Bewohner versuchen, ihre wertlos werdeneden Pesos noch schnell in US Dollar umzutauschen.
Entwicklungshilfe für Finanzkapitalisten
Solange diese Hedgefond-Betreiber gesetzlich nicht gezwungen werden, sich an Schuldenschnitten zu beteiligen, wird dieses erbärmliche Spielchen munter weitergehen. Umgekehrte Entwicklungshilfe für Finanzkapitalisten.
Dass die USA juristisch eine Kehrtwende vollziehen, darf als ausgeschlossen gelten. Da hat Paul Singer mit seinen reichlichen Partei-Spenden schon mal vorgesorgt.
Und jetzt ThyssenKrupp
Und nun steigt dieser Geier-Spekulant bei ThyssenKrupp ein. Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: das Wohl der Beschäftigten ist diesem Herrn genau so gleichgültig, wie das Elend in der Dritten Welt: herzlich gleichgültig.
Thyssen Krupp soll nach den Vorstellungen Singers zerschlagen werden. Der unprofitable Geschäftszweig des traditionellen Stahlgeschäfts, an dem viele Arbeitsplätze hängen, soll „zum Teufel“ gehen, übrig bleiben sollen hochprofitable Geschäftszweige wie Aufzüge und KFZ-Teile.
Das soll dann zu einer deutlichen Gewinnsteigerung und damit Kurssteigerung führen, somit die Taschen des Singer-Fonds Elliott füllen. Möglicherweise soll die Firma in Einzelteile zerlegt, und diese dann verkauft werden. Auch das hochprofitabel.
Diesem Plan steht im Augenblick noch der Vorstandsvorsitzende Hiesinger im Wege, also soll der weg.
Schon einmal ereilte eine Stahlfirma, nämlich Mannesmann, ein derartiges Schicksal: dort war der weniger profitable Stahlbereich von den Einnahmen aus dem Mobilfunkbereich D2 gestützt.
Davon wollte Vodafone, die sich bei Mannesmann eingekauft hatte, um das Mobilfunkgeschäft zu übernehmen, nichts wissen: also Zerschlagung.
Damals haben die Gewerkschaften und ihre Vertreter im Aufsichtsrat ein jammervolles Bild hinterlassen. Die Frage ist, ob es diesmal anders laufen wird.




In eigener Sache
Twoday wird am 31.5.2018 abgeschaltet, ich habe mehrfach darauf hingewiesen.
Dank eines befreundeten IT-Spezialisten in Kapstadt ist es gelungen, den Blog komplett zu sichern, und auf die Website
www.politanalysis.com
zu übertragen.
Bisher veröffrentlichte Artikel finden sich dort einschliesslich Bildern und Kommentaren.
Die Schliessung von twoday konnte so abgefedert werden.
Die aktuellen Beiträge werden weiter auf
www.politicacomment.wordpress.com
veröffentlicht.
onlinedienst - 25. Mai, 13:36 Article 4073x read