Die Ebolafieber-Epidemie und Donald Trumps Einreiseverbote
Dr. Alexander von Paleske --- 1.6.2026
Seit Wochen grassiert erneut eine Ebolafieber-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC), zu dem die Provinzen Nord- und Süd Kivu, Ituri und Orientale gehören.
Kann das Virus nach Europa kommen?
Bange Fragen stellten sich sofort: Kann das hochgefährliche und hochansteckende Ebola-Virus, wie das Corona-Virus, sich auf der ganzen Welt ausbreiten?
Sofort kam die „beruhigende“ Nachricht von Fachleuten: Das kann es nicht, denn das Virus kann nur durch Körperkontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeit übertragen werden, nicht aber, wie das Coronavirus, über die Atemluft (als Tröpcheninfektion).
Das ist zwar zutreffend, aber keineswegs beruhigend, denn was sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) insbesondere in der Provinz Ituri,abspielt, ist eine Tragödie in einem Land, das seit dem Zweiten Kongokrieg, 1998-2003, der von Ruanda und Uganda angezettelt wurde, und der mehr als 3 Millionen Menschen das Leben kostete nicht zur Ruhe kommt. Wo trotz des Friedensabkommens von SunCity im Jahre 20023 weiter gewaltsame Auseinandersetzungen toben zwischen den vom ruandischen Staatspräsidenten Paul Kagame entsandten Tutsi Freischärlern, die sich M23 nennen, und die Annexion der Ostprovinzen Nord-und Süd- Kivi durch Ruanda vorbereiten helfen, und disziplinlosen kongolesischen Soldaten .
Dazu in Ituri, das an Uganda grenzt, wo verschiedene Milizen und lokale Warlords die Bevökerung terrorisieren: Das ideale Terrain für eine hochansteckende, und in der Hälfte der Fälle tödliche Infektionskrankheit, sich rasch auszubreiten.
Kontrolle immer schwieriger
In der Vergangenheit gelang es, die ersten 13 Ausbrüche von Ebola-Fieber in der DRC rasch unter Kontrolle zu bekommen, denn damals gab es keinen Krieg. Aber bereits beim 14. Ausbruch 2019 war alles anders. Mehr als 800 Menschen waren an dem Virus verstorben, 1185 Infektionen wurden durch Laboruntersuchungen bestätigt. Es wurde daher die bisiher im Ostkongo schlimmste und längste Ebola Epidemie. Dort, wo 1976 auch die ersten Ebola-Fieber Erkrankungen auftraten, das Virus entdeckt, und nach einem in der Nähe befindlichen Fluss benannt wurde.
Das Ebola-Fieber
Es handelt sich um ein sog. hämorrhagisches Fieber, eine mit unspezifischen Symptomen, vor allem aber Fieber, startende Erkrankung, zu Beginn oft als Grippe oder als Malaria fehlgedeutet, die schliesslich mit Einblutungen in Haut, Schleimhäute und Innere Organe, oft genug tödlich endet.
Reservoir für das Ebola Virus sind offenbar Flughunde, übertragen wird es auf den Mensch offenbar durch sog. Bushmeat, und weiter dann von Mensch zu Mensch.
Diesmal gab es mehrere Faktoren, welche die Ausbreitung des Virus begünstigten:
• Es handelt sich nicht um den bisher vornehmlich auftretenden Zaire-Typ des Ebola Virus, sondern um eine relativ seltene Variante namens Bundibugyo,
• Das Virus lässt sich mit den herkömmlichen Ebola-Fieber-Tests nicht sicher oder gar nicht nachweisen.
• Ärzte und Pflegepersonal im Krankenhaus von Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, waren zunächst nicht alarmiert, da die ersten Tests negativ ausfielen. Wertvolle Zeit wurde so verloren, die Patienten zu isolieren und die Kontaktpersonen ausfindig zu machen.
Nun gibt es mittlerweile rund 1000 Verdachtsfälle und 200 Tote. Die wirkliche Anzahl dürfte jedoch weit höher liegen.
Ansteckung gefährdet sind insbesondere auch Ärzte und Pflegepersonal ohne ausreichende Schutzkleidung, und mit einer derartigen Epidemie ohnehin schon überfordert..
Dann die Angehörigen, die davon abgehalten werden müssen, Patienten zu besuchen, und nach deren Tod zu berühren und zu waschen, wie es die Tradition gebietet. Hinzu kommen, aus Unkenntnis und Misstrauen gegenüber staatlichen Einrichtungen, mangelndes Verständnis für die strikte Isolation der Kranken und Beerdigungen unter strikten Sicherheitmassnahmen, und deshalb nicht selten Hexerei vermuten. Als Folge davon wurden bereits zwei Isolierstationen von empörten Angehörigen in Brand gesetzt, was die Lage noch weiter verschlimmerte.
Wanderarbeiter förderlich
Weiter der Ausbreitung förderlich sind Wanderarbeiter die in den Minen arbeiten. In der Provinz Ituri sind es vorwiegend Goldminen, in den Provinzen Kivu dazu noch Coltan, das für die Produktion von Handys und Laptops gebraucht wird.
Die Minen werden kontrolliert in den Kivu Provinzen mittlerweile von Ruanda und seiner Tutsi Proxies, in Ituri von Warlords und Milizen, auch islamistische, die sich damit finanzieren.
Ärzte ohne Grenzen
Wiederum, wie schon in der bisher grössten Ebola Epidemie 2014 / 2015 in Westafrika,, ist es die Organisation ÁRZTE OHNE GRENZEN, die sofort Hilfe durch Entsendung von Ärzten und Pflegepersonal organisierte, sowie Schutzausrüstung lieferte.
Donald Trump: Wir wollen die nicht
Und noch etwas muss in diesem Zusammenhang berichtet werden: Die USA lassen keine Ebola-Patienten ins Land : KEINE, auch nicht US-Bürger. So erging es zwei US-Ärzten, die als Entwicklungshelfer christlicher Organisationen in der Provinz Ituri arbeiteten: Dr. Patrick LaRochelle, der als Verdachtsfall nach Prag ausgeflogen wurde, und Dr. Peter Stafford, der an Ebola Fieber erkrankte, und samt Familie zur Behandlung nach Berlin ausgeflogen wurde und nun in der Charite behandelt wird
Um, wie sie es nannten, die eigene Bevölkerung zu schützen, beschlossen US-Präsident Trump und seine Minister in der vergangenen Woche, ein Feldlazarett in Kenia (innerhalb einer Woche) zu errichten, wo alle US-Bürger mit nachgewiesener Infektion, oder Verdachtsfälle, oder diejenigen, die Kontakt mit Ebola Patienten hatten, untergebracht werden sollten.
„Es sei Politik der USA, niemanden mit Ebola ins Land zu lassen,die amerikanische Bevölkerung müsse davor geschützt werden“
erklärte US Aussenminister Marco Rubio:
“We cannot and will not allow any cases of Ebola to enter the United States, and so we’re very — the State Department and other agencies represented here, the Centers of Disease Control, HHS, others — are working very, very hard to contain this crisis to the countries where it’s currently located, particularly the Democratic Republic of the Congo,” he said.
Infectious-disease and public health experts and American officials involved in previous outbreaks say the best way to protect Americans at home is to contain outbreaks at their origin.
Rubio said the United States has “surged assistance to make sure that that is being done"
Dass die Patienten in einem afrikanischen Land wie Kenia, das zu Ländern gehört, die Trump einst als Shithole-Countries bezeichnet hatte, und wo bisher das Ebolafieber (noch) nicht aufgetreten ist, gebracht werden sollen, vergass er geflissentlich zu erwähnen. Wobei die Behandlungsmöglichkeiten in einem Feldlazarett kaum vergleichbar sind, mit denen in einem Hochleistungskrankenhaus in den USA oder wie der Charité in Berlin, wo Dr. Stafford behandelt wird.
Mittlerweile hat ein Gericht in Kenia allerdings die Errichtung des Feldlazaretts, und damit die Verbringung von infizierten US-Bürgern oder Kontaktpersonen von Infizierten nach Kenia, untersagt.
Derweil sterben auch Pflegekräfte und Ärzte wie der kongolesische Arzt Dr. Blaise, die keine Chance hatten und haben, ausgeflogen oder zumindest ausreichend behandelt zu werden.
Seit Wochen grassiert erneut eine Ebolafieber-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC), zu dem die Provinzen Nord- und Süd Kivu, Ituri und Orientale gehören.
Kann das Virus nach Europa kommen?
Bange Fragen stellten sich sofort: Kann das hochgefährliche und hochansteckende Ebola-Virus, wie das Corona-Virus, sich auf der ganzen Welt ausbreiten?
Sofort kam die „beruhigende“ Nachricht von Fachleuten: Das kann es nicht, denn das Virus kann nur durch Körperkontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeit übertragen werden, nicht aber, wie das Coronavirus, über die Atemluft (als Tröpcheninfektion).
Das ist zwar zutreffend, aber keineswegs beruhigend, denn was sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) insbesondere in der Provinz Ituri,abspielt, ist eine Tragödie in einem Land, das seit dem Zweiten Kongokrieg, 1998-2003, der von Ruanda und Uganda angezettelt wurde, und der mehr als 3 Millionen Menschen das Leben kostete nicht zur Ruhe kommt. Wo trotz des Friedensabkommens von SunCity im Jahre 20023 weiter gewaltsame Auseinandersetzungen toben zwischen den vom ruandischen Staatspräsidenten Paul Kagame entsandten Tutsi Freischärlern, die sich M23 nennen, und die Annexion der Ostprovinzen Nord-und Süd- Kivi durch Ruanda vorbereiten helfen, und disziplinlosen kongolesischen Soldaten .
Dazu in Ituri, das an Uganda grenzt, wo verschiedene Milizen und lokale Warlords die Bevökerung terrorisieren: Das ideale Terrain für eine hochansteckende, und in der Hälfte der Fälle tödliche Infektionskrankheit, sich rasch auszubreiten.
Kontrolle immer schwieriger
In der Vergangenheit gelang es, die ersten 13 Ausbrüche von Ebola-Fieber in der DRC rasch unter Kontrolle zu bekommen, denn damals gab es keinen Krieg. Aber bereits beim 14. Ausbruch 2019 war alles anders. Mehr als 800 Menschen waren an dem Virus verstorben, 1185 Infektionen wurden durch Laboruntersuchungen bestätigt. Es wurde daher die bisiher im Ostkongo schlimmste und längste Ebola Epidemie. Dort, wo 1976 auch die ersten Ebola-Fieber Erkrankungen auftraten, das Virus entdeckt, und nach einem in der Nähe befindlichen Fluss benannt wurde.
Das Ebola-Fieber
Es handelt sich um ein sog. hämorrhagisches Fieber, eine mit unspezifischen Symptomen, vor allem aber Fieber, startende Erkrankung, zu Beginn oft als Grippe oder als Malaria fehlgedeutet, die schliesslich mit Einblutungen in Haut, Schleimhäute und Innere Organe, oft genug tödlich endet.
Reservoir für das Ebola Virus sind offenbar Flughunde, übertragen wird es auf den Mensch offenbar durch sog. Bushmeat, und weiter dann von Mensch zu Mensch.
Diesmal gab es mehrere Faktoren, welche die Ausbreitung des Virus begünstigten:
• Es handelt sich nicht um den bisher vornehmlich auftretenden Zaire-Typ des Ebola Virus, sondern um eine relativ seltene Variante namens Bundibugyo,
• Das Virus lässt sich mit den herkömmlichen Ebola-Fieber-Tests nicht sicher oder gar nicht nachweisen.
• Ärzte und Pflegepersonal im Krankenhaus von Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, waren zunächst nicht alarmiert, da die ersten Tests negativ ausfielen. Wertvolle Zeit wurde so verloren, die Patienten zu isolieren und die Kontaktpersonen ausfindig zu machen.
Nun gibt es mittlerweile rund 1000 Verdachtsfälle und 200 Tote. Die wirkliche Anzahl dürfte jedoch weit höher liegen.
Ansteckung gefährdet sind insbesondere auch Ärzte und Pflegepersonal ohne ausreichende Schutzkleidung, und mit einer derartigen Epidemie ohnehin schon überfordert..
Dann die Angehörigen, die davon abgehalten werden müssen, Patienten zu besuchen, und nach deren Tod zu berühren und zu waschen, wie es die Tradition gebietet. Hinzu kommen, aus Unkenntnis und Misstrauen gegenüber staatlichen Einrichtungen, mangelndes Verständnis für die strikte Isolation der Kranken und Beerdigungen unter strikten Sicherheitmassnahmen, und deshalb nicht selten Hexerei vermuten. Als Folge davon wurden bereits zwei Isolierstationen von empörten Angehörigen in Brand gesetzt, was die Lage noch weiter verschlimmerte.
Wanderarbeiter förderlich
Weiter der Ausbreitung förderlich sind Wanderarbeiter die in den Minen arbeiten. In der Provinz Ituri sind es vorwiegend Goldminen, in den Provinzen Kivu dazu noch Coltan, das für die Produktion von Handys und Laptops gebraucht wird.
Die Minen werden kontrolliert in den Kivu Provinzen mittlerweile von Ruanda und seiner Tutsi Proxies, in Ituri von Warlords und Milizen, auch islamistische, die sich damit finanzieren.
Ärzte ohne Grenzen
Wiederum, wie schon in der bisher grössten Ebola Epidemie 2014 / 2015 in Westafrika,, ist es die Organisation ÁRZTE OHNE GRENZEN, die sofort Hilfe durch Entsendung von Ärzten und Pflegepersonal organisierte, sowie Schutzausrüstung lieferte.
Donald Trump: Wir wollen die nicht
Und noch etwas muss in diesem Zusammenhang berichtet werden: Die USA lassen keine Ebola-Patienten ins Land : KEINE, auch nicht US-Bürger. So erging es zwei US-Ärzten, die als Entwicklungshelfer christlicher Organisationen in der Provinz Ituri arbeiteten: Dr. Patrick LaRochelle, der als Verdachtsfall nach Prag ausgeflogen wurde, und Dr. Peter Stafford, der an Ebola Fieber erkrankte, und samt Familie zur Behandlung nach Berlin ausgeflogen wurde und nun in der Charite behandelt wird
Um, wie sie es nannten, die eigene Bevölkerung zu schützen, beschlossen US-Präsident Trump und seine Minister in der vergangenen Woche, ein Feldlazarett in Kenia (innerhalb einer Woche) zu errichten, wo alle US-Bürger mit nachgewiesener Infektion, oder Verdachtsfälle, oder diejenigen, die Kontakt mit Ebola Patienten hatten, untergebracht werden sollten.
„Es sei Politik der USA, niemanden mit Ebola ins Land zu lassen,die amerikanische Bevölkerung müsse davor geschützt werden“
erklärte US Aussenminister Marco Rubio:
“We cannot and will not allow any cases of Ebola to enter the United States, and so we’re very — the State Department and other agencies represented here, the Centers of Disease Control, HHS, others — are working very, very hard to contain this crisis to the countries where it’s currently located, particularly the Democratic Republic of the Congo,” he said.
Infectious-disease and public health experts and American officials involved in previous outbreaks say the best way to protect Americans at home is to contain outbreaks at their origin.
Rubio said the United States has “surged assistance to make sure that that is being done"
Dass die Patienten in einem afrikanischen Land wie Kenia, das zu Ländern gehört, die Trump einst als Shithole-Countries bezeichnet hatte, und wo bisher das Ebolafieber (noch) nicht aufgetreten ist, gebracht werden sollen, vergass er geflissentlich zu erwähnen. Wobei die Behandlungsmöglichkeiten in einem Feldlazarett kaum vergleichbar sind, mit denen in einem Hochleistungskrankenhaus in den USA oder wie der Charité in Berlin, wo Dr. Stafford behandelt wird.
Mittlerweile hat ein Gericht in Kenia allerdings die Errichtung des Feldlazaretts, und damit die Verbringung von infizierten US-Bürgern oder Kontaktpersonen von Infizierten nach Kenia, untersagt.
Derweil sterben auch Pflegekräfte und Ärzte wie der kongolesische Arzt Dr. Blaise, die keine Chance hatten und haben, ausgeflogen oder zumindest ausreichend behandelt zu werden.
onlinedienst - 1. Jun, 09:46 Article 67x read





















