Kubas Gesundheitswesen – Modell für die Dritte Welt?
Dr. Alexander von Paleske ---- 21.3.2016 ---- US-Präsident Obama besucht Kuba. Er korrigiert damit eine Politik, die es in mehr als 50 Jahren nicht geschafft hat, dieses Land kleinzukriegen, ihm aber gleichwohl einen enormen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat.
Umfang es Schadens: von der britischen Medienanstalt BBC auf 1 Billion US Dollar geschätzt.
11 US-Präsidenten
Fidel Castro, der mit seinen Anhängern 1959 den korrupten Diktator Batista davongejagt hatte, überlebte nicht nur etliche von den USA daraufhin inszenierte Mordanschläge, sondern hat danach insgesamt 10 US Präsidenten kommen und gehen sehen, der 11., Obama, nun auf Staatsbesuch
Erfolge im Gesundheitswesen
Trotz des enormen wirtschaftlichen Schadens hat Kuba im Bereich der Gesundheitsversorgung grosse Erfolge aufzuweisen.
Mittlerweile steht Kuba besser da, als alle 3. Welt Länder. Mehr noch: teilweise ist die Gesundheitsversorgung besser als in den USA. Zwar kein Cape Canaveral, aber auch längst kein Lambarene mehr.
Ein Blick auf das Gesundheitswesen in Kuba heute
Wer akzeptiert, dass Gesundheitswesen in der Breite und für viele wichtiger ist, als einzelne Hochleistungsbereiche für wenige, der muss erstaunt feststellen:
- Kuba hat die höchste Ärztedichte in der Welt: 67 Ärzte pro 10.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Grossbritannien sind es 37 per 10.000-
- Ein Hausarzt und eine Krankenschwester kümmern sich um 150-200 Familien. Diese Ärzte leben in dieser Community, kennen die meisten beim Namen, und kennen auch die sozialen Probleme.
- Vorsorge steht an erster Stelle, resultierend in einer deutlichen Abnahme der Säuglingssterblichkeit um 40%. Die Säuglingssterblichkeit ist geringer als in den USA.
- Die Müttersterblichkeit konnte ebenfalls deutlich gesenkt werden: durch konsequente Vermeidung von Hausgeburten, und regelmässiger Ultraschall nach der 11. und 21.Schwangerschaftswoche.
Schwerpunkt Prävention
Dort gehen die knappen Ressourcen hin, durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung beispielsweise von Herzerkrankungen können Krankenhauseinweisungen vermieden werden.
Risikogruppen wie Hochdruckpatienten und Suchtgefährdete geniessen die besondere Aufmerksamkeit der Hausärzte.
Ärzte für die Dritte Welt
In der 3. Welt fehlen schon seit Jahren rund 7 Millionen Ärzte, Krankenschwestern und weiteres Personal im öffentlichen Gesundheitswesen.
Kuba hat, darauf reagiert, und bildet seit Jahren Ärzte aus Dritte Welt Ländern aus – kostenlos.
Im Jahre 1998 wurde die Escuela Latinoamericana de Medicina die ELAM Medical School eröffnet, die ausschliesslich Ärzte aus unterentwickelten Ländern kostenlos ausbildet.
Mehr als 26.000 Studenten aus 123 Ländern haben ihr Medizinstudium dort absolviert, darunter auch mehrere Hundert US-Bürger, die aus armen Familien stammen, und sich ein Medizinstudium in den USA nicht leisten können. Null Studiengebühren, kostenlose Unterbringung, und etwas Taschengeld.

Welches westliche Land kann Vergleichbares vorweisen?
Dort werden stattdessen Programme aufgelegt, die Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose ausrotten sollen, ohne ausreichende Beantwortung der Frage, wer diese Programme eigentlich umsetzen soll.
Kubanische Ärzte in der 3. Welt
Mehr noch: auch der Einsatz von kubanischen Ärzten in armen Ländern kann nur als vorbildlich bezeichnet werden: Mehr als 49.000 kubanische Ärzte und Schwestern arbeiten in 63 Dritte Welt Ländern. Ich selbst habe mit vielen kubanischen Ärzten in Simbabwe und Botswana bestens zusammengearbeitet.
Keine Überraschung, dass Kuba ein grosses Kontingent von Ärzten und Schwestern nach Westafrika entsandte, als dort die Ebola-Seuche wütete.
Der Beitrag des reichen Deutschland war demgegenüber lächerlich gering..
Herausforderung: Nicht übertragbare Krankheiten
Nachdem es, anders als in vielen lateinamerikanischen Ländern, letztes Beispiel die Zika-Epidemie, gelang die Infektionskrankheiten unter Kontrolle zu bringen, und die Vektoren der Übertragung wie Moskitos, Ratten und Kakerlaken so weit wie möglich zu reduzieren, stehen als nächste Herausforderung die nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Hochdruck und Krebs an.
Auch die Bezahlung der Ärzte muss verbessert werden - zur Zeit verdient ein Hausarzt umgerechnet 3 US Dollar pro Tag, ein Spezialist 10 Dollar, und viele Ärzte können sich nur durch Nebenjobs wie Taxifahren über Wasser halten - ohne einer Zweiklassenmedizin wie in den meisten Dritte Welt-Ländern Vorschub zu leisten.
Obama könnte bei seinem Besuch viel lernen, nur: das ist natürlich nicht das Ziel der Reise: Er kam mit einer grossen Wirtschaftsdelegation angereist. Investment lockt. Bereits jetzt gibt es 100 Flüge täglich zwischen den USA und Kuba. Da ist im Bereich Tourismus, Hotels und Kaffeeketten noch ordentlich was zu holen.
Kuba, dessen Hauptstadt Havanna vor der Revolution 1959 ein Riesen-Puff für Nordamerikaner, aufgeteilt zwischen Mafiafamilien war, muss einen Weg zwischen Investment einerseits, und Festhalten an den Errungenschaften wie im Gesundheitswesen finden.
Fazit:
Kubas Gesundheitswesen, unter enormen Schwierigkeiten aufgebaut, ist in der Tat ein Modell – nicht nur für die 3. Welt
Umfang es Schadens: von der britischen Medienanstalt BBC auf 1 Billion US Dollar geschätzt.
11 US-Präsidenten
Fidel Castro, der mit seinen Anhängern 1959 den korrupten Diktator Batista davongejagt hatte, überlebte nicht nur etliche von den USA daraufhin inszenierte Mordanschläge, sondern hat danach insgesamt 10 US Präsidenten kommen und gehen sehen, der 11., Obama, nun auf Staatsbesuch
Erfolge im Gesundheitswesen
Trotz des enormen wirtschaftlichen Schadens hat Kuba im Bereich der Gesundheitsversorgung grosse Erfolge aufzuweisen.
Mittlerweile steht Kuba besser da, als alle 3. Welt Länder. Mehr noch: teilweise ist die Gesundheitsversorgung besser als in den USA. Zwar kein Cape Canaveral, aber auch längst kein Lambarene mehr.
Ein Blick auf das Gesundheitswesen in Kuba heute
Wer akzeptiert, dass Gesundheitswesen in der Breite und für viele wichtiger ist, als einzelne Hochleistungsbereiche für wenige, der muss erstaunt feststellen:
- Kuba hat die höchste Ärztedichte in der Welt: 67 Ärzte pro 10.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Grossbritannien sind es 37 per 10.000-
- Ein Hausarzt und eine Krankenschwester kümmern sich um 150-200 Familien. Diese Ärzte leben in dieser Community, kennen die meisten beim Namen, und kennen auch die sozialen Probleme.
- Vorsorge steht an erster Stelle, resultierend in einer deutlichen Abnahme der Säuglingssterblichkeit um 40%. Die Säuglingssterblichkeit ist geringer als in den USA.
- Die Müttersterblichkeit konnte ebenfalls deutlich gesenkt werden: durch konsequente Vermeidung von Hausgeburten, und regelmässiger Ultraschall nach der 11. und 21.Schwangerschaftswoche.
Schwerpunkt Prävention
Dort gehen die knappen Ressourcen hin, durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung beispielsweise von Herzerkrankungen können Krankenhauseinweisungen vermieden werden.
Risikogruppen wie Hochdruckpatienten und Suchtgefährdete geniessen die besondere Aufmerksamkeit der Hausärzte.
Ärzte für die Dritte Welt
In der 3. Welt fehlen schon seit Jahren rund 7 Millionen Ärzte, Krankenschwestern und weiteres Personal im öffentlichen Gesundheitswesen.
Kuba hat, darauf reagiert, und bildet seit Jahren Ärzte aus Dritte Welt Ländern aus – kostenlos.
Im Jahre 1998 wurde die Escuela Latinoamericana de Medicina die ELAM Medical School eröffnet, die ausschliesslich Ärzte aus unterentwickelten Ländern kostenlos ausbildet.
Mehr als 26.000 Studenten aus 123 Ländern haben ihr Medizinstudium dort absolviert, darunter auch mehrere Hundert US-Bürger, die aus armen Familien stammen, und sich ein Medizinstudium in den USA nicht leisten können. Null Studiengebühren, kostenlose Unterbringung, und etwas Taschengeld.

Welches westliche Land kann Vergleichbares vorweisen?
Dort werden stattdessen Programme aufgelegt, die Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose ausrotten sollen, ohne ausreichende Beantwortung der Frage, wer diese Programme eigentlich umsetzen soll.
Kubanische Ärzte in der 3. Welt
Mehr noch: auch der Einsatz von kubanischen Ärzten in armen Ländern kann nur als vorbildlich bezeichnet werden: Mehr als 49.000 kubanische Ärzte und Schwestern arbeiten in 63 Dritte Welt Ländern. Ich selbst habe mit vielen kubanischen Ärzten in Simbabwe und Botswana bestens zusammengearbeitet.
Keine Überraschung, dass Kuba ein grosses Kontingent von Ärzten und Schwestern nach Westafrika entsandte, als dort die Ebola-Seuche wütete.
Der Beitrag des reichen Deutschland war demgegenüber lächerlich gering..
Herausforderung: Nicht übertragbare Krankheiten
Nachdem es, anders als in vielen lateinamerikanischen Ländern, letztes Beispiel die Zika-Epidemie, gelang die Infektionskrankheiten unter Kontrolle zu bringen, und die Vektoren der Übertragung wie Moskitos, Ratten und Kakerlaken so weit wie möglich zu reduzieren, stehen als nächste Herausforderung die nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Hochdruck und Krebs an.
Auch die Bezahlung der Ärzte muss verbessert werden - zur Zeit verdient ein Hausarzt umgerechnet 3 US Dollar pro Tag, ein Spezialist 10 Dollar, und viele Ärzte können sich nur durch Nebenjobs wie Taxifahren über Wasser halten - ohne einer Zweiklassenmedizin wie in den meisten Dritte Welt-Ländern Vorschub zu leisten.
Obama könnte bei seinem Besuch viel lernen, nur: das ist natürlich nicht das Ziel der Reise: Er kam mit einer grossen Wirtschaftsdelegation angereist. Investment lockt. Bereits jetzt gibt es 100 Flüge täglich zwischen den USA und Kuba. Da ist im Bereich Tourismus, Hotels und Kaffeeketten noch ordentlich was zu holen.
Kuba, dessen Hauptstadt Havanna vor der Revolution 1959 ein Riesen-Puff für Nordamerikaner, aufgeteilt zwischen Mafiafamilien war, muss einen Weg zwischen Investment einerseits, und Festhalten an den Errungenschaften wie im Gesundheitswesen finden.
Fazit:
Kubas Gesundheitswesen, unter enormen Schwierigkeiten aufgebaut, ist in der Tat ein Modell – nicht nur für die 3. Welt
onlinedienst - 21. Mär, 20:22 Article 2526x read