Iran: Der Machtkampf verschärft sich
Dr. Alexander von Paleske - .Der Machtkampf zwischen Rafsanjani und dem mit ihm verbündeten Mousavi gegen den geistlichen Führer Khamenei und dessen Zögling Ahmadinejad nimmt täglich an Schärfe zu. Wahrend Rafsanjani sich im Hintergrund hält , hat Mousavi nunmehr erklärt, er sei bereit sei, als Märtyrer zu sterben.
Damit hat die Auseinandersetzung eine neue Stufe erreicht, weil diese Aeusserung Mousavis als indirekter Aufruf gewertet werden muss, die Demonstranten sollten der Polizeigewalt nicht weichen, selbst um den Preis des Todes.
Schon jetzt sind offenbar mehr als zwei Dutzend Menschen von den Sicherheitskräften erschossen worden, Hunderte verhaftet.
Gandhi des Iran?
Wir haben uns in dem vorangehenden Artikel mehr mit Rafsanjani beschäftigt, es scheint aber angebracht, auch einen Blick auf Mir Hossein Mousavi zu werfen, auch wenn er nicht der eigentlich starke Mann in dieser Ausseinandersetzung ist.
Seine Anhänger nennen ihn den „Gandhi des Iran“, aber mit dem Freiheitshelden der indischen Nation und seinem gewaltlosen Widerstand gegen die britische Kolonialmacht hat Mousavi herzlich wenig gemein.
Er wurde sozusagen im letzten Moment als Präsidentschaftskandidat der Opposition ins Rennen geschickt, von einem langjährigen Oppositionsführer daher keine Rede.
Mousavi gehörte nach der islamischen Revolution im Iran, die mit der Vertreibung des Schah begann, zu den Hardlinern. Und er war einer der Vertrauten des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ruhollah Khomeini.
Mousavi war iranischer Premier von1981 bis 1989 und bereits zu dieser Zeit hatte er Auseinandersetzungen mit dem jetzigen Religionsführer und damaligen Staatspräsidenten Khamenei . Mousavi war für die Kontrolle des Staates über die Wirtschaft, Khamenei dagegen. Heute ist das eher umgekehrt.
Das Atomprogramm einschliesslich des Erwerbs von Zentrifugen zur Urananreicherung auf dem Schwarzmarkt, besser gesagt von dem Vater der pakistanischen Atombombe, Qadeer Khan, mit angeblicher Hilfe des schweizer Trios Tinner und des Deutschen Gotthard Lerch unterstüzte Mousavi ebenso wie Rafsanjani nach Kräften.
Nach dem Ende seiner Zeit als Premier im Jahre 1989 verschwand Mousavi weitggehend von der politischen Bildfläche und betätigte sich als Architekt, Stadtplaner und Künstler.
In diesen zwei Jahrzehnten stand er eher im Schatten seiner Frau, Zahra Rahnavard , einer ausserordentlich bekannten Professorin für politische Wissenschaften und Künstlerin . Zeitweise wurde Mousavi als der Mann von Professorin Zarah Rahnavard vorgestellt. Seine Frau unterstützte ihn während des Wahlkampfs.
Ein Freitagsgebet und die Folgen
Die Auseinandersetzungen treiben nunmehr offenbar dem Höhepunkt entgegen. Es bleibt abzuwarten, wie der Rat der Geistlichen in Qom sich in dieser Auseinandersetzung verhalten wird.
Mit dem Freitagsgebet und der Ansprache von Khamenei in der vergangenen Woche, verbunden mit der Warnung an die Opposition erscheint Präsident Ahmadinejad eher als Nebenfigur in der gegenwärtigen Auseinandersetzung..
Khamenei vermied in seiner Ansprache auch Anschuldigungen gegen Rafsanjani.Offenbar ist er der Ansicht, mit Rafsanjani über einen Kompromiss verhandeln zu können. Das dürfte sich alsbald als Irrtum herausstellen. Zur Zeit läuft wohl alles auf Sieg oder Niederlage hinaus.
Freiheit die sie meinen
Derweil geht es den Demonstranten sichtlich um weit mehr, als nur um die Frage: Wahl gefälscht oder nicht. Sie wollen Freiheit, und haben die Bevormundung und Gängelei durch den Staat satt.
Ob Mousavi allerdings wirklich auch diese Ziele verfolgt, muss man angesichts seiner Biografie anzweifeln. Der bekannte Iranschriftsteller Bahman Nirumand , der bereits vor mehr als 40 Jahren in Deutschland mit dem Buch „Persien, Modell eines Entwicklungslandes“ bekannt wurde, nennt Mousavi einen „Khomeini im Westentaschenformat“.
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Damit hat die Auseinandersetzung eine neue Stufe erreicht, weil diese Aeusserung Mousavis als indirekter Aufruf gewertet werden muss, die Demonstranten sollten der Polizeigewalt nicht weichen, selbst um den Preis des Todes.
Schon jetzt sind offenbar mehr als zwei Dutzend Menschen von den Sicherheitskräften erschossen worden, Hunderte verhaftet.
Gandhi des Iran?
Wir haben uns in dem vorangehenden Artikel mehr mit Rafsanjani beschäftigt, es scheint aber angebracht, auch einen Blick auf Mir Hossein Mousavi zu werfen, auch wenn er nicht der eigentlich starke Mann in dieser Ausseinandersetzung ist.
Seine Anhänger nennen ihn den „Gandhi des Iran“, aber mit dem Freiheitshelden der indischen Nation und seinem gewaltlosen Widerstand gegen die britische Kolonialmacht hat Mousavi herzlich wenig gemein.
Er wurde sozusagen im letzten Moment als Präsidentschaftskandidat der Opposition ins Rennen geschickt, von einem langjährigen Oppositionsführer daher keine Rede.
Mousavi gehörte nach der islamischen Revolution im Iran, die mit der Vertreibung des Schah begann, zu den Hardlinern. Und er war einer der Vertrauten des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ruhollah Khomeini.
Mousavi war iranischer Premier von1981 bis 1989 und bereits zu dieser Zeit hatte er Auseinandersetzungen mit dem jetzigen Religionsführer und damaligen Staatspräsidenten Khamenei . Mousavi war für die Kontrolle des Staates über die Wirtschaft, Khamenei dagegen. Heute ist das eher umgekehrt.
Das Atomprogramm einschliesslich des Erwerbs von Zentrifugen zur Urananreicherung auf dem Schwarzmarkt, besser gesagt von dem Vater der pakistanischen Atombombe, Qadeer Khan, mit angeblicher Hilfe des schweizer Trios Tinner und des Deutschen Gotthard Lerch unterstüzte Mousavi ebenso wie Rafsanjani nach Kräften.
Nach dem Ende seiner Zeit als Premier im Jahre 1989 verschwand Mousavi weitggehend von der politischen Bildfläche und betätigte sich als Architekt, Stadtplaner und Künstler.
In diesen zwei Jahrzehnten stand er eher im Schatten seiner Frau, Zahra Rahnavard , einer ausserordentlich bekannten Professorin für politische Wissenschaften und Künstlerin . Zeitweise wurde Mousavi als der Mann von Professorin Zarah Rahnavard vorgestellt. Seine Frau unterstützte ihn während des Wahlkampfs.
Ein Freitagsgebet und die Folgen
Die Auseinandersetzungen treiben nunmehr offenbar dem Höhepunkt entgegen. Es bleibt abzuwarten, wie der Rat der Geistlichen in Qom sich in dieser Auseinandersetzung verhalten wird.
Mit dem Freitagsgebet und der Ansprache von Khamenei in der vergangenen Woche, verbunden mit der Warnung an die Opposition erscheint Präsident Ahmadinejad eher als Nebenfigur in der gegenwärtigen Auseinandersetzung..
Khamenei vermied in seiner Ansprache auch Anschuldigungen gegen Rafsanjani.Offenbar ist er der Ansicht, mit Rafsanjani über einen Kompromiss verhandeln zu können. Das dürfte sich alsbald als Irrtum herausstellen. Zur Zeit läuft wohl alles auf Sieg oder Niederlage hinaus.
Freiheit die sie meinen
Derweil geht es den Demonstranten sichtlich um weit mehr, als nur um die Frage: Wahl gefälscht oder nicht. Sie wollen Freiheit, und haben die Bevormundung und Gängelei durch den Staat satt.
Ob Mousavi allerdings wirklich auch diese Ziele verfolgt, muss man angesichts seiner Biografie anzweifeln. Der bekannte Iranschriftsteller Bahman Nirumand , der bereits vor mehr als 40 Jahren in Deutschland mit dem Buch „Persien, Modell eines Entwicklungslandes“ bekannt wurde, nennt Mousavi einen „Khomeini im Westentaschenformat“.
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onlinedienst - 21. Jun, 23:25 Article 1680x read