Die Jahrhunderthochzeit und ihre wunderbaren Gäste
Dr. Alexander von Paleske --- 26.4. 2011--- Ja, nun sind es nur noch drei Tage bis zu dem Jahrhundertereignis, bis die zauberhafte Kate und ihr Hubschrauberpilot William (von Kate auch zärtlich „My big Willie“ genannt), sich ihr Ja-Wort geben.

Selbst das hiesige Simbabwe ist würdig vertreten, durch Chelsy Davy, die on/off Freundin des William-Bruderherzes Harry, der immer mal wieder Schlagzeilen mit seinen lärmenden Barbesuchen macht.
Gästeliste veröffentlicht
Endlich ist jetzt die vollständige Gästeliste raus, und wir interessieren uns weniger dafür, wer vom Geld- bzw. Hochadel dort vertreten ist, sondern unser Interesse gilt mehr den nicht ganz "hasenreinen" Persönlichkeiten bzw. deren Verwandtschaft, die überraschenderweise ebenfalls auf der Gästeliste gelandet sind, also z.B. Putschisten bzw. solche, die entweder denen geholfen haben, bei ihrem unerquicklichen Tun,. oder im nahen Verwandtschaftsverhältnis zu Denselbigen stehen.
Fangen wir also mit Jack Mann an, dem Sohn des Afrika- Söldners und Putschisten Simon Mann.

Polo-Chum, Söldner- und Putschistensohn: Jack Mann
Der Vater hatte zwar eine lange Karriere als Söldner in Afrika, aber nur eine kurze Karriere als Putschist: : sein geplanter Putsch im erdölreichen Äquatorial-Guinea schlug fehl.

Vorzeitiges Ende einer Putschistenreise - Simon Mann im Gefängnis, Harare, Simbabwe 2004
Ein Putschversuch, an dem auch Deutschland über die Offenbacher Luftfrachtfirma ACL beteiligt war, ebenso Mark Thatcher, der missratene Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.
Jack Mann schaffte es auf die Einladungsliste, weil er zu den Polo-Chums der königlichen Hoheiten gehört.
Ein Sultan aus 1001 Nacht
Als nächster wäre Sultan Qaboos Bin Said Al Said zu nennen, 70- jähriger Herrscher über das Sultanat Oman, Nachbarstaat zum krisengeschüttelten Yemen, Saudi-
Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Qaboos ist Staatspräsident und Regierungschef in einem. Seine von ihm ausgesuchten speichelleckenden Minister haben lediglich eine beratende und administrative Funktion.
Die „demokratischen“ Wahlen in Oman sehen so aus, dass die Omanis eine Vorschlagsliste wählen dürfen, bestehend aus 164 Kandidaten, aus denen der Sultan dann 84 nach seinem Gutdünken auswählt.
Die so Auserwählten dürfen dann in das Unterhaus einziehen, haben aber keinerlei Entscheidungsbefugnis, sondern fungieren als „Berater“ des Sultans.
Erinnert eigentlich recht wenig an Demokratie, dafür umso mehr an Frankreichs absolutistischen Sonnenkönig Ludwig XIV "L'État, c'est moi“ ( "Der Staat bin ich") bzw hier „"L'État Oman c'est moi.

Sultan Qaboos "L'État Oman c'est moi"
Qaboos ist außerdem das klassische Beispiel für den ausgelebten Ödipus-Komplex, den andere Glücklose nur unterdrücken können, und dafür im späteren Leben heftig bezahlen müssen: mit psychischen Auffälligkeiten.
Qaboos stürzte nämlich im Jahre 1970 seinen Vater vom Sultansthrone mit Hilfe britischer SAS-Kämpfer, die er bei seiner Militärausbildung in der berühmten britischen Militärakademie Sandhurst kennengelernt hatte. Offenbar hatte man dort aber vergessen Qaboos auch ein paar demokratische Grundbegriffe beizubringen.
Im Jahre 1970 gab es in Oman noch die Sklaverei, und die Eingangstore der Hauptstadt Maskat wurden bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen: weder rein noch raus ging es dann.
Das alles änderte der Sultan Sohn Qaboos nach seinem ödipalen Rausch, denn mittlerweile war Erdöl gefunden worden, und auch in der Provinz Dhofar tat sich einiges, dort hatte sich nämlich eine Befreiungsbewegung gegen diesen Mummenschanz etabliert, vom benachbarten Südjemen aus kräftig unterstützt.
Und da die Briten schon so hilfreich bei der Machtergreifung waren, konnten sie auch in der Provinz Dhofar „helfen“ – mit Waffengewalt, Militärberatern und Counter-Guerilla Strategie.
Aber nun hat die arabische Demokratiebewegung auch vor den Stadttoren Maskats nicht Halt gemacht. Mittlerweile gab es auch dort im März diesen Jahres Demonstrationen, die der Sultan durch Polizeigewalt unterdrückte – vorläufig jedenfalls..
Muss man solch einen Kerl einladen?
Muss man solch einen Despoten, der keinerlei Kritik an sich zulässt, in das Mutterland der Demokratie einladen?
Ja doch, denn der Sultan bewundert zwar nicht die britische Demokratie, dafür aber die britische Königin und ihren Prinzen Philip.
Als beide zum Staatsbesuch nach Oman kamen, und sich keineswegs an den undemokratischen Zuständen störten, da eilte Qaboos unter Verachtung des Protokolls selbst an den Flughafen, um das britische Königspaar in Empfang zu nehmen. Wie aufmerksam. Richtige Zuneigung kennt eben keine Protokollgrenzen.
Die britische Königin schenkte ihrem Bewunderer nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine Reihe von Kostbarkeiten.
Und natürlich kauft im Gegenzug Despot Qaboos mit seinen Ölmilliarden in England alles ein – von Panzern, über Kampfjets bis zum Porzellan für den Sultanshof.
Zurück zur Einladungsliste
Da finden wir auch den Sohn des SAS-Brigadiers Tim Landon namens Arthur Landon.
Tim Landon hatte seine Millionen dadurch gemacht, dass er als SAS-Kämpfer dem Despoten Qaboos half, seinen Vater zu stürzen, was ihm prompt den Spitznamen Landon von Arabien bzw. Weisser Sultan eintrug, und eine gut dotierte Beraterstelle im Dienste des Despoten-Sultans . Man hatte sich in Sandhurst kennen- und schätzen gelernt, wie praktisch.
Offenbar waren etliche positive Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten mit nicht gerade kleinlichen "Vermittlungsprovisionen", im Volksmund auch als Schmiergeld bezeichnet, seitens europäischer Firmen für Tim Landon verbunden. Firmen, die gerne ihre Produkte an Oman verkaufen wollten. Details siehe hier
Mit den so gemachten Millionen konnte der im Jahre 2007 verstorbene Timothy Landon dann in den europäischen Hochadel einheiraten: Sein Auge fiel auf die austro-ungarische Prinzessin Katalina Esterhazy de Galantha. Auch sie gehört selbstverständlich zu den Gästen.
Sohnemann Arthur machte sich für die jungen Royals nützlich, indem er Dinners und Parties organisierte, und mit ihnen Billiard spielte.
Weitere Persönlichkeiten mit zweifelhaftem Hintergrund finden sich hier.
Na, das ist ja eine wirklich bemerkenswerte Hochzeits-Gesellschaft.

Südafrikas Catoonist Zapiro zum Thema - Mail and Guardian (Südafrika) 29.4. 2011
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Selbst das hiesige Simbabwe ist würdig vertreten, durch Chelsy Davy, die on/off Freundin des William-Bruderherzes Harry, der immer mal wieder Schlagzeilen mit seinen lärmenden Barbesuchen macht.
Gästeliste veröffentlicht
Endlich ist jetzt die vollständige Gästeliste raus, und wir interessieren uns weniger dafür, wer vom Geld- bzw. Hochadel dort vertreten ist, sondern unser Interesse gilt mehr den nicht ganz "hasenreinen" Persönlichkeiten bzw. deren Verwandtschaft, die überraschenderweise ebenfalls auf der Gästeliste gelandet sind, also z.B. Putschisten bzw. solche, die entweder denen geholfen haben, bei ihrem unerquicklichen Tun,. oder im nahen Verwandtschaftsverhältnis zu Denselbigen stehen.
Fangen wir also mit Jack Mann an, dem Sohn des Afrika- Söldners und Putschisten Simon Mann.

Polo-Chum, Söldner- und Putschistensohn: Jack Mann
Der Vater hatte zwar eine lange Karriere als Söldner in Afrika, aber nur eine kurze Karriere als Putschist: : sein geplanter Putsch im erdölreichen Äquatorial-Guinea schlug fehl.

Vorzeitiges Ende einer Putschistenreise - Simon Mann im Gefängnis, Harare, Simbabwe 2004
Ein Putschversuch, an dem auch Deutschland über die Offenbacher Luftfrachtfirma ACL beteiligt war, ebenso Mark Thatcher, der missratene Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.
Jack Mann schaffte es auf die Einladungsliste, weil er zu den Polo-Chums der königlichen Hoheiten gehört.
Ein Sultan aus 1001 Nacht
Als nächster wäre Sultan Qaboos Bin Said Al Said zu nennen, 70- jähriger Herrscher über das Sultanat Oman, Nachbarstaat zum krisengeschüttelten Yemen, Saudi-
Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Qaboos ist Staatspräsident und Regierungschef in einem. Seine von ihm ausgesuchten speichelleckenden Minister haben lediglich eine beratende und administrative Funktion.
Die „demokratischen“ Wahlen in Oman sehen so aus, dass die Omanis eine Vorschlagsliste wählen dürfen, bestehend aus 164 Kandidaten, aus denen der Sultan dann 84 nach seinem Gutdünken auswählt.
Die so Auserwählten dürfen dann in das Unterhaus einziehen, haben aber keinerlei Entscheidungsbefugnis, sondern fungieren als „Berater“ des Sultans.
Erinnert eigentlich recht wenig an Demokratie, dafür umso mehr an Frankreichs absolutistischen Sonnenkönig Ludwig XIV "L'État, c'est moi“ ( "Der Staat bin ich") bzw hier „"L'État Oman c'est moi.

Sultan Qaboos "L'État Oman c'est moi"
Qaboos ist außerdem das klassische Beispiel für den ausgelebten Ödipus-Komplex, den andere Glücklose nur unterdrücken können, und dafür im späteren Leben heftig bezahlen müssen: mit psychischen Auffälligkeiten.
Qaboos stürzte nämlich im Jahre 1970 seinen Vater vom Sultansthrone mit Hilfe britischer SAS-Kämpfer, die er bei seiner Militärausbildung in der berühmten britischen Militärakademie Sandhurst kennengelernt hatte. Offenbar hatte man dort aber vergessen Qaboos auch ein paar demokratische Grundbegriffe beizubringen.
Im Jahre 1970 gab es in Oman noch die Sklaverei, und die Eingangstore der Hauptstadt Maskat wurden bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen: weder rein noch raus ging es dann.
Das alles änderte der Sultan Sohn Qaboos nach seinem ödipalen Rausch, denn mittlerweile war Erdöl gefunden worden, und auch in der Provinz Dhofar tat sich einiges, dort hatte sich nämlich eine Befreiungsbewegung gegen diesen Mummenschanz etabliert, vom benachbarten Südjemen aus kräftig unterstützt.
Und da die Briten schon so hilfreich bei der Machtergreifung waren, konnten sie auch in der Provinz Dhofar „helfen“ – mit Waffengewalt, Militärberatern und Counter-Guerilla Strategie.
Aber nun hat die arabische Demokratiebewegung auch vor den Stadttoren Maskats nicht Halt gemacht. Mittlerweile gab es auch dort im März diesen Jahres Demonstrationen, die der Sultan durch Polizeigewalt unterdrückte – vorläufig jedenfalls..
Muss man solch einen Kerl einladen?
Muss man solch einen Despoten, der keinerlei Kritik an sich zulässt, in das Mutterland der Demokratie einladen?
Ja doch, denn der Sultan bewundert zwar nicht die britische Demokratie, dafür aber die britische Königin und ihren Prinzen Philip.
Als beide zum Staatsbesuch nach Oman kamen, und sich keineswegs an den undemokratischen Zuständen störten, da eilte Qaboos unter Verachtung des Protokolls selbst an den Flughafen, um das britische Königspaar in Empfang zu nehmen. Wie aufmerksam. Richtige Zuneigung kennt eben keine Protokollgrenzen.
Die britische Königin schenkte ihrem Bewunderer nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine Reihe von Kostbarkeiten.
Und natürlich kauft im Gegenzug Despot Qaboos mit seinen Ölmilliarden in England alles ein – von Panzern, über Kampfjets bis zum Porzellan für den Sultanshof.
Zurück zur Einladungsliste
Da finden wir auch den Sohn des SAS-Brigadiers Tim Landon namens Arthur Landon.
Tim Landon hatte seine Millionen dadurch gemacht, dass er als SAS-Kämpfer dem Despoten Qaboos half, seinen Vater zu stürzen, was ihm prompt den Spitznamen Landon von Arabien bzw. Weisser Sultan eintrug, und eine gut dotierte Beraterstelle im Dienste des Despoten-Sultans . Man hatte sich in Sandhurst kennen- und schätzen gelernt, wie praktisch.
Offenbar waren etliche positive Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten mit nicht gerade kleinlichen "Vermittlungsprovisionen", im Volksmund auch als Schmiergeld bezeichnet, seitens europäischer Firmen für Tim Landon verbunden. Firmen, die gerne ihre Produkte an Oman verkaufen wollten. Details siehe hier
Mit den so gemachten Millionen konnte der im Jahre 2007 verstorbene Timothy Landon dann in den europäischen Hochadel einheiraten: Sein Auge fiel auf die austro-ungarische Prinzessin Katalina Esterhazy de Galantha. Auch sie gehört selbstverständlich zu den Gästen.
Sohnemann Arthur machte sich für die jungen Royals nützlich, indem er Dinners und Parties organisierte, und mit ihnen Billiard spielte.
Weitere Persönlichkeiten mit zweifelhaftem Hintergrund finden sich hier.
Na, das ist ja eine wirklich bemerkenswerte Hochzeits-Gesellschaft.

Südafrikas Catoonist Zapiro zum Thema - Mail and Guardian (Südafrika) 29.4. 2011





Satire


onlinedienst - 26. Apr, 15:52 Article 3037x read