"Where is my ship?" Arctic Sea bleibt verschwunden
World Content News - Danke Russland. Wir haben alles gesehen. Die heldenhaft gerettete Mannschaft der Arctic Sea. Die bösen Entführer der Arctic Sea. Sogar ein Interview mit einem der gefangenen Piraten hast Du uns gezeigt. Du bist ein medienoffenes Land geworden, das nichts zu verbergen hat. Nur ein klitzekleines Souvenir vermissen wir noch: Das Objekt der Begierde - die Arctic Sea itself.

Fliegender Holländer: "Johohoe! Traft ihr das Schiff im Meere an?"
Was passiert eigentlich normalerweise bei einem Medienereignis wie diesem? Ja, die Schuldigen werden vorgeführt, die erschöpfte Crew wird freudig empfangen und - im Hintergrund - ganz groß - das Objekt, von dem in den letzten Wochen ständig die Rede war und inzwischen bei der Suchmaschine Google 7.880.000 Treffer vorweisen kann. Das ist normalerweise der Stolz und der Mittelpunkt jeder Pressestelle - seht her, das Schiff ist wieder da - wir haben es den Bösewichtern wieder abgejagt...
Aber nichts, njet, nicht mal ein kleines unscharfes Foto wird der Öffentlichkeit gegönnt. Statt dessen wird das Schiff eiligst in einen russischen Schwarzmeerhafen verschleppt. Das wirft noch mehr Fragen auf, als die ohnehin schon suspekte Geschichte mit der Entführung und dem Verschwinden des Schiffes.
Freilich - für manche sind damit auch alle Fragen beantwortet. Für diejenigen nämlich, die von Anfang an an eine Inszenierung geglaubt haben. Deren Verdacht sieht sich nun bestätigt: Da ist ein extrem krummes Ding gelaufen.
Und die westliche Mainstream-Presse, die vorher ohne zu murren und ohne mal nachzudenken folgsam jede behördliche Verlautbarung mitgeschrieben hat, spielt plötzlich verrückt. Von Waffenschmuggel ist die Rede, gar von versteckten Missiles, die in den Iran gehen sollten. IRAN! Das war das Stichwort, wo jetzt wieder alle hinter dem Ofen hervorgekrochen kommen und jeden Blödsinn mitschreiben, den "Experten" von sich geben, Hauptsache man hat wieder was über den Lieblingsfeind zu kamellen.
Konkret geht es um vier (sic!) Marschflugkörper vom Typ X-55 (auch Kh-55, Nato-Codename: AS 15 Kent), berichtet die ukrainische (!) Zeitung "Obozrevatel", die heimlich in Kaliningrad an Bord der Arctic Sea verbracht worden sein sollen.

Zugebrettert: Missiles aus dem Museum für den Lieblingsfeind Iran
OK - dann sind sie also erst mal seelenruhig hoch ins finnische Pietarsaari damit getuckert um Holz zu holen. Womöglich ganz offen, vielleicht unter Planen verborgen, falls das Schiff zu diesem Zeitpunkt nichts geladen hatte. Und dann sind sie - jetzt unter Holz versteckt - wieder zurück und anschließend wurde dieses Entführungsdrama veranstaltet, damit es auch auffällt oder wozu auch immer.
Ein Schwindel erregende Vorstellung. Was natürlich die Theorie nicht hinfällig macht, dass da etwas auf dem Schiff war, was dort nicht hingehörte.
Aber ein alter Geheimdiensttrick geht so: Schlage bei einem Schiff heftig mit den (Schwimm-) Flügeln, mit den drei anderen ziehst Du mit der heißen Ware husch um die nächste Ecke. Oder ein weiterer: Fixiere ein Ereignis auf einen bestimmten Zeitpunkt, um vom vorherigen Verlauf abzulenken.
Es muss auf jeden Fall einen gewichtigen Grund geben, wieso das Schiff bisher unsichtbar bleibt. Folgendes kommt in Betracht:
In den letzten beiden Fällen würde dies wahrscheinlich früher oder später auffliegen, zumal inzwischen den europäischen Behörden ein Mituntersuchungsrecht nicht ausdrücklich abgesprochen wurde. Es sei denn, das Schiff fällt auf dem Weg nach Noworossijsk einem bedauerlichen Unfall zum Opfer.
Der zweite große Honey-Pot ist das AIS Signal der Arctic Sea aus dem Golf von Biskaya am 15.08, dessen Existenz später dementiert wurde. Es ist aber existent und wurde aufgezeichnet. Wenn es nicht die letzte Position der Arctic Sea war, dann wurde es entweder durch Manipulation geklont oder es wurde durch die Bergung des Senders ausgelöst.
Im ersten Fall konnten sich die Manipulateure sicher sein, dass das Signal nicht an Land ankommen würde, da die Empfangsstation Nantes seit Tagen abgeschaltet war und der Sender sich außerhalb des üblichen Empfangsbereiches befand. Das Pech war: An diesem Tag gab es wetterbedingte Überreichweiten.

Mysterium: Das doppelte Lottchen im Kielwasser der Arctic Sea
Und last aber auf keinen Fall least sind da noch die AIS-Spuren vor dem angeblichen Überfall am 22. Juli. Es entsteht der Eindruck, als wäre ein zweites Schiff mit der identischen Kennung der Arctic Sea in Abstand von etwa einer halben Stunde hinterhergefahren, und das etwa drei Stunden lang.
Diesen und anderen Fragen sollten die investigativen Sitzfleischreporter von der Presse auf den Grund gehen und sich nicht von ukrainischen Propagandapubsern raketenhaft in die Irre führen lassen.
Hier noch die Namen der Entführer, gegen die inzwischen Haftbefehl erlassen wurde: Alexei Andryushin, Yevgeny Mironov, Dmitri Bartenev, Igor Borisov, Vitaliy Lepin, Alex Boulet, Andrey Lunev und Dmitriys Savinf.
News:
Haftbefehl gegen Piraten
(n-tv.de, 21.08.2009)
Arctic Sea – Umweltschützer als Piraten?
(russland.ru, 21.08.2009)
Rogosin: „Arctic Sea“ war kein russisches „Irangate“
(Russland.ru, 20.08.2009)
Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Fliegender Holländer: "Johohoe! Traft ihr das Schiff im Meere an?"
Was passiert eigentlich normalerweise bei einem Medienereignis wie diesem? Ja, die Schuldigen werden vorgeführt, die erschöpfte Crew wird freudig empfangen und - im Hintergrund - ganz groß - das Objekt, von dem in den letzten Wochen ständig die Rede war und inzwischen bei der Suchmaschine Google 7.880.000 Treffer vorweisen kann. Das ist normalerweise der Stolz und der Mittelpunkt jeder Pressestelle - seht her, das Schiff ist wieder da - wir haben es den Bösewichtern wieder abgejagt...
Aber nichts, njet, nicht mal ein kleines unscharfes Foto wird der Öffentlichkeit gegönnt. Statt dessen wird das Schiff eiligst in einen russischen Schwarzmeerhafen verschleppt. Das wirft noch mehr Fragen auf, als die ohnehin schon suspekte Geschichte mit der Entführung und dem Verschwinden des Schiffes.
Freilich - für manche sind damit auch alle Fragen beantwortet. Für diejenigen nämlich, die von Anfang an an eine Inszenierung geglaubt haben. Deren Verdacht sieht sich nun bestätigt: Da ist ein extrem krummes Ding gelaufen.
Und die westliche Mainstream-Presse, die vorher ohne zu murren und ohne mal nachzudenken folgsam jede behördliche Verlautbarung mitgeschrieben hat, spielt plötzlich verrückt. Von Waffenschmuggel ist die Rede, gar von versteckten Missiles, die in den Iran gehen sollten. IRAN! Das war das Stichwort, wo jetzt wieder alle hinter dem Ofen hervorgekrochen kommen und jeden Blödsinn mitschreiben, den "Experten" von sich geben, Hauptsache man hat wieder was über den Lieblingsfeind zu kamellen.
Konkret geht es um vier (sic!) Marschflugkörper vom Typ X-55 (auch Kh-55, Nato-Codename: AS 15 Kent), berichtet die ukrainische (!) Zeitung "Obozrevatel", die heimlich in Kaliningrad an Bord der Arctic Sea verbracht worden sein sollen.

Zugebrettert: Missiles aus dem Museum für den Lieblingsfeind Iran
OK - dann sind sie also erst mal seelenruhig hoch ins finnische Pietarsaari damit getuckert um Holz zu holen. Womöglich ganz offen, vielleicht unter Planen verborgen, falls das Schiff zu diesem Zeitpunkt nichts geladen hatte. Und dann sind sie - jetzt unter Holz versteckt - wieder zurück und anschließend wurde dieses Entführungsdrama veranstaltet, damit es auch auffällt oder wozu auch immer.
Ein Schwindel erregende Vorstellung. Was natürlich die Theorie nicht hinfällig macht, dass da etwas auf dem Schiff war, was dort nicht hingehörte.
Aber ein alter Geheimdiensttrick geht so: Schlage bei einem Schiff heftig mit den (Schwimm-) Flügeln, mit den drei anderen ziehst Du mit der heißen Ware husch um die nächste Ecke. Oder ein weiterer: Fixiere ein Ereignis auf einen bestimmten Zeitpunkt, um vom vorherigen Verlauf abzulenken.
Es muss auf jeden Fall einen gewichtigen Grund geben, wieso das Schiff bisher unsichtbar bleibt. Folgendes kommt in Betracht:
- Es werden derzeit unerwünschte Spuren beseitigt, von einer Ladung oder von der Befreiung
- Eine Gefahrensituation, welche auch immer, besteht weiter
- Das Schiff ist entweder gesunken oder so schwer beschädigt, dass man es der Öffentlichkeit nicht plausibel machen könnte
- Die Arctic Sea ist nicht die Arctic Sea. Ein anderer Frachter hat den AIS-Sender, die entsprechenden Papiere und den Anstrich. (Das letzte Archiv-Foto stammt von Dez. 2008).
In den letzten beiden Fällen würde dies wahrscheinlich früher oder später auffliegen, zumal inzwischen den europäischen Behörden ein Mituntersuchungsrecht nicht ausdrücklich abgesprochen wurde. Es sei denn, das Schiff fällt auf dem Weg nach Noworossijsk einem bedauerlichen Unfall zum Opfer.
Der zweite große Honey-Pot ist das AIS Signal der Arctic Sea aus dem Golf von Biskaya am 15.08, dessen Existenz später dementiert wurde. Es ist aber existent und wurde aufgezeichnet. Wenn es nicht die letzte Position der Arctic Sea war, dann wurde es entweder durch Manipulation geklont oder es wurde durch die Bergung des Senders ausgelöst.
Im ersten Fall konnten sich die Manipulateure sicher sein, dass das Signal nicht an Land ankommen würde, da die Empfangsstation Nantes seit Tagen abgeschaltet war und der Sender sich außerhalb des üblichen Empfangsbereiches befand. Das Pech war: An diesem Tag gab es wetterbedingte Überreichweiten.

Mysterium: Das doppelte Lottchen im Kielwasser der Arctic Sea
Und last aber auf keinen Fall least sind da noch die AIS-Spuren vor dem angeblichen Überfall am 22. Juli. Es entsteht der Eindruck, als wäre ein zweites Schiff mit der identischen Kennung der Arctic Sea in Abstand von etwa einer halben Stunde hinterhergefahren, und das etwa drei Stunden lang.
Diesen und anderen Fragen sollten die investigativen Sitzfleischreporter von der Presse auf den Grund gehen und sich nicht von ukrainischen Propagandapubsern raketenhaft in die Irre führen lassen.
Hier noch die Namen der Entführer, gegen die inzwischen Haftbefehl erlassen wurde: Alexei Andryushin, Yevgeny Mironov, Dmitri Bartenev, Igor Borisov, Vitaliy Lepin, Alex Boulet, Andrey Lunev und Dmitriys Savinf.
News:
Haftbefehl gegen Piraten
(n-tv.de, 21.08.2009)
Arctic Sea – Umweltschützer als Piraten?
(russland.ru, 21.08.2009)
Rogosin: „Arctic Sea“ war kein russisches „Irangate“
(Russland.ru, 20.08.2009)

sfux - 21. Aug, 20:52 Article 1462x read