Erinnerungsjahr für Winston Churchill
Dr. Alexander von Paleske ---- 2.7. 2015 --- Winston Churchill (1874-1965) Kriegspremier Englands während des zweiten Weltkriegs, ist zweifellos eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Jahrestage
In das Jahr 2015 fällt der:
- 75. Jahrestag der Wahl Winston Churchills zum Kriegs-Premier (1940)
- 70. Jahrestag von VE Europe (Sieg in Europa, Kapitulation Hitler-Deutschlands) 8. Mai 1945
- 70. Jahrestag seiner Abwahl (Juli 1945)
- 60. Jahrestag seines Rücktritts als Premier nach seiner zweiten Amtszeit (1951-1955)
- 50. Jahrestag seines Todes (24. Januar 1965)

Sir Winston Churchill
Weichen gestellt
Als britischer Kriegs-Premier von 1940-1945 stellte Churchill die Weichen, sich dem Expansionsstreben Hitler-Deutschlands in den Weg zu stellen.
Hitler wollte ja seinerzeit durchaus das britische Empire erhalten, und in England gab es nach den grossen Niederlagen von 1940 einflussreiche Politiker, welche die Chancen, gegen Hitler siegreich einen Krieg zu führen, als gering ansahen, stattdessen einer Appeasement-Politik den Vorzug geben wollten.
Damit war nach dem Rücktritt des britischen Premiers Chamberlain, dessen Appeasement Politik in Trümmern lag, und mit der Wahl Winston Churchills zum Premier, sofort Schluss.
Entschlossen betrieb Churchill die Aufrüstung. Nach der Evakuierung aus Dünkirchen war die britische Armee weitgehend waffenlos: die Soldaten hatten alles zurücklassen müssen.
Konsequente Aufrüstungspolitik und tödliche Entschlossenheit
Als Resultat von Churchills Aufrüstungs-Politik standen am Ende des Jahres 1940 29 fast voll bewaffnete Divisionen im Land, und in den Häfen und Flugplätzen gab es mehr Kriegsschiffe und Flugzeuge als vor den verlustreichen Schlachten des Jahres 1940.
Es war die tödliche Entschlossenheit Churchills, die der britischen Öffentlichkeit den Glauben an den Sieg gab, und den USA die Überzeugung, dass England keineswegs verloren war, und deshalb weiter nach Kräften materiell unterstützt werden musste.
Blut, Schweiss und Tränen
Vor dem Unterhaus am 13.5.1940, nach seiner Wahl zum Premier, erklärte Churchill:
I would say to the House, as I said to those, who have joined this Government: I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat. You ask, what is our aim? I can answer in one word: Victory - Victory at all cost, victory in spite of all terror, victory, however long and hard the road may be, but without victory there is no survival

Churchills Allparteien-Kriegskabinett ....nichts als Blut Schweiss und Tränen
Und am 4.6. 1940:
We shall defend our island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall never surrender
Die Angriffe der Nazi-Luftwaffe auf England konnten in der „Battle of Britain“ abgewehrt werden, und das fand seine Würdigung in Churchills berühmter Unterhausrede am 20.8. 1940:
Never in the field of human conflict was so much owed by so many to so few.
12 Monate allein
Für 12 Monate kämpfte England allein – bis zum Angriff Hitlers auf die Sowjetunion im Juni 1941.
Schliesslich, im Dezember 1941, der japanische Angriff auf Pearl Harbour und die Kriegserklärung auch Hitler-Deutschlands gegen die USA. Damit war die Dreier-Kriegskoalition gebildet. Für Churchill stand damit endgültig fest, dass Hitler den Krieg verlieren würde.

Dreier-Kriegs-Koalitionäre: Churchill (r) Roosevelt (m) Stalin (li) in Teheran 1943
Aber zunächst musste England eine Niederlage nach der anderen einstecken. Auch das Vertrauen in den Kriegspremier drohte zu schwinden. Der Sieg in El-Alamein - noch vor Stalingrad - brachte die Wende.
4 Dinge
Sebastian Haffner schreibt in seiner Churchill-Biografie:
Entscheidend in dem Jahr 1940/1941 waren vier Dinge:
- Die rücksichtslos vorangetriebene industrielle Mobilisierung
- Die Ausschaltung der britischen Appeasement Politiker
- Der „Staatsstreich“ mit dem Churchill sich selbst zum Generalissimus machte, und zum Chef aller Waffengattungen
- Die Privatkorrespondenz mit US-Präsident Roosevelt unter Ausschaltung diplomatischer Kanäle, die schliesslich vor dem Kriegseintritt der USA zu „Pacht- und Leihverträgen“ führte: Kriegsmaterial wurde „leihweise“ zur Verfügung gestellt, denn kaufen konnte England es nicht: es war durch umfangreiche Waffenkäufe bereits bankrott.

Ohne den Churchill der Jahre 1940 und 1941 wäre die Weltgeschichte möglicherweise anders verlaufen.
Dank Churchill hat sich England 1940 im entscheidenden Moment dem fast schon gelungenem Durchbruch in den Weg geworfen.

Churchill am 8.5. 1945 - VE-Ansprache
,
Kein Zufall
Zufällig war allerdings weder die Wahl Churchills zum Premier – er hatte immer wieder vor der Aufrüstung Hitler-Deutschlands gewarnt – noch seine Abwahl 1945.
Gesucht nach Kriegsende wurde nicht mehr ein Kriegspremier, sondern ein Friedenspremier der auch das Gesundheitswesen demokratisierte: Da erschien der Labour Politiker Clement Attlee weitaus geeigneter.
Gleichwohl: Wer heute z.B. die Bilder von der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch britische Truppen 1945 sieht, der sollte sich mit Dankbarkeit auch der Rolle Churchills erinnern, sich Hitler mit tödlicher Entschlossenheit in den Weg gestellt zu haben.
Dünkirchen vor 70 Jahren – Eine Niederlage, die zum Triumph wurde
De Gaulles Ansprache und Luftschlacht um England
Jahrestage
In das Jahr 2015 fällt der:
- 75. Jahrestag der Wahl Winston Churchills zum Kriegs-Premier (1940)
- 70. Jahrestag von VE Europe (Sieg in Europa, Kapitulation Hitler-Deutschlands) 8. Mai 1945
- 70. Jahrestag seiner Abwahl (Juli 1945)
- 60. Jahrestag seines Rücktritts als Premier nach seiner zweiten Amtszeit (1951-1955)
- 50. Jahrestag seines Todes (24. Januar 1965)

Sir Winston Churchill
Weichen gestellt
Als britischer Kriegs-Premier von 1940-1945 stellte Churchill die Weichen, sich dem Expansionsstreben Hitler-Deutschlands in den Weg zu stellen.
Hitler wollte ja seinerzeit durchaus das britische Empire erhalten, und in England gab es nach den grossen Niederlagen von 1940 einflussreiche Politiker, welche die Chancen, gegen Hitler siegreich einen Krieg zu führen, als gering ansahen, stattdessen einer Appeasement-Politik den Vorzug geben wollten.
Damit war nach dem Rücktritt des britischen Premiers Chamberlain, dessen Appeasement Politik in Trümmern lag, und mit der Wahl Winston Churchills zum Premier, sofort Schluss.
Entschlossen betrieb Churchill die Aufrüstung. Nach der Evakuierung aus Dünkirchen war die britische Armee weitgehend waffenlos: die Soldaten hatten alles zurücklassen müssen.
Konsequente Aufrüstungspolitik und tödliche Entschlossenheit
Als Resultat von Churchills Aufrüstungs-Politik standen am Ende des Jahres 1940 29 fast voll bewaffnete Divisionen im Land, und in den Häfen und Flugplätzen gab es mehr Kriegsschiffe und Flugzeuge als vor den verlustreichen Schlachten des Jahres 1940.
Es war die tödliche Entschlossenheit Churchills, die der britischen Öffentlichkeit den Glauben an den Sieg gab, und den USA die Überzeugung, dass England keineswegs verloren war, und deshalb weiter nach Kräften materiell unterstützt werden musste.
Blut, Schweiss und Tränen
Vor dem Unterhaus am 13.5.1940, nach seiner Wahl zum Premier, erklärte Churchill:
I would say to the House, as I said to those, who have joined this Government: I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat. You ask, what is our aim? I can answer in one word: Victory - Victory at all cost, victory in spite of all terror, victory, however long and hard the road may be, but without victory there is no survival

Churchills Allparteien-Kriegskabinett ....nichts als Blut Schweiss und Tränen
Und am 4.6. 1940:
We shall defend our island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall never surrender
Die Angriffe der Nazi-Luftwaffe auf England konnten in der „Battle of Britain“ abgewehrt werden, und das fand seine Würdigung in Churchills berühmter Unterhausrede am 20.8. 1940:
Never in the field of human conflict was so much owed by so many to so few.
12 Monate allein
Für 12 Monate kämpfte England allein – bis zum Angriff Hitlers auf die Sowjetunion im Juni 1941.
Schliesslich, im Dezember 1941, der japanische Angriff auf Pearl Harbour und die Kriegserklärung auch Hitler-Deutschlands gegen die USA. Damit war die Dreier-Kriegskoalition gebildet. Für Churchill stand damit endgültig fest, dass Hitler den Krieg verlieren würde.

Dreier-Kriegs-Koalitionäre: Churchill (r) Roosevelt (m) Stalin (li) in Teheran 1943
Aber zunächst musste England eine Niederlage nach der anderen einstecken. Auch das Vertrauen in den Kriegspremier drohte zu schwinden. Der Sieg in El-Alamein - noch vor Stalingrad - brachte die Wende.
4 Dinge
Sebastian Haffner schreibt in seiner Churchill-Biografie:
Entscheidend in dem Jahr 1940/1941 waren vier Dinge:
- Die rücksichtslos vorangetriebene industrielle Mobilisierung
- Die Ausschaltung der britischen Appeasement Politiker
- Der „Staatsstreich“ mit dem Churchill sich selbst zum Generalissimus machte, und zum Chef aller Waffengattungen
- Die Privatkorrespondenz mit US-Präsident Roosevelt unter Ausschaltung diplomatischer Kanäle, die schliesslich vor dem Kriegseintritt der USA zu „Pacht- und Leihverträgen“ führte: Kriegsmaterial wurde „leihweise“ zur Verfügung gestellt, denn kaufen konnte England es nicht: es war durch umfangreiche Waffenkäufe bereits bankrott.

Ohne den Churchill der Jahre 1940 und 1941 wäre die Weltgeschichte möglicherweise anders verlaufen.
Dank Churchill hat sich England 1940 im entscheidenden Moment dem fast schon gelungenem Durchbruch in den Weg geworfen.

Churchill am 8.5. 1945 - VE-Ansprache
,
Kein Zufall
Zufällig war allerdings weder die Wahl Churchills zum Premier – er hatte immer wieder vor der Aufrüstung Hitler-Deutschlands gewarnt – noch seine Abwahl 1945.
Gesucht nach Kriegsende wurde nicht mehr ein Kriegspremier, sondern ein Friedenspremier der auch das Gesundheitswesen demokratisierte: Da erschien der Labour Politiker Clement Attlee weitaus geeigneter.
Gleichwohl: Wer heute z.B. die Bilder von der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch britische Truppen 1945 sieht, der sollte sich mit Dankbarkeit auch der Rolle Churchills erinnern, sich Hitler mit tödlicher Entschlossenheit in den Weg gestellt zu haben.


onlinedienst - 2. Jul, 07:04 Article 2214x read