Welt-Tuberkulosetag - untergegangen in den Berichten über die Terrorangriffe in Brüssel
Dr. Alexander von Paleske ----- 28.3. 2016 --- Am 24. März war Welt-Tuberkulosetag. Davon nahmen die Medien nach den Terrorattacken in Brüssel wenig Notiz. Zu Unrecht: handelt sich es sich doch um eine der grössten Seuchen weltweit, die 2014 noch 9,6 Millionen Menschen neu befiel, und 1,5 Millionen daran starben.
Keine Neuinfektionen ab 2030??
Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die Tuberkulose-Neuinfektionen bis zum Jahre 2030 auf Null zu drücken.
Ein utopischer, zur Zeit völlig unrealistischer Plan, weil dazu hochwirksame neue Medikamente und eine Infrastruktur in allen Ländern zur Diagnose und Behandlung gehört, beides ist bisher - und wohl auf absehbare Zeit - nicht vorhanden.
Nur 1,5% weniger pro Jahr - wenn überhaupt
Zur Zeit fällt die Zahl der Neuinfektionen jährlich bestenfalls nur um 1,5%, in einigen Ländern steigt sie:sogar an: dort wo Bürgerkriege, Unterernährung und Flüchtlinge das Bild beherrschen.
Ein Anstieg daher auch in den Ländern, die Flüchtlinge aufnehmen, wie Deutschland. Hier stieg die Zahl der Tuberkulosefälle von 4533 im Jahre 2014 auf 5865 im Jahre 2015.
Hinzu kommt: die Bereitstellung von Ressourcen zu Behandlung der Tuberkulose wird angesichts der finanziellen Krise deutlich abnehmen. Mehr Geld wird stattdessen für die Terrorbekämpfung und die Versorgung und Integration von Flüchtlingen bereitgestellt werden müssen.
Keine Rückkehr
Die Medien berichten in reisserischer Form von einer „Rückkehr der Tuberkulose“, davon kann jedoch keine Rede sein,
Vielmehr war in Deutschland die Tuberkulose auch nach Einführung der hochwirksamen Tuberkulostatika in den 60er Jahren nie ausgerottet, aber auf einem deutlich geringeren Level als heute.
Risikogruppen waren Alkoholiker, und Immunsupprimierte, also Menschen, die immunsuppressive Medikamente einnahmen. Hinzu kam dann ab den 80er Jahren die Immunschwächekrankheit HIV/AIDS. Die Einführung hocheffektiver antiviraler Medikamente bremste jedoch den Trend in dieser Risikogruppe .
Der erneute Anstieg der Tuberkulosekranken in Deutschland ist auf die hohe Zahl von Immigranten zurückzuführen, von denen einige an Tuberkulose erkrankt sind, insbesondere Migranten aus Gebieten mit ärztlicher Unterversorgung durch Bürgerkriege, deren Erkrankung deswegen nicht diagnostiziert und nicht behandelt werden konnte.
Anstieg der HIV-Infektionen und mehr Tuberkulose zu befürchten
Mit der erneuten Zunahme der HIV-Infektionen durch ungeschützen Mehrfachverkehr bei Sexparties nach der Einnahme von Drogen wie Crystal Meth, auch ChemSex genannt, erstmals in Grossbritannien beobachtet, muss in Deutschland gerechnet werden, denn mittlerweile sind diese „Sorglos-Endlos-Rammelparties“ ebenfalls in Deutschland im Ansteigen begriffen. In deren Folge muss nicht nur mit der Zunahme von Hepatitis B und C, und- teilweise antibiotika-resistenten - Geschlechtskrankheiten, sondern auch mit einer Zunahme der HIV-Infektionen, und in deren Folge mit Tuberkulose gerechnet werden.
In diesen Risikogruppen klammern sich zu allem Überfluss immer noch einige an den Aberglauben, dass HIV nicht zu Aids führt, und müssen für diesen Aberglauben einen hohen Preis bezahlen.
Viel Unfug
Was die Medien ansonsten verbreiten, bedarf der Klarstellung. So heisst es in einem Artikel im Hamburger Abendblatt vom 24.3. 2016:
Es gibt seltene Fälle von Lymphknoten- und Knochentuberkulose.
Diese Fälle sind jedoch keineswegs selten, Wir sehen zum, Beispiel im südlichen Afrika Lymphknotentuberkulose in 30-40% aller an Tuberkulose Erkrankten.


Lymphknotentuberkulose. Unter dem Mikroskop: übersät mit Tuberkelbakterien (rot)
Fotos: Dr. v. Paleske
In 10% unselektierter Knochenmarkpunktionen konnten ebenfalls Tuberkelbakterien nachgewiesen werden, wir berichteten darüber.
Eine gründliche ärztliche Eingangsuntersuchung eines jeden Migranten - nicht nur eine Röntgenaufnahme der Lunge - ist daher essentiell, allerdings nicht nur aus diesem Grunde
Keineswegs Schrecken verloren
Auch die Behauptung, die Tuberkulose habe ihren Schrecken verloren, weil sie innerhalb eines halben Jahres geheilt werden kann, trifft leider nicht mehr zu, denn die medikamentenresistente Tuberkulose (MDR) ist auf dem Vormarsch.
Mehr als drei Prozent aller Tuberkulosebakterien sind auf die Erstlinientherapie bereits resistent. Tendenz: Steigend.
In bestimmten Risikogruppen, wie Insassen von Gefängnissen in einigen osteuropäischen Ländern, ist dieser Anteil jedoch weit höher. Ebenfalls ist die extensiv resistente und damit nur langfristig und mit teuren Medikamenten und bei weitem nicht immer erfolgreich behandelbare Tuberkulose (XDR-TB). auf dem Vormarsch. nicht nur im südlichen Afrika.
Was gebraucht wird zur erfolgreichen Behandlung dieser resistenten Tuberkelbakterien sind daher neue Medikamente zu erschwinglichen Preisen.
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Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die Tuberkulose-Neuinfektionen bis zum Jahre 2030 auf Null zu drücken.
Ein utopischer, zur Zeit völlig unrealistischer Plan, weil dazu hochwirksame neue Medikamente und eine Infrastruktur in allen Ländern zur Diagnose und Behandlung gehört, beides ist bisher - und wohl auf absehbare Zeit - nicht vorhanden.
Nur 1,5% weniger pro Jahr - wenn überhaupt
Zur Zeit fällt die Zahl der Neuinfektionen jährlich bestenfalls nur um 1,5%, in einigen Ländern steigt sie:sogar an: dort wo Bürgerkriege, Unterernährung und Flüchtlinge das Bild beherrschen.
Ein Anstieg daher auch in den Ländern, die Flüchtlinge aufnehmen, wie Deutschland. Hier stieg die Zahl der Tuberkulosefälle von 4533 im Jahre 2014 auf 5865 im Jahre 2015.
Hinzu kommt: die Bereitstellung von Ressourcen zu Behandlung der Tuberkulose wird angesichts der finanziellen Krise deutlich abnehmen. Mehr Geld wird stattdessen für die Terrorbekämpfung und die Versorgung und Integration von Flüchtlingen bereitgestellt werden müssen.
Keine Rückkehr
Die Medien berichten in reisserischer Form von einer „Rückkehr der Tuberkulose“, davon kann jedoch keine Rede sein,
Vielmehr war in Deutschland die Tuberkulose auch nach Einführung der hochwirksamen Tuberkulostatika in den 60er Jahren nie ausgerottet, aber auf einem deutlich geringeren Level als heute.
Risikogruppen waren Alkoholiker, und Immunsupprimierte, also Menschen, die immunsuppressive Medikamente einnahmen. Hinzu kam dann ab den 80er Jahren die Immunschwächekrankheit HIV/AIDS. Die Einführung hocheffektiver antiviraler Medikamente bremste jedoch den Trend in dieser Risikogruppe .
Der erneute Anstieg der Tuberkulosekranken in Deutschland ist auf die hohe Zahl von Immigranten zurückzuführen, von denen einige an Tuberkulose erkrankt sind, insbesondere Migranten aus Gebieten mit ärztlicher Unterversorgung durch Bürgerkriege, deren Erkrankung deswegen nicht diagnostiziert und nicht behandelt werden konnte.
Anstieg der HIV-Infektionen und mehr Tuberkulose zu befürchten
Mit der erneuten Zunahme der HIV-Infektionen durch ungeschützen Mehrfachverkehr bei Sexparties nach der Einnahme von Drogen wie Crystal Meth, auch ChemSex genannt, erstmals in Grossbritannien beobachtet, muss in Deutschland gerechnet werden, denn mittlerweile sind diese „Sorglos-Endlos-Rammelparties“ ebenfalls in Deutschland im Ansteigen begriffen. In deren Folge muss nicht nur mit der Zunahme von Hepatitis B und C, und- teilweise antibiotika-resistenten - Geschlechtskrankheiten, sondern auch mit einer Zunahme der HIV-Infektionen, und in deren Folge mit Tuberkulose gerechnet werden.
In diesen Risikogruppen klammern sich zu allem Überfluss immer noch einige an den Aberglauben, dass HIV nicht zu Aids führt, und müssen für diesen Aberglauben einen hohen Preis bezahlen.
Viel Unfug
Was die Medien ansonsten verbreiten, bedarf der Klarstellung. So heisst es in einem Artikel im Hamburger Abendblatt vom 24.3. 2016:
Es gibt seltene Fälle von Lymphknoten- und Knochentuberkulose.
Diese Fälle sind jedoch keineswegs selten, Wir sehen zum, Beispiel im südlichen Afrika Lymphknotentuberkulose in 30-40% aller an Tuberkulose Erkrankten.


Lymphknotentuberkulose. Unter dem Mikroskop: übersät mit Tuberkelbakterien (rot)
Fotos: Dr. v. Paleske
In 10% unselektierter Knochenmarkpunktionen konnten ebenfalls Tuberkelbakterien nachgewiesen werden, wir berichteten darüber.
Eine gründliche ärztliche Eingangsuntersuchung eines jeden Migranten - nicht nur eine Röntgenaufnahme der Lunge - ist daher essentiell, allerdings nicht nur aus diesem Grunde
Keineswegs Schrecken verloren
Auch die Behauptung, die Tuberkulose habe ihren Schrecken verloren, weil sie innerhalb eines halben Jahres geheilt werden kann, trifft leider nicht mehr zu, denn die medikamentenresistente Tuberkulose (MDR) ist auf dem Vormarsch.
Mehr als drei Prozent aller Tuberkulosebakterien sind auf die Erstlinientherapie bereits resistent. Tendenz: Steigend.
In bestimmten Risikogruppen, wie Insassen von Gefängnissen in einigen osteuropäischen Ländern, ist dieser Anteil jedoch weit höher. Ebenfalls ist die extensiv resistente und damit nur langfristig und mit teuren Medikamenten und bei weitem nicht immer erfolgreich behandelbare Tuberkulose (XDR-TB). auf dem Vormarsch. nicht nur im südlichen Afrika.
Was gebraucht wird zur erfolgreichen Behandlung dieser resistenten Tuberkelbakterien sind daher neue Medikamente zu erschwinglichen Preisen.
Tuberkulosetag 2016: Kein Grund zum Aufatmen und zur Verharmlosung






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