Welt-Gesundheitsversammlung in Genf: Der „zahnlose Tiger“ WHO verspricht viel und will mehr Geld
Dr. Alexander von Paleske ---- 26.5..2015 ----
In der vergangenen Woche tagte in Genf die diesjährige 68. Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Sie fand vor dem Hintergrund des kolossalen Versagens der WHO in der Ebola-Krise in Westafrika statt, die mehr als 11.000 Menschen das Leben kostete.
Viele Überlebende haben noch mit den Folgen der Erkrankung zu kämpfen, und die Epidemie ist bisher keineswegs besiegt, denn neue Fälle werden aus Guinea und Sierra Leone gemeldet.
Ineffizienz offengelegt
Diese Krise hat mit aller Brutalität die Ineffizienz der WHO aufgedeckt, die wir bereits vor der Ebola Krise in mehreren Artikeln scharf angegriffen haben.


WHO-Hauptquartier in Genf ....Ineffizienz offengelegt.
Screenshot: Dr. v. Paleske
Die WHO Chefin Margaret Chan erklärte vor 3000 Delegierten aus 194 Ländern auf der 68. Weltgesundheitsversammlung:
"Ich möchte nie wieder erleben, dass diese Organisation mit einer Situation konfrontiert ist, für deren Bewältigung sie nicht vorbereitet, personell nicht stark genug, nicht ausreichend finanziert oder verwaltungstechnisch nicht aufgestellt ist",
und weiter:
"Jetzt steht ein Jahr des Wandels und der Transformation an. 2015, stellt die WHO Weichen".
Starke Worte, vor allem die Forderung nach noch mehr Geld seitens der WHO-Chefin.
Bundeskanzlerin Merkel sprach auf der Veranstaltung den bedeutungsschweren Satz:
"Der Kampf ist erst gewonnen, wenn man für die nächste Krise gerüstet ist".
Die hochrangigen Staatsmänner- und -Frauen, unter ihnen auch der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, öffneten die Geldbörse, bzw. versprachen es zu tun.
Alles neu macht der Mai
Jetzt will die WHO alles besser machen. Ein Programm zur Reaktion auf Erregerausbrüche soll aufgestellt werden, das im Detail angibt, was innerhalb der ersten Stunden und Tage nach einem Ausbruch zu tun ist.
„Soll aufgestellt werden“ sagt eigentlich alles: Selbst nach Ausbruch der Ebola Epidemie gibt es ein solches Programm bisher nicht. Und das fast 70 Jahre nach der Gründung der WHO.
Keine Überraschung
Überraschend ist das allerdings nicht: Wer gesehen hat, wie die WHO z.B. in der schweren Cholera- Epidemie im Jahre 2008 in Zimbabwe agiert bzw. nicht agiert hatte.
Die Übelstände der WHO:
- keine vorausschauende innovative Planung, stattdessen Verbürokratisierung und verkrustete Strukturen
- Seilschaften, die sich zum Teil gegenseitig bekämpfen bzw. behindern
- Mangelndes Engagement der WHO Mitarbeiter, von denen viele sich vor allem an ihre Pöstchen klammern.
- Schliesslich: Aktivitäten auf Gebieten, wo die WHO nichts verloren hat, wie bei der Klassifizierung von Lymphomen, Leukämien etc.
Das sind nur ein paar Bereiche der WHO, die dringend des Aufräumens harren.
Geld reicht nicht
Die Zurverfügungstellung weiterer Geldbeträge alleine kann das Problem nicht lösen. Gefordert ist vielmehr eine Radikalkur, bei der alles auf den Prüfstand kommen muss.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat nicht nur in der Ebola-Krise vorgemacht,, wie mit einem Minimum an Mitteln höchste Effizienz und perfekte Organisation erreicht werden kann.
Bestenfalls die Nachhut
Sowohl bei den brennenden Fragen wie der Massentierhaltung und deren Gefahren, als auch dem Problem gefälschter Medikamente, und der bedrohlich zunehmenden Antibiotikaresistenz spielte die WHO bisher bestenfalls die Nachhut - wenn überhaupt.
Mittlerweile zeigt der Ausbruch der Vogelgrippe vom Typ H5N2 in den USA, wo bisher rund 40 Millionen Hühner und Truthähne geschlachtet werden mussten, welch ein Irrweg diese Massentierhaltung ist. In den USA sind pro Betrieb im Durchschnitt rund 1,5 Millionen Hühner eingepfercht.
Die WHO hätte längst die Tierfabriken problematisieren und letztlich deren Abschaffung fordern müssen, nicht nur als Brutstätten der Antibiotikaresistenz, sondern ebenfalls als Multiplikator bei der Vogelgrippe und der Schweinegrippe, mit der deutlich erhöhten Gefahr von Spontanmutationen, welche Infektionsrate und Übertragbarkeit auf den Menschen steigern können.
WHO - zur Zeit steht die Abkürzung eher für World Helpless Organisation.
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In der vergangenen Woche tagte in Genf die diesjährige 68. Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Sie fand vor dem Hintergrund des kolossalen Versagens der WHO in der Ebola-Krise in Westafrika statt, die mehr als 11.000 Menschen das Leben kostete.
Viele Überlebende haben noch mit den Folgen der Erkrankung zu kämpfen, und die Epidemie ist bisher keineswegs besiegt, denn neue Fälle werden aus Guinea und Sierra Leone gemeldet.
Ineffizienz offengelegt
Diese Krise hat mit aller Brutalität die Ineffizienz der WHO aufgedeckt, die wir bereits vor der Ebola Krise in mehreren Artikeln scharf angegriffen haben.


WHO-Hauptquartier in Genf ....Ineffizienz offengelegt.
Screenshot: Dr. v. Paleske
Die WHO Chefin Margaret Chan erklärte vor 3000 Delegierten aus 194 Ländern auf der 68. Weltgesundheitsversammlung:
"Ich möchte nie wieder erleben, dass diese Organisation mit einer Situation konfrontiert ist, für deren Bewältigung sie nicht vorbereitet, personell nicht stark genug, nicht ausreichend finanziert oder verwaltungstechnisch nicht aufgestellt ist",
und weiter:
"Jetzt steht ein Jahr des Wandels und der Transformation an. 2015, stellt die WHO Weichen".
Starke Worte, vor allem die Forderung nach noch mehr Geld seitens der WHO-Chefin.
Bundeskanzlerin Merkel sprach auf der Veranstaltung den bedeutungsschweren Satz:
"Der Kampf ist erst gewonnen, wenn man für die nächste Krise gerüstet ist".
Die hochrangigen Staatsmänner- und -Frauen, unter ihnen auch der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, öffneten die Geldbörse, bzw. versprachen es zu tun.
Alles neu macht der Mai
Jetzt will die WHO alles besser machen. Ein Programm zur Reaktion auf Erregerausbrüche soll aufgestellt werden, das im Detail angibt, was innerhalb der ersten Stunden und Tage nach einem Ausbruch zu tun ist.
„Soll aufgestellt werden“ sagt eigentlich alles: Selbst nach Ausbruch der Ebola Epidemie gibt es ein solches Programm bisher nicht. Und das fast 70 Jahre nach der Gründung der WHO.
Keine Überraschung
Überraschend ist das allerdings nicht: Wer gesehen hat, wie die WHO z.B. in der schweren Cholera- Epidemie im Jahre 2008 in Zimbabwe agiert bzw. nicht agiert hatte.
Die Übelstände der WHO:
- keine vorausschauende innovative Planung, stattdessen Verbürokratisierung und verkrustete Strukturen
- Seilschaften, die sich zum Teil gegenseitig bekämpfen bzw. behindern
- Mangelndes Engagement der WHO Mitarbeiter, von denen viele sich vor allem an ihre Pöstchen klammern.
- Schliesslich: Aktivitäten auf Gebieten, wo die WHO nichts verloren hat, wie bei der Klassifizierung von Lymphomen, Leukämien etc.
Das sind nur ein paar Bereiche der WHO, die dringend des Aufräumens harren.
Geld reicht nicht
Die Zurverfügungstellung weiterer Geldbeträge alleine kann das Problem nicht lösen. Gefordert ist vielmehr eine Radikalkur, bei der alles auf den Prüfstand kommen muss.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat nicht nur in der Ebola-Krise vorgemacht,, wie mit einem Minimum an Mitteln höchste Effizienz und perfekte Organisation erreicht werden kann.
Bestenfalls die Nachhut
Sowohl bei den brennenden Fragen wie der Massentierhaltung und deren Gefahren, als auch dem Problem gefälschter Medikamente, und der bedrohlich zunehmenden Antibiotikaresistenz spielte die WHO bisher bestenfalls die Nachhut - wenn überhaupt.
Mittlerweile zeigt der Ausbruch der Vogelgrippe vom Typ H5N2 in den USA, wo bisher rund 40 Millionen Hühner und Truthähne geschlachtet werden mussten, welch ein Irrweg diese Massentierhaltung ist. In den USA sind pro Betrieb im Durchschnitt rund 1,5 Millionen Hühner eingepfercht.
Die WHO hätte längst die Tierfabriken problematisieren und letztlich deren Abschaffung fordern müssen, nicht nur als Brutstätten der Antibiotikaresistenz, sondern ebenfalls als Multiplikator bei der Vogelgrippe und der Schweinegrippe, mit der deutlich erhöhten Gefahr von Spontanmutationen, welche Infektionsrate und Übertragbarkeit auf den Menschen steigern können.
WHO - zur Zeit steht die Abkürzung eher für World Helpless Organisation.








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