Commerce – vom schwelgen mit Fischen
Stephan Fuchs- In dieses Aquarium haben schon einige geguckt. Jean-Paul Belmondo, seine Ursula Andress, der Philosoph Jean Gebser, Meret Oppenheim und… eine weitere Aufzählung erübrigt sich, nahezu die gesamte Berner Kunst und Intelligenzija Szene der 50er 60er 70er und 80er Jahre. Den Fischen war das wohl egal, für Bern war das die glänzendste Epoche als Kunststadt.
Bern als geheime Kunstmetropole, das Café Commerce war Dreh und Angelpunkt. Im Verlag Gachnang & Springer erschien das wunderbare Buch „Café du Commerce“, herausgegeben von Markus Jakob. Das 112 Seiten umfassende Buch beschreibt die rauschende Geschichte eines der bis jetzt unverwundeten Beizen in Berns Herz. Das Buch macht ein Stück Berner Kulturgeschichte greif- und nachvollziehbar. Zeitzeugen erzählen von Erlebnissen, Zusammenkünften und zollen fantastische Einblicke in die Szene hinter den grossen Museen und Persönlichkeiten, in den spannenden Auf - und Abstieg des Restaurants und eben in Kneipenkultur, die es heute fast nicht mehr gibt.

Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr.
Das Commerce hat von diesem Charme nichts eingebüsst – auch wenn diese Generation Kunstschaffender in ferne Länder gezogen oder… verstorben ist. Das Commerce ist eines der wenigen Kneipen die nicht ausgeschlachtet und mit Tarnkappe einem neuen Trendpublikum untergeschoben worden ist. Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr. Wer eintritt in die unveränderte Gaststube, der ahnt welche Geschichten das Holz abgewetzt haben. Und immer noch tun. Das Restaurant Commerce wird wieder entdeckt. Vermehrt sitzen wieder Maler, Musiker, Schriftsteller, Ballerinas und andere Handwerker in der Gaststube. Das Wirte Paar Rui und Annabela Pacheco sind sich ihres Schatzes durchaus bewusst und pflegen ihn dementsprechend fürsorglich. Der Ober, Paul Carreira, der charmanteste Ober Berns wohlgemerkt, kennt die Tücken seiner Schäfchen, versucht unmögliches möglich zu machen. Die Küche lässt nicht die Fische schwelgen, sondern überrascht mit guten preiswerten Essen.
Mit dem Buch aus dem Hause Gachnang & Springer hat der Verlag ein Dokument publiziert, das gerne als Geschenk an Bern bezeichnet werden darf. Vielleicht gibt es den Kunstschaffenden und den Behörden Auftrieb, Bern wieder dahin zu führen wo die Stadt wieder hingehört: als die geheime Kunstmetropole.
Markus Jakob « Café du Commerce ».
eine Berner Kulturgeschichte seit 1947. Erschienen im Verlag Gachnang & Springer 2004.
112 Seiten, 92 Abbildungen, davon 13 in Farbe. 22 x 28 cm, broschiert, ISBN 3-906127-76-1. Das Buch ist auch im Restaurant Commerce erhältlich.
Bern als geheime Kunstmetropole, das Café Commerce war Dreh und Angelpunkt. Im Verlag Gachnang & Springer erschien das wunderbare Buch „Café du Commerce“, herausgegeben von Markus Jakob. Das 112 Seiten umfassende Buch beschreibt die rauschende Geschichte eines der bis jetzt unverwundeten Beizen in Berns Herz. Das Buch macht ein Stück Berner Kulturgeschichte greif- und nachvollziehbar. Zeitzeugen erzählen von Erlebnissen, Zusammenkünften und zollen fantastische Einblicke in die Szene hinter den grossen Museen und Persönlichkeiten, in den spannenden Auf - und Abstieg des Restaurants und eben in Kneipenkultur, die es heute fast nicht mehr gibt.

Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr.
Das Commerce hat von diesem Charme nichts eingebüsst – auch wenn diese Generation Kunstschaffender in ferne Länder gezogen oder… verstorben ist. Das Commerce ist eines der wenigen Kneipen die nicht ausgeschlachtet und mit Tarnkappe einem neuen Trendpublikum untergeschoben worden ist. Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr. Wer eintritt in die unveränderte Gaststube, der ahnt welche Geschichten das Holz abgewetzt haben. Und immer noch tun. Das Restaurant Commerce wird wieder entdeckt. Vermehrt sitzen wieder Maler, Musiker, Schriftsteller, Ballerinas und andere Handwerker in der Gaststube. Das Wirte Paar Rui und Annabela Pacheco sind sich ihres Schatzes durchaus bewusst und pflegen ihn dementsprechend fürsorglich. Der Ober, Paul Carreira, der charmanteste Ober Berns wohlgemerkt, kennt die Tücken seiner Schäfchen, versucht unmögliches möglich zu machen. Die Küche lässt nicht die Fische schwelgen, sondern überrascht mit guten preiswerten Essen.
Mit dem Buch aus dem Hause Gachnang & Springer hat der Verlag ein Dokument publiziert, das gerne als Geschenk an Bern bezeichnet werden darf. Vielleicht gibt es den Kunstschaffenden und den Behörden Auftrieb, Bern wieder dahin zu führen wo die Stadt wieder hingehört: als die geheime Kunstmetropole.
Markus Jakob « Café du Commerce ».
eine Berner Kulturgeschichte seit 1947. Erschienen im Verlag Gachnang & Springer 2004.
112 Seiten, 92 Abbildungen, davon 13 in Farbe. 22 x 28 cm, broschiert, ISBN 3-906127-76-1. Das Buch ist auch im Restaurant Commerce erhältlich.
sfux - 20. Jan, 20:07 Article 3162x read