Gründer der Crips Hingerichtet
Stephan Fuchs - Heute morgen um 09.01 MEZ wird Stanley „Tookie“ Williams (51) mit der Giftspritze hingerichtet. Tookie wurde 1981 wegen vierfachen Mordes schuldig gesprochen. Prominente – vom südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu bis Schauspieler Russell Crowe – setzten sich für Tookie ein. Der Schweizer SP-Nationalrat Mario Fehr schlug ihn 2001 gar für den Friedensnobelpreis vor.

Der Terminator hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.
Williams ist die Ikone einer ganzen Generation: er gilt als Mitbegründer der legendären Grossstadt Jugendgang Crisp. Die Crips wurden 1969 unter anderem von Raymond Washington, LoC Daddy Angelo, Joe "Hover" Ben, als Antwort auf die herrschende Gewalt in Los Angeles' Straßen gegründet und wurden sehr schnell populär. Schon bald stieg ihre Dominanz auf L.A.s Straßen auf das dreifache aller anderen Jugendbanden zusammen. Als bis 1972 immer wieder Mitglieder der kleineren Gruppen von Mitgliedern der Crips ermordet wurden, schlossen sich die meisten dieser Gruppen zu den Bloods zusammen, so die L.A. Brims, Denver Lanes, Bishops, Lueders Park Hustlers, Athens Park Boys, Pueblos und die Inglewood Family.

Noldi endlich wie im Film: Judgment Day
Von da an gab es über Jahre immer wieder blutige Bandenkriege, die jährlich viele hundert Bandenmitglieder das Leben kosteten (über 800 allein im Jahr 1995).
Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Gewalt zwischen Crips und Bloods bei weitem nicht der Hauptgrund für die Opferzahlen ist - die knapp 200 Crip Gangs in Los Angeles sind zum größten Teil untereinander verfeindet - so sterben sehr viel mehr Crips durch Angriffe anderer Crips als durch Bloods. Als erster großer Konflikt von Crips untereinander gilt die Feindschaft der Rollin´ 60s N-Hood Crips und der Eight Tray Gangster Crips, die bis ins Jahr 1979 zurückreicht und bis heute allein über 500 Bandenmitgliedern den Tod gebracht hat.
Gewalt unter Blood Gangs ist im Gegensatz dazu sehr selten. Im Jahr 1992 wurde unter dem Eindruck der Rassenunruhen ein Friedensvertrag auf den Weg gebracht, der für den Nobelpreis nominiert wurde. Auf Dauer hatte diese Übereinkunft jedoch keinen Bestand, so dass die Zustände und Opferzahlen heute wieder dem Stand von vor 1992 entsprechen. Die dritte große US-amerikanische Gang ist die Mara salvatrucha, die jedoch im Zusammenhang mit den Bloods und Crips seltener erwähnt wird.
Stanley „Tookie“ Williams indes, wurde 1981 wegen Mordes verhaftet, seither sitzt er in der Todeszelle. Der Terminator, Arnold Schwarzenegger, hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.
Kinderbücher schreiben
Stanley Williams brachte sich im Gefängnis sich Lesen und Schreiben bei und begann dann mit dem Schreiben von Kinderbüchern, in denen er sich gegen Drogen, Gewalt und Rassismus ausspricht. Aufgrund dessen ist er insgesamt zehnmal für einen Nobelpreis nominiert worden (sechsmal für den Friedensnobelpreis und viermal für den Literaturnobelpreis). Erstmals wurde er im Jahr 2001 von Mario Fehr nominiert. Er bestreitet bis heute die ihm vorgeworfenen Morde begangen zu haben, dennoch hat er sich für die Gründung der Crips in aller Öffentlichkeit entschuldigt.
Das Einsitzen in der Todeszelle ist grauenhaft:
Die Psycho-Qual begann für Williams schon am 26. Oktober. Da liest ihm Gefängnis-Direktor Warden Stokes die Hinrichtungs-Vorschrift vor. 43 Seiten: «San Quentin Verfahrens-Prozedur Nr. 770». Zuerst kommt der Geistliche, um die «Gedanken über Sterben und Tod» des Häftlings zu erforschen. Dann wird Williams aus der Zelle, in der er 24 Jahre sass, in eine grössere verlegt – ein «Geschenk».
Am letzten Donnerstag zieht dann ein Spezial-Team von Gefängniswärtern auf, das alle 15 Minuten über die Lage in der Todeszelle Protokoll führt. Um Selbstmord zu verhindern.
Ein Privileg für Todeskandidaten: Sie dürfen mehr Besucher empfangen. Aber auch für Tookies Freunde wie Rapper Snoop Dogg oder Schauspieler Jamie Foxx gilt: «Der Häftling und seine Besucher dürfen sich zu Beginn und am Ende der Visite kurz umarmen oder die Hände schütteln. Kein anderer Kontakt ist erlaubt.»
Vor drei Tagen beginnt Tookies Isolierung. Schon seit Donnerstag darf er keine persönlichen Gegenstände mehr bei sich haben – nicht einmal seine Zahnbürste. Am Sonntag inspizierte der Aufseher die Henkers-Utensilien: «12 Rollen Klebeband, 20 Spritzen, 10 Nadeln, 4 Behälter mit Kochsalzlösung, 6 Binden, 2 Kästen Gummihandschuhe, je 1 Kasten mit Operationsmasken und alkoholgetränkten Wischtüchern.»
Letzter Absatz von Prozedur 770: «Der Leichnam soll mit Vorsicht und Würde entfernt und die Todeskammer sorgfältig gereinigt werden.»
Tookie's Corner
On death row, an author and Nobel nominee
Stanley „Tookie“ Williams
What is the relationship between prisoner and guard? Is it slave versus master?
Foremost, the interactions between captor and captive can vary from person to person. All guards do not behave the same way; neither does every prisoner exhibit an identical pattern of behavior. But a relationship of any kind that is based on distrust, caution or fear will eventually give rise to open hostility.
In prison, the basis of the so-called relationship between guards and prisoners is that guards issue institutional orders and prisoners must comply – or the prisoners suffer the consequences. These consequences include prisoners being placed in solitary confinement in "The Hole," which is known as receiving "hole time," or prisoners are forced to comply through violence inflicted on prisoners.
In the matter of the master-slave concept, there are commonalities between a guard as master and a prisoner as slave.
Similarity between the guard’s role and the master’s role can be found in the guard’s absolute power to control the prisoner. This control is carried out by enforcing rules on the prisoner; closely watching the prisoner to ensure compliance with those rules; punishing, abusing and, if need be, eliminating the prisoner through banishment to solitary confinement or through violence.
On the other hand, the resemblance of the prisoner to the slave is that both are subjected to strict rules, confined like animals, controlled, often brutalized physically as well as psychologically, and deprived of basic human rights.
Dare I take the master-slave connection a step further to point out that many people – of all races and ethnicities – have allowed themselves to be modern-day slaves. Indeed, a person does not have to be Black to exhibit a slave mentality. Unwittingly, too many of us – and it does not matter whether we are Black, Asian, Chicano or White – perpetuate "the Master’s will" through our own self-hatred and destructive behavior. For those individuals who are in denial, here are some recognizable signs of self-perpetuation of slave behavior, be it in prison or in society.
Modern-Day Slave Traits
1. A modern-day slave will neglect to educate himself, which in turn creates mental slavery. (During slavery, Blacks were prohibited from learning to read or write. So, these days, everyone should take advantage of the opportunity to get an education.)
2. A modern-day slave will swindle and commit other crimes against his own people and others instead of helping to break the chains of poverty by earning an honest living.
3. A modern-day slave will perpetuate self-hate through committing violence on people of his same ethnicity, such as black-on-black violence, including murder, which is a form of genocide.
4. A modern-day slave will deal, buy and/or use drugs that will make him and others function as slaves (addicts) to drugs, slaves to misery and slaves to defeat.
5. A modern-day slave will adopt the wicked ways of the slave master, who disrespected and abused women.
6. A modern-day slave will abandon his children – leaving them for someone else to raise – just as the old masters abandoned Black children by selling them off to other slave owners, not caring about their fate.
7. A modern-day slave will foolishly commit crimes that cause him to end up behind bars, incarcerated, in mental and physical bondage.
Take a look at this list and then read it again. Look within yourself for any similarities and eliminate your modern-day slave traits. If you cannot admit to any of the seven signs, you are in denial. But all is not lost. The first step toward defeating a slave mentality begins with your acknowledgment that it exists.

Der Terminator hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.
Williams ist die Ikone einer ganzen Generation: er gilt als Mitbegründer der legendären Grossstadt Jugendgang Crisp. Die Crips wurden 1969 unter anderem von Raymond Washington, LoC Daddy Angelo, Joe "Hover" Ben, als Antwort auf die herrschende Gewalt in Los Angeles' Straßen gegründet und wurden sehr schnell populär. Schon bald stieg ihre Dominanz auf L.A.s Straßen auf das dreifache aller anderen Jugendbanden zusammen. Als bis 1972 immer wieder Mitglieder der kleineren Gruppen von Mitgliedern der Crips ermordet wurden, schlossen sich die meisten dieser Gruppen zu den Bloods zusammen, so die L.A. Brims, Denver Lanes, Bishops, Lueders Park Hustlers, Athens Park Boys, Pueblos und die Inglewood Family.

Noldi endlich wie im Film: Judgment Day
Von da an gab es über Jahre immer wieder blutige Bandenkriege, die jährlich viele hundert Bandenmitglieder das Leben kosteten (über 800 allein im Jahr 1995).
Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Gewalt zwischen Crips und Bloods bei weitem nicht der Hauptgrund für die Opferzahlen ist - die knapp 200 Crip Gangs in Los Angeles sind zum größten Teil untereinander verfeindet - so sterben sehr viel mehr Crips durch Angriffe anderer Crips als durch Bloods. Als erster großer Konflikt von Crips untereinander gilt die Feindschaft der Rollin´ 60s N-Hood Crips und der Eight Tray Gangster Crips, die bis ins Jahr 1979 zurückreicht und bis heute allein über 500 Bandenmitgliedern den Tod gebracht hat.
Gewalt unter Blood Gangs ist im Gegensatz dazu sehr selten. Im Jahr 1992 wurde unter dem Eindruck der Rassenunruhen ein Friedensvertrag auf den Weg gebracht, der für den Nobelpreis nominiert wurde. Auf Dauer hatte diese Übereinkunft jedoch keinen Bestand, so dass die Zustände und Opferzahlen heute wieder dem Stand von vor 1992 entsprechen. Die dritte große US-amerikanische Gang ist die Mara salvatrucha, die jedoch im Zusammenhang mit den Bloods und Crips seltener erwähnt wird.
Stanley „Tookie“ Williams indes, wurde 1981 wegen Mordes verhaftet, seither sitzt er in der Todeszelle. Der Terminator, Arnold Schwarzenegger, hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.
Kinderbücher schreiben
Stanley Williams brachte sich im Gefängnis sich Lesen und Schreiben bei und begann dann mit dem Schreiben von Kinderbüchern, in denen er sich gegen Drogen, Gewalt und Rassismus ausspricht. Aufgrund dessen ist er insgesamt zehnmal für einen Nobelpreis nominiert worden (sechsmal für den Friedensnobelpreis und viermal für den Literaturnobelpreis). Erstmals wurde er im Jahr 2001 von Mario Fehr nominiert. Er bestreitet bis heute die ihm vorgeworfenen Morde begangen zu haben, dennoch hat er sich für die Gründung der Crips in aller Öffentlichkeit entschuldigt.
Das Einsitzen in der Todeszelle ist grauenhaft:
Die Psycho-Qual begann für Williams schon am 26. Oktober. Da liest ihm Gefängnis-Direktor Warden Stokes die Hinrichtungs-Vorschrift vor. 43 Seiten: «San Quentin Verfahrens-Prozedur Nr. 770». Zuerst kommt der Geistliche, um die «Gedanken über Sterben und Tod» des Häftlings zu erforschen. Dann wird Williams aus der Zelle, in der er 24 Jahre sass, in eine grössere verlegt – ein «Geschenk».
Am letzten Donnerstag zieht dann ein Spezial-Team von Gefängniswärtern auf, das alle 15 Minuten über die Lage in der Todeszelle Protokoll führt. Um Selbstmord zu verhindern.
Ein Privileg für Todeskandidaten: Sie dürfen mehr Besucher empfangen. Aber auch für Tookies Freunde wie Rapper Snoop Dogg oder Schauspieler Jamie Foxx gilt: «Der Häftling und seine Besucher dürfen sich zu Beginn und am Ende der Visite kurz umarmen oder die Hände schütteln. Kein anderer Kontakt ist erlaubt.»
Vor drei Tagen beginnt Tookies Isolierung. Schon seit Donnerstag darf er keine persönlichen Gegenstände mehr bei sich haben – nicht einmal seine Zahnbürste. Am Sonntag inspizierte der Aufseher die Henkers-Utensilien: «12 Rollen Klebeband, 20 Spritzen, 10 Nadeln, 4 Behälter mit Kochsalzlösung, 6 Binden, 2 Kästen Gummihandschuhe, je 1 Kasten mit Operationsmasken und alkoholgetränkten Wischtüchern.»
Letzter Absatz von Prozedur 770: «Der Leichnam soll mit Vorsicht und Würde entfernt und die Todeskammer sorgfältig gereinigt werden.»



What is the relationship between prisoner and guard? Is it slave versus master?
Foremost, the interactions between captor and captive can vary from person to person. All guards do not behave the same way; neither does every prisoner exhibit an identical pattern of behavior. But a relationship of any kind that is based on distrust, caution or fear will eventually give rise to open hostility.
In prison, the basis of the so-called relationship between guards and prisoners is that guards issue institutional orders and prisoners must comply – or the prisoners suffer the consequences. These consequences include prisoners being placed in solitary confinement in "The Hole," which is known as receiving "hole time," or prisoners are forced to comply through violence inflicted on prisoners.
In the matter of the master-slave concept, there are commonalities between a guard as master and a prisoner as slave.
Similarity between the guard’s role and the master’s role can be found in the guard’s absolute power to control the prisoner. This control is carried out by enforcing rules on the prisoner; closely watching the prisoner to ensure compliance with those rules; punishing, abusing and, if need be, eliminating the prisoner through banishment to solitary confinement or through violence.
On the other hand, the resemblance of the prisoner to the slave is that both are subjected to strict rules, confined like animals, controlled, often brutalized physically as well as psychologically, and deprived of basic human rights.
Dare I take the master-slave connection a step further to point out that many people – of all races and ethnicities – have allowed themselves to be modern-day slaves. Indeed, a person does not have to be Black to exhibit a slave mentality. Unwittingly, too many of us – and it does not matter whether we are Black, Asian, Chicano or White – perpetuate "the Master’s will" through our own self-hatred and destructive behavior. For those individuals who are in denial, here are some recognizable signs of self-perpetuation of slave behavior, be it in prison or in society.
Modern-Day Slave Traits
1. A modern-day slave will neglect to educate himself, which in turn creates mental slavery. (During slavery, Blacks were prohibited from learning to read or write. So, these days, everyone should take advantage of the opportunity to get an education.)
2. A modern-day slave will swindle and commit other crimes against his own people and others instead of helping to break the chains of poverty by earning an honest living.
3. A modern-day slave will perpetuate self-hate through committing violence on people of his same ethnicity, such as black-on-black violence, including murder, which is a form of genocide.
4. A modern-day slave will deal, buy and/or use drugs that will make him and others function as slaves (addicts) to drugs, slaves to misery and slaves to defeat.
5. A modern-day slave will adopt the wicked ways of the slave master, who disrespected and abused women.
6. A modern-day slave will abandon his children – leaving them for someone else to raise – just as the old masters abandoned Black children by selling them off to other slave owners, not caring about their fate.
7. A modern-day slave will foolishly commit crimes that cause him to end up behind bars, incarcerated, in mental and physical bondage.
Take a look at this list and then read it again. Look within yourself for any similarities and eliminate your modern-day slave traits. If you cannot admit to any of the seven signs, you are in denial. But all is not lost. The first step toward defeating a slave mentality begins with your acknowledgment that it exists.
sfux - 13. Dez, 09:01 Article 6749x read